Weltoffenes Leo-Theater: Neue Musikreihe im Ibach-Haus

[1/2] Die Welt zu Gast im Leo-Theater. Musikkritiker Christoph Giese

[1/2] Die Welt zu Gast im Leo-Theater. Musikkritiker Christoph Giese, Bürgermeisterin Gabriele Grollmann und ­Theaterchef Andreas Winkelsträter stellen das Programm für die erste Weltmusikreihe im Leo-Theater vor. (Foto: Sarah Schwarz) [2/2] Lily Dahab un

Schwelm. (saz) Mit dem Umzug ins Ibach-Haus in Schwelm möchte das Leo-­Theater neue Wege gehen. Lag der Schwerpunkt des Angebots bisher auf dem Schauspiel – vor allem Komödien –, so soll jetzt auch Musik Einzug halten. Das passt natürlich hervorragend zum Ibach-Hauses, hatte hier doch die älteste Klavierfabrik der Welt ihren Sitz.
„Wir hatten von Anfang an vor, nicht nur Theater zu spielen, sondern ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen“, erklärt Theaterchef Andreas Winkelsträter. Mit Hilfe von Musikkritiker ­Christoph Giebe konnte eine Palette an beeindruckenden Künstlerinnen und Künstlern für die Weltmusikreihe „LEO open world“ aufgestellt ­werden.
Sieben Konzerte
In der – wie die Organisatoren hoffen – ersten Staffel stehen bis 2018 insgesamt sieben Konzerte an. Den Anfang macht am 27. September die argentinische Sängerin Lily Dahab mit ihrer Band. Sie mischt Tango mit Jazz, Bossa Nova und der reichhaltigen Folklore ihres Heimatlandes.
Rosani Reis zeigte ihr Können bereits beim Tag der offenen Tür. Mit ihrer rein ­brasilianischen Band gibt sie am 11. Oktober eine Mischung aus populären brasilianischen Rhythmen mit der afrobrasilianischen Musikkultur ihrer Heimat Mina Gerais zum Besten.
Gjertrude Lunde aus Norwegen beschließt am 22. November die Konzertreihe in diesem Jahr. Sie berührt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit nordischer Melancholie gepaart mit Jazz, Klassik und Weltmusik.
Mit dem einzig vollkommen instrumentalen Konzert in der Reihe startet man ins Jahr 2018. Das Kioomars-Musayyebi-Quartett verquickt klassische persische Musik mit Jazz. Das Quartett um den iranischen Santur-Spieler Kioomas Musayyebi und den deutschen Jazzpianisten Christian Hammer steht am 17. Januar auf der Bühne.
Weiter geht es dann in 2018 mit dem Cécile-Verny-Quartett, welches am 15. Februar musikalische Einflüsse von der Elfenbeinküste, Frankreich und Deutschland verbindet.
Der Fado-Sänger Telmo Pires zeigt am 7. März, dass auch Männer sehr wohl Fado singen können.
Als Abschluss der Musikreihe steht dann am 25. April das Duo Walju auf der Bühne und geht auf eine wilde Reise durch die Musik Osteuropas.
Tickets
Tickets für die Konzerte gibt es im Vorverkauf für 19 Euro zuzüglich Gebühr online ­unter ­www.leo-theater.ruhr oder E-Mail ­tickets@­leo-theater.ruhr. Außerdem sind sie auch im AVU-Treffpunkt Schwelm, Bahnhofstraße 3, jeweils montags, mittwochs und freitags von 11 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr oder während der Veranstaltungen im Leo zu erhalten. An der Abendkasse kosten die Tickets, sofern noch welche übrig sind, 25 Euro.
Schirmherrschaft
Besonders freut sich Theaterchef Andreas Winkelsträter, dass Schwelms Bürgermeisterin Gabriele Grollmann sofort bereit war, die Schirmherrschaft für die Musikreihe zu übernehmen.
Bereits vor dem Umzug hatte sie angekündigt, sich aktiv am Geschehen im Leo-Theater beteiligen zu wollen. Die Idee der Weltmusikreihe gefällt ihr sehr: „Musik belebt, bereichert und ist einfach international. Denn die Sprache der Musik ist vielseitig und für alle verständlich.“ Mit der Reihe zeige man auch, dass Schwelm offen für neue Dinge sei. Die Bürgermeisterin lädt ein, die Angebote einfach zu genießen.
Anders als im Haus Ennepetal stehen dem Leo-Theater die Räumlichkeiten im Ibach-Haus das gesamte Jahr über zur Verfügung. „Wir können das Haus an 365 Tagen im Jahr bespielen, das geht allein mit Komödien überhaupt nicht“, sagt Winkelsträter. „Deswegen wollen wir gerne zusätzliche Farbe reinbringen.“
Dafür ist das Leo bereits mit dem Hagener Theater an der Volme eine Verbindung eingegangen. Und auch andere Kooperationen wie Lesungen oder Ausstellungen kann sich der Theaterchef durchaus vorstellen: „Wir möchten den Standort ­unbedingt für Musik und ­Kultur öffnen.“