25 Jahre „sequentielle Kunst“ in Hagen

Hagen. (je) Obwohl ihre Verfilmungen mittlerweile zu den ganz großen Kassenschlagern im Kino zählen, werden Comics in Deutschland von vielen Leuten noch immer nur als bunte Bilderbücher für Kinder wahrgenommen. Ganz anders sieht es in den französischsprachigen Ländern – in der europäischen Hauptstadt Brüssel wurden schon Straßen nach Comickünstlern benannt – und natürlich den USA aus. Aus dem Mutterland der wissenschaftlich als „sequentielle Kunst“ bezeichneten Werke stammt auch die Idee eines Gratis-Comic-Tags, an dem einmal im Jahr im Fachhandel kostenlos nur für diesen Anlass gedruckte Sonderausgaben verteilt werden.

Seit 2010 gibt es genau diesen Gratis-Comic-Tag auch in den deutschsprachigen Ländern, immer am zweiten Maiwochenende, so auch wieder am kommenden Samstag.

Viele speziell gedruckte Sondertitel verteilt Martina Friske am Samstag, 12. Mai, beim Gratis-Comic-Tag im Hagener Comic-Centrum. (Foto: Jan Eckhoff)

Seit 25 Jahren

Und auch Hagen, genauer gesagt das Comic-Centrum in der Innenstadt, ist am 12. Mai 2012 an der besonderen Aktion beteiligt. Der einzige spezialisierte Fachhändler der Region versorgt nun schon seit einem Vierteljahrhundert Fans mit dieser speziellen Kunstform. Zunächst in der Elberfelder Straße, dann 16 Jahre am Graf-von-Galen-Ring und seit 2009 nun in der Spinngasse wird mit viel mehr als nur mit Klassikern wie Mickey Maus, Asterix und Obelix oder Tim und Struppi gehandelt.

Die ganze Bandbreite

Neben einem großen Angebot japanischer Mangas, die im Land der aufgehenden Sonne seit rund 50 Jahren einen der wichtigsten Bestandteile der Populärkultur bilden, bietet der Hagener Comicladen auch eine besondere Vielfalt an Graphic Novels, das sind bebilderte Romane, die sich an Erwachsene richten und häufig auch schwer verdauliche Themen wie den Nahostkonflikt oder die Judenverfolgung in Nazi-Deutschland behandeln.

„Diese ganze Bandbreite wird von den am Samstag verteilten Sonderausgaben abgedeckt“, betont Martina Friske, die fast seit der ersten Minute an im Comic-Centrum mit Leidenschaft hinter dem Verkaufstresen steht. „Zu den 30 Heften, die bei uns alle in ausreichender Stückzahl vorrätig sind, zählen neben Garfield, den Simpsons oder Spider-Man auch literarisch anspruchsvolle Titel wie das philosophische ,Die Katze des Rabbiners‘ oder die in den Dreißigerjahren angesiedelte Kriminalgeschichte ,Fräulein Rühr-Mich-Nicht-An‘.“

Jubiläumsaktionen

Neben dem Gratis-Comic-Tag am 12. Mai 2012, an dem das Comic-Centrum von 10 bis 15 Uhr geöffnet hat, stehen im 25. Jahr des Bestehen aber noch viele weitere Aktionen, die sich nicht nur an eingefleischte Comic-Fans richten, auf dem Programm.

So wird bereits am Freitag, 11. Mai, im Rahmen der Hagener Museumsnacht im Atelierhaus „Hotel Danne“ (Hochstraße, direkt gegenüber von Osthaus- und Schumacher-Museum) eine szenische Comiclesung aufgeführt. Am 16. Juni kommt Reinhard Kleist, Schöpfer von unter anderem einer vielbeachteten und im Comicstil ausgeführten Biographie von Johnny Cash, nach Hagen. In der Spinngasse stellt er dann in einer abendfüllenden Lesung sein neuestes Werk „Der Boxer“, die gezeichnete Geschichte des KZ-Überlebenden und späteren Boxprofis Hertzko Kraft, vor. Ebenfalls im Juni besucht „Steampunk“-Schöpfer Felix Merkinat die Volmestadt und im Herbst schließlich wird der preisgekrönte Berliner Cartoonist Felix „Flix“ Görmann dort zu sehen und zu hören sein.

Wer stets auf dem Laufenden über Interessantes aus der (Hagener) Comicwelt bleiben möchte, den informiert das Comic-Centrum tagesaktuell über seine Facebookseite: facebook.com/comiccentrum.