25. Mummpitz-Geburtstag

Hohenlimburg. (zico) Älter ist eigentlich nur noch Charleys Tante: Seinen 25. Geburtstag feiert heuer das Hohenlimburger Amateurtheater „Mummpitz“. Und zum runden Geburtstag hat das Erfolgsensemble eben jene schrille Dame eingeladen, die vor ziemlich genau 122 Jahren im Theatre Royal im englischen Bury St. Edmunds – nahe Cambridge – das Licht der Welt erblickte.

Wie einst Rühmann und Millowitsch

Dass Charleys Tante – die aus Brasilien, wo die Affen herkommen – trotz ihrer Reife nichts an Skurrilität und sprühendem Witz eingebüßt hat, zeigt sich schon bei den Proben. „Wir haben lange nicht mehr so viel beim Einstudieren eines Stückes gelacht“, sagt Arnd Naber, und der muss es wissen. Schließlich ist er Gründungsmitglied – und obendrein Darsteller der maskulinen Tante! Eine Paraderolle für den bei Mummpitz auch als Chefbaumeister gefragten Mimen, der in dem unverwüstlichen Stück in die Fußstapfen so großer Vorbilder wie Heinz Rühmann, Willy Millowitsch und Peter Alexander tritt.

Die Handlung aus der Feder von Brandon Thomas dürfte denn auch dem ein oder anderen Besucher nicht neu sein – bei „Mummpitz“ erlebt sie dank Arnd Naber jedoch eine Frischzellenkur, zu der auch die weiteren Darsteller Tanja und Kira Körfer, Nicole Köhler, Roman und Torben Wissenbach, Ralf Schlüter, Heiko Wetzel, Andrea Plum, Heike Himmel und Frank Schmidt beitragen. Zum Ensemble gehört zudem Melanie Müller, die diesmal pausiert – allerdings nicht aus Dschungelcamp-Gründen. Die freizügige Blondine aus der RTL-„Müllshow“ ist nur eine zufällige Namensvetterin.

Arnd Naber ist als Charleys Tante in einer Paraderolle zu sehen. (Foto: privat)
Arnd Naber ist als Charleys Tante in einer Paraderolle zu sehen. (Foto: privat)

Falsche Tante bringt Stimmung in die Bude

Das Stück erzählt von den beiden Studenten Charley und Jack, die für eine Verabredung mit ihren Freundinnen Amy und Kitty eine Anstandsdame benötigen. Da die eigentlich dafür vorgesehene Donna Lucia d’Alvadorez, Charleys richtige Tante aus Brasilien, nicht rechtzeitig erscheint, überreden Charley und Jack ihren Freund Lord Fancourt Babberly, als Frau verkleidet die Rolle zu übernehmen. Und die falsche Tante bringt nicht nur richtig Stimmung in die Bude, sondern wandelt auch selbst auf Freiersfüßen…

Schon lange stand „Charleys Tante“ auf dem Wunschzettel der Hohenlimburger Schauspieltruppe, die sich vor einem Vierteljahrhundert bei der Suche nach einem Namen die Zähne biss. Bis Frank Butgereit, einer der Gründer und heute Gitarrist bei den „Lennerockers“, alle gemachten Vorschläge mit einem Satz verwarf: „Das ist doch alles Mumpitz.“ Das dritte „m“ klaute man sich schließlich noch bei einer unter den Schauspielern gern getrunkenen Sektmarke – und „Mummpitz“ waren geboren.

Immer wieder ein nächster Auftritt

Ebenso alt ist ein weiteres Stück Hohenlimburger Kultur: „Küppers, Beck‘s und Brinkhoff‘s“, eine der gefragtesten Oldie-Kapellen im heimischen Raum, blicken ebenfalls auf ein Vierteljahrhundert Bandgeschichte zurück. Am 28. Januar 1989 machten sich drei junge, wackere Männer auf den Weg nach Grürmansheide, einem winzigen Nest irgendwo zwischen Iserlohn und Schwerte. „Es galt, die Party einer wilden Horde zu rocken. Es sollte ein einmaliger Auftritt werden. Doch es stand bereits vor Ende des Gigs fest, dass es zwei Wochen später den Nächsten geben wird. So ist es bis heute geblieben. Es folgte stets ein weiterer Termin“, blickt Frontmann und Bandchef Dirk Schmidt zurück. Er ist ebenso wie Schlagzeuger Dirk Mankel von Anfang an dabei, Dritter im Bunde ist Bassist Carsten Wroblewski.

Schauspiel und Konzert im Doppelpack

Und weil man einen 50. Geburtstag noch zünftiger feiert, haben sich Schauspieler und Musiker am Samstag, 1. Februar 2014, kurzerhand zusammengetan: Zunächst gibt‘s im Saal des Werkhofes die Premiere von „Charleys Tante“, anschließend lassen es „KBB“ in der Werkhofkatakombe krachen. Für die Premiere des Komödienklassikers sind bereits alle Karten verkauft, somit gibt es logischerweise auch keine Kombitickets mehr. Für das Konzert in der deutlich mehr Besucher fassenden Katakombe sind noch Karten zum Preis von zehn Euro erhältlich, unter anderem beim wochenkurier, Frankfurter Straße 90, im Werkhof Hohenlimburg, Herrenstraße 17, Telefon 02334/ 929-190, und an der Abendkasse.

Die gleichen Vorverkaufsstellen gelten auch für die weiteren Werkhof-Aufführungen von Charleys Tante, die am Freitag, 7. Februar, 20 Uhr; Sonntag, 9. Februar, 18 Uhr, sowie Samstag und Sonntag, 14. und 15. Februar 2014, jeweils um 20 Uhr stattfinden. Für all diese Aufführungen sind noch Karten erhältlich.