40 Jahre Grobschnitt

Hagen. (anna, 21.04.10) Eine legendäre Hagener Band feiert in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag: Grobschnitt. Und zu diesem Datum haben sich die acht Hagener Musiker etwas ganz Tolles einfallen lassen: Um ihren Anhängern eine besondere Freude zu machen, werden sie ihr Kultwerk Nr. 1, das einzigartige Rockmärchen „Rockpommel’s Land“, zum ersten Mal seit 1978 wieder aufführen – in voller Länge!

1970 gegründet, war Grobschnitt von Beginn an eine einzigartige und eigenartige Band, die sich jeder Vorstellung entzog und in keine Klischee pressen ließ. Ihre unnachahmlichen Live-Shows galten als echte Erlebnisse, die schnell Kultcharakter bekamen und ihnen eine stetig wachsende Fangemeinde bescherten. Schnell waren sie aus der deutschen Rocklandschaft nicht mehr wegzudenken.

Grobschnitt füllt riesige Hallen

Die Band Grobschnitt galt für ihre Zeit als eine sehr innovative Gruppe, die mit einer Mischung aus Theater, optischen Effekten, fröhlichem Klamauk und überaus langen musikalischen Improvisationen vielstündige Bühnenshows bot. Ihre Präsentationen waren eine Mischung aus Sauerländischem Krawall, skurrilen Showeinlagen, einer psychedelischen Lightshow und ausgeklügelten Feuer-Effekten, gepaart mit aufwändig inszeniertem Rock. Es gelang ihnen schnell, die großen Hallen zu füllen, in die sich sonst nur die internationalen Super-Stars trauten. Während andere Bands zwar mehr Tonträger verkauften, bei Live-Auftritten aber bestenfalls Jugendzentren füllten, spielte Grobschnitt in der Essener Gruga-, der Dortmunder Westfalen- oder in der Philipshalle, Düsseldorf.

Als es Ende der 80er etwas ruhiger wurde und die Plattenindustrie mehr Kommerz erwartete, um die Verkaufszahlen anzukurbeln, zog die Band, die sich noch nie hatte verbiegen lassen, kurzerhand die Konsequenz: Nach einer erfolgreichen „Last Party“-Abschiedstour löste sie sich auf.

Bei jeder anderen Rockgruppe wär’s das dann wohl gewesen, nicht aber bei Grobschnitt.

Neugründung mit Söhnen

2006 kam es zu einer „Auferstehung“ von Grobschnitt, an der einige der alten Mitglieder inklusive ihrer Söhne beteiligt sind. Nach einem Testauftritt vor geladenen Fans im Mai 2007 fanden im Oktober des gleichen Jahres die ersten beiden öffentlichen Auftritte in Aschaffenburg statt. Seitdem tritt die Band wieder regelmäßig auf. Ein Höhepunkt war dabei das Konzert in der ausverkauften Hagener Stadthalle vor 3000 Zuschauern im Januar 2009.

Konzertreihe mit Rockpommel’s Land

Zum 40. Geburtstag bereitete die Band mit Willi Wildschwein, Milla Kapolke, Admiral Top Sahne, Toni Moff Mollo, Deva Tattva, Nuki, Manu Kapolke und Demian Hache ihren treuen Anhängern eine besondere Freude, indem sie ihr dreistündiges komplexes Kultwerk „Rockpommel’s Land“ zum ersten Mal seit 1978 wieder in voller Länge aufführt. Drei Stunden Genuss für Aug’ und Ohr.

Beginnt die Tour bereits am 24. April in Lübeck, können die Hagener das illustre Werk am 15. Mai in Menden erleben. Dann wird Grobschnitt in der Schützenhalle Lendringsen zu Gast sein. In ihrer Konzertreihe, die in diesem Frühling sieben Termine umfasst, wird es auch spätestens in Bonn (7. Mai.) Rockpommel’s Land auf CD geben. „Für die zweite Jahreshälfte hat Grobschnitt noch einige Überraschungen für seine Fans parat“, Willi Wildschein, „mehr soll aber noch nicht verraten werden.“

Grobschnitt, heute ein Team von 20 Leuten (auch hinter der Bühne ist ein Vater/Sohn-Duo dabei), deren Equipment mittlerweile drei Lkw füllt, hat sich auch für die weitere Zukunft viel vorgenommen. „Bedingung ist“, so Willi Wildschwein, „dass alle am Ball bleiben.“

Fans aus aller Welt

Die Reaktionen der Fans auf die Neugründung waren euphorisch und was nun geschah, übertraf die kühnsten Erwartungen der neuen achtköpfigen Band. Während andere noch existierende oder wiedervereinigte Krautrockgrößen in kleineren Clubs vor überschaubaren Zuschauermengen spielten, füllte Grobschnitt innerhalb kürzester Zeit mittlere Hallen mit 800 bis 3000 Besuchern, und hinterließ dank ihrer aufwendigen und mit viel Liebe zum Detail präsentierten Konzerte ein stets restlos begeistertes Publikum.

Was es für einige bedeutet, Grobschnitt wieder live sehen zu können, zeigte sich auch in beeindruckender Weise daran, dass nicht nur Fans aus dem gesamten Bundesgebiet und aus den Niederlanden, Frankreich oder England regelmäßig zu den Konzerten pilgern. Auch aus der Türkei, aus Kanada und sogar aus Neu Delhi und Singapur reisen Musikfreunde für ein einziges Konzert an, nur um ihre Lieblingsgruppe noch einmal erleben zu können.

Die wohl einmalige Konstellation aus Vätern und Söhnen scheint in Verbindung mit den ausgeklügelten, überraschenden Licht- und Showeffekten, einer kumpelhaften Fannähe und den für heutige Ohren außergewöhnlich langen und komplexen Musiktiteln genau den richtigen Nerv getroffen zu haben. „Nach drei Stunden Konzert hinterlassen wir eine völlig glückliche und zufriedene Fangemeinde“, meinen Willi Wildschwein und Admiral Top Sahne, „und das macht uns Musiker dann genauso glücklich.“

Karten für das Rockpommel’s-Land-Konzert in Menden am 15. Mai gibt es im wochenkurier-Reisebüro, Frankfurter Straße 90.