Abenteuerliche Fundsache

Hagen. Am Dienstagmorgen hatte ein älterer Kunde einen dreistelligen Geldbetrag an einem Automaten in einer Bank an der Herrenstraße abgehoben und in seiner Handgelenktasche deponiert. Insgesamt befanden sich außer Ausweis und Führerschein etwa 7.000 Euro in der Tasche. Irgendwie war der 82-Jährige abgelenkt und hatte das Behältnis abgestellt. Als er sich wieder umdrehte, war die Tasche weg, Hinweise auf einen mögliche Täter konnte er nicht geben und er erstattete in der Wache Hohenlimburg eine Anzeige, allerdings erst am Mittwoch in der Mittagszeit.

Am Donnerstagmorgen gab eine 31-jährige Hohenlimburgerin die Tasche mit dem kompletten Inhalt bei dem Polizeibeamten ab, der am Vortag die Anzeige aufgenommen hatte. Die ehrliche Finderin verzichtete auf Finderlohn und schilderte folgenden Ablauf: Am Mittwochmorgen, ziemlich genau 24 Stunden nach dem vermeintlichen Diebstahl, sah sie von draußen in der Bank an der Herrenstraße die Handgelenktasche auf der Fensterbank in einer Ecke stehen und ging in den Schaltervorraum. Dort befand sich gerade ein Pärchen und die 31-Jährige fragte die beiden, ob es sich um deren Tasche handelt. Die verneinten und so sah sie sich den Inhalt genauer an. Beim Anblick des Geldes wollte sie die Fundsache den Mitarbeitern der Bank übergeben, allerdings hing ein Zettel an der Zugangstür, dass aufgrund einer Fortbildungsveranstaltung die Filiale geschlossen sei. Daraufhin machte sich die Finderin auf den Weg zur Anschrift des Verlierers, um ihm die Tasche persönlich vorbeizubringen. Da der Mann allerdings nicht zu Hause war, brachte die 31-Jährige sie am Tag drauf zur Polizeiwache. Der Verlierer konnte zwischenzeitlich über den Vorfall informiert werden und sein Eigentum wieder in Empfang nehmen.