Aktiv für das Wohl Holthausens

Holthausen. (saz) Soziale Arbeit und ehrenamtliches Engagement sind für Margrit Partenheimer eine Herzensangelegenheit. Das wird jedem, der ihr begegnet, schnell deutlich, spricht sie doch mit so viel Hingabe von ihrer Arbeit in der Kirchengemeinde und der Kultur- und Dorfgemeinschaft Holthausen (KuDG). Diese jahrzehntelange Tätigkeit hat ihr nun das „Verdienstkreuz am Bande“ der Bundesrepublik Deutschland eingebracht. Es wurde ihr am Freitag, 6. Februar 2015, in Vertretung vom ersten Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer überreicht. Musikalische Untermalung gab es von der Holthausener Kapelle „Silvesterknaller“.

„Wir gestalten die Kirche“

Im Dezember erhielt die ehemalige Grundschullehrerin einen Anruf von der Stadt. „Im ersten Moment war ich total erschreckt, ich dachte, die wollten mich auf den Arm nehmen“, erinnert sie sich. Aber als dann die offiziellen Unterlagen eingingen, wurde Margrit Partenheimer schnell klar, dass sie tatsächlich vom Bundespräsidenten das Verdienstkreuz verliehen bekommen hatte.

Grund dafür ist vor allem ihre ehrenamtliche Arbeit in Holthausen, wo sie seit ihrem Herzug im Dezember 1977 schon einiges bewegt hat. Ihr Herzblut steckt zur Zeit vor allem in der Evangelisch-Lutherischen Gnadenkirchengemeinde, wo sie von 1984 bis 2008 Mitglied im Presbyterium war. Aber auch heute ist sie noch stark dort engagiert. So ist sie beispielsweise maßgeblich an der Organisation der „Offenen Kirche“ beteiligt, die jeden zweiten Donnerstag im Monat die Möglichkeit bietet, die Kirche zu besuchen, um dort Ruhe vom Alltag zu finden. Sie wünscht sich, dass noch mehr Menschen dieses Angebot nutzen: „Eine Kirche besteht ja nicht nur aus der Pfarrerin.“

Seit 1995 ist sie als geschäftsführendes KuDG-Vorstandsmitglied tätig. Gegründet wurde die KuDG 1952, um ein besseres Miteinander der Vereine in Holthausen zu gewährleisten. Dazu vertritt die Gemeinschaft ebenfalls die Belange des Dorfes und wurde unter anderem aktiv, als aufgrund von Bebauungsplänen der bestehende Dorfplatz um die Hälfte verkleinert werden sollte. Durch aktives Engagement und Beharrlichkeit der 71-Jährigen konnte der Dorfplatz erhalten und von den Bewohnern gestaltet werden. Für diesen Dorfplatz wünscht sich Margrit Partenheimer jetzt einen neuen Platzwart. Ihr Mann Klaus (75), ein pensionierter Techniker, würde diese Aufgabe gerne abgeben.

Für das Wohl der Bürger

„Ich möchte für das Wohl der Bürger Holthausens sorgen“, das ist der große Wunsch der 71-Jährigen. So hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass der Unfallschwerpunkt am Autobahnzubringer „Hünenpforte“ entschärft wird. Darüber hinaus setzte sie sich dafür ein, dass die Grundschüler den Bus, der sie in die Schule bringt, dorfseitig erreichen können und nicht die stark befahrene Straße überqueren müssen. Ebenso setzte sie sich für den Erhalt des Holthauser Kindergartens ein, den sie als wichtigen Bestandteil des Dorfes sieht. Schließlich bestehe hier die Möglichkeit für junge Eltern und deren Kinder, Kontakte zu knüpfen und ins Gespräch kommen. Margrit Partenheimer arbeitet gerne mit Menschen. Dabei ist es ihr egal, ob es sich um Kinder oder Senioren handelt – aber: „Ehrlich und authentisch müssen sie sein.“

Aufgewachsen ist Margrit Partenheimer in Wolfhagen bei Kassel, ein Ort, der Holthausen ähnelt. Vermutlich fühlt sie sich deshalb hier so wohl. Ihre Ausbildung zur Lehrerin hat sie in Kettwig (Essen) gemacht. Während dieser Zeit lebte sie in Oberhausen, wo sie auch ihren Mann Klaus kennenlernte, den sie 1973 heiratete. Gemeinsam haben sie einen 34-jährigen Sohn, der in München lebt.