Alles oder Nichts

Hagen. (hc) Die Köpfe waren gesenkt nach der 29:32-Niederlage des VfL Eintracht Hagen gegen den TuS Ludwigshafen-Friesenheim. Doch neue Hoffnung kehrte zu der Sieben von Lars Hepp zurück, als sie das Endergebnis der Partie zwischen Springe und Saarlouis hörten. 27:27 in letzter Sekunde. Das eröffnet den Hagener im kommenden Heimspiel gegen den TuS Ferndorf am Samstag, 4. Juni, ab 19 Uhr die Chance auf den Klassenerhalt.

Abhängig von der Konkurrenz

Die Eintracht hat es allerdings nicht in der eigenen Hand. Ein Sieg gegen den Lokalkonkurrenten aus Ferndorf vorausgesetzt, müssen die Aufsteiger auf einen Sieg der HSG Nordhorn gegen den HSG Saarlouis hoffen. Damit wären beide Teams punktgleich und das Torverhältnis würde entscheiden. Diese Regelung gilt übrigens nur in der ersten und zweiten Handball-Bundesliga. Nach der Spielordnung des Deutschen Handball-Bundes wäre nämlich die Eintracht auf Grund der Niederlagen in den direkten Duellen mit Saarlouis bereits ohne Chancen auf den Klassenerhalt.

Ausgangslage

Aktuell trennen die beiden Teams zwei Punkte und in der Tordifferenz 13 Treffer. Bei einem Eintracht-Sieg und einer Saarlouis-Niederlage würde zwangsläufig die Tordifferenz schrumpfen. Die Hagener wären definitiv gerettet, wenn sie hoch gewinnen würden und eine bessere Tordifferenz hätten als Saarlouis. Bei gleicher Tordifferenz drohen ein – oder mehrere – Entscheidungsspiele. „In den Bestimmungen steht ein Plural, deshalb sind wir uns in diesem Punkt nicht sicher“, erklärt Eintracht-Sportdirektor Michael Stock die Situation. Definitiv abgestiegen sind die Hagener, wenn sie selbst nicht siegen oder Saarlouis in Nordhorn nicht verliert.

Fokus auf die eigene Leistung

Doch im Derby kann noch die Rettung geschafft werden. „Wir schauen nur auf uns und müssen unsere Hausaufgaben erledigen“, gibt Stock die Marschroute für den Showdown aus. „Wir müssen Ferndorf am besten mit einer hohen Differenz schlagen, vorher brauchen wir gar nicht auf Nordhorn gegen Saarlouis zu schauen“, mahnt Stock davor, dass man nicht zu sehr auf den zweiten Schritt schaut, sondern den Fokus auf die eigene Leistung legt.

Personelle Situation

Nicht mithelfen können bei dem letzten Auftritt in dieser Spielzeit die beiden Langzeitverletzten Sebastian Schneider und Marius Kraus. Und bei Marc Strohl müssen die Eintracht-Verantwortlichen schauen, ob die Schulterverletzung in den Griff zu kriegen ist.
„Es ist kein Spieler mehr ohne Verletzungen. Bei 43 Spielen auch kein Wunder; dieses Pensum ist der Wahnsinn, den man mal mitgemacht haben muss“, bewertet Stock die personelle Situation.

Keine Geschenke

Das Hinspiel zwischen dem TuS Ferndorf und Eintracht ging mit 32:31 für den TuS bereits sehr knapp aus. Die Gäste sind bereits gerettet und können befreit aufspielen. Nachlässigkeiten sind allerdings nicht zu erwarten, ein Lokalderby motiviert auch nach der langen und kräftezehrenden Saison die letzte Energie, so dass die Eintracht bei dem Kampf um den Ligaverbleib nicht auf eine leichte Aufgabe hoffen darf.
Nordhorn und Saarlouis trennten sich übrigens in der Hinserie 21:21 – ein Ergebnis, das den Volmestädtern nicht reichen würde.
Doch mit dem heimischen Publikum im Rücken kann der VfL Eintracht Hagen die Wende schaffen und am letzten Spieltag noch den Verbleib in der 2. Bundesliga sichern.