Als „Botschafterin“ zurück aus Asien

Fröhliches Kinderlachen empfing die GKS-Botschafter. Die Eltern der Kinder - arme Bauern aus der Umgebung - können weder das Geld für die Schuluniform, noch für Bücher und Schulmaterialien aufbringen. (Foto: GKS)

Hagen. (ME) Europäische Union, USA und natürlich auch die Bundesrepublik leisten Milliarden staatlicher Entwicklungshilfe aus Steuergeldern, die von Staat zu Staat wandern. „Leider gibt es durch diese Gelder nicht genügend Fortschritte, weil diese oft nur teilweise bei den Bedürftigen ankommen,“ wissen die Experten der Hasper Georg-Kraus-Stiftung (GKS). Gründe dafür seien unter anderem, dass jede staatliche Entwicklungshilfe stets an die unterschiedlichsten Bedingungen geknüpft sind. Deshalb sei die private Unterstützung lokaler Projekte um so notwendiger.

1996 wurde in Hagen die GKS aus der Taufe gehoben. Sie hat zwei Ziele: Erstens die Förderung von Seniorenprojekten in Deutschland und zweitens ein Engagement in der weltweiten Entwicklungshilfe. Die Stiftung fördert insbesondere kleinere Projekte in der Dritten Welt, die den Betroffenen direkt zu Gute kommen. Schwerpunktmäßig geht es um Kinder, Jugendliche und Frauen. Die lokale Förderung erfolgt in über einem Dutzend Ländern in Afrika, Asien und Südamerika. Nach dem Motto: „Wir brauchen Millionen kleiner Projekte vor Ort, die dafür sorgen, dass die Bevölkerung ihr tägliches Brot selbst verdienen kann und keine großen Fördermaßnahmen, die Millionen kosten“, unterstützen die Hagener seit mehr als zehn Jahren solche Klein-Projekte. Die Finanzierung erfolgt aus Eigenmitteln der Stiftung, aus Spenden und auch aus Großspenden einiger Firmen.

Botschafter

Darüber hinaus baut die GKS seit geraumer Zeit bundesweit regionale Botschafterkreise auf, die die Zielsetzung haben, im Rahmen der internationalen Entwicklungsarbeit unverfälschte Einblicke in die Südhälfte dieser Welt, wo Menschen in unvorstellbarer Armut leben, zu bekommen. Jeder, der sich für dieses große Thema interessiert, kann

Eine zwölfköpfige Gruppe von „Botschaftern“ der Georg-Kraus-Stiftung - darunter die Hagenerin Margit Fischer (links) - reiste unlängst nach Myanmar und Kambodscha, um sich vor Ort zu informieren über Einrichtungen, die von den Hagenern gefördert werden. (Foto: GKS)

als „Botschafter“ mitmachen. Es werden keine Beiträge erhoben, sondern es geht um das Ziel, die internationale Entwicklungszusammenarbeit in den eigenen Bekanntenkreis zu tragen und durch verschiedene Aktionen darauf aufmerksam zu machen.

Vor Ort

Eine zwölfköpfige Gruppe von „Botschaftern“ der Georg-Kraus-Stiftung – darunter die Hagenerin Margit Fischer, eine pensionierte Lehrerin – reiste unlängst nach Myanmar (Burma) und Kambodscha, um sich vor Ort zu informieren über Einrichtungen, die von der Stiftung gefördert werden. Die Leitung der Gruppe hatte Nwe Mar Röhder aus Gevelsberg, eine gebürtige Burmesin. Margit Fischer berichtet: „Unser erstes Ziel war eine Klosterschule in Sale im nördlichen Teil Myanmars. Fröhliches Kinderlachen empfing uns. Die Eltern der Kinder – arme Bauern aus der Umgebung – können weder das Geld für die Schuluniform, noch für Bücher und Schulmaterialien aufbringen. Vier Jahre gehen die Kinder hier zur Schule – mehr ist im Moment nicht möglich. Einige kleine Mönche vom angegliederten Kloster sitzen auch mit in den Klassen. Unser Gastgeschenk – eine riesige Tüte mit gespendeten Bunt- und Bleistiften – wurde freudestrahlend entgegengenommen. Doch am meisten Spaß hatten die Kinder beim Betrachten ihrer Portraits im Display meines Fotoapparates.“

Bescheiden

Ferner besuchte die Gruppe in Myanmar ein von der GKS gefördertes Landwirtschaftsprojekt. Nach Wiederaufforstung unfruchtbarer, steiler Berghänge und der Förderung einer verbesserten Landnutzung – die Bauern werden laufend geschult, unter anderem in der Anlage von Komposthaufen – haben die Bauern jetzt ein bescheidenes Auskommen.

Opfer häuslicher Gewalt

In Kambodscha liegt der Schwerpunkt der Hagener GKS-Stiftung auf der Mädchen- und Frauenförderung. (Foto: GKS)

In Kambodscha liegt der Schwerpunkt auf der Mädchen- und Frauenförderung. Mädchen und Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt, Vergewaltigung oder Opfer von Menschenhandel geworden sind, werden in sogenannten Sheltern – ähnlich unseren Frauenhäusern – medizinisch und psychologisch betreut, aber auch beruflich gefördert, so dass sie nach einer gewissen Zeit in ihr Dorf zurückkehren können und ihren Unterhalt durch zum Beispiel eine Schneiderwerkstatt, einen Kiosk oder eine Geflügelzucht verdienen können.

Margit Fischer: „Wir trafen beides: verängstigte Frauen im Camp und solche, die den Sprung in ein neues Leben geschaftt haben. Ein Schwerpunkt liegt natürlich auf der Bildung für Mädchen – die beste Vorbeurgung gegen Gewalt. Und mit welcher Begeisterung und Unbekümmertheit die 18-jährigen Mädchen den Laptop bearbeiten, den wir ihnen mitgebracht hatten – da wurde uns der Unterschied zu Myanmar klar. Kambodscha ist zweifellos auch ein armes Land, aber eine Frauenförderung wie hier, sie wäre in Myanmar bei der augenblicklichen politischen Lage leider nicht möglich.“

Anerkannt

Übrigens: Die Georg-Kraus-Stiftung ist im Stiftungsverzeichnis des Innenministeriums NRW unter der Ordnungsnummer 21.13.01.02-195 registriert. Die GKS ist natürlich als gemeinnützig anerkannt.