„Anbaggern“ am Hagener Hauptbahnhof

Hagen. (Red./AnS) Trotz der Verzögerungen rund ums „rosa Haus“ liegt der Weiterbau der Hagener Bahnhofshinterfahrung gut in der Zeit: Laut Plan beginnen im Mai die Arbeiten am Bauabschnitt Nummer zwei. Den Startschuss hat Oberbürgermeister Erik O. Schulz am Donnerstag, 30. April 2015, mit dem Bagger gegeben.

Der verzögerte Bau der Ennepebrücke an der Stelle des „Rosa Hauses“ hält den Fortschritt der Arbeiten keineswegs auf: Die Brücke, für die das Gebäude weichen muss, braucht nach dem neuen Planungsstand erst dann zu stehen, wenn auf der anderen Seite der Großbaustelle auch die Brücken über die Ennepe, Volme und die DB-Gleise entstanden sind.

Bereits jetzt schreibt das ehrgeizige Unterfangen, das der Feinstaubverringerung dient und das Verkehrschaos rund um das Nadelöhr Hauptbahnhof entzerren soll, Erfolgsgeschichte: Nach Abschluss der Bauarbeiten erobern sich die Wehringhauser Bürger gerade ihren verkehrsberuhigten, plötzlich wieder attraktiven Stadtbezirk neu. Die sogenannte Varta-Insel wird als begehrter Standort nicht nur für Gewerbeansiedlungen gehandelt, und hinter dem Bahnhof soll in den nächsten Jahren eine neue, urbane Mitte entstehen, die mit ihrer zentralen Lage am Wasser und schnellen Verkehrswegen vielversprechende Möglichkeiten eröffnet.

Bauabschnitt ausgeschrieben

Beim zweiten Bauabschnitt beträgt das Auftragsvolumen etwa zehn Millionen Euro. Zunächst konzentrieren sich die Arbeiten auf den Knotenpunkt hinter dem Hauptbahnhof, an dem dreidimensional alles zusammenläuft: Straßen, Gleise, Brücken und Versorgungsleitungen, die teils sogar unterhalb der Volme verlaufen – eine hoch komplexe Angelegenheit, wie sie nur wenige Unternehmen gestemmt bekommen.

Die Stützkonstruktionen für das Teilstück der neuen Trasse zwischen der geplanten Ennepebrücke und dem Knotenpunkt hinter dem Bahnhof werden gerade gesondert ausgeschrieben; es handelt sich hier um einen relativ geradlinig verlaufenden Abschnitt der Hinterfahrung auf der ehemaligen Gleistrasse entlang der Ennepe. Hier sieht der WBH auch für mittelständische Unternehmen gute Chancen, als Auftragnehmer zum Zuge zu kommen.

Gebäude abgebrochen

Das Gelände hinter dem Bahnhof ist vorbereitet: In mehreren Stufen wurden bis zum Ende des 1. Quartals 2015 die Gebäude abgebrochen und planiert. Die Schuttmassen hat man an Ort und Stelle eingelagert, man wird sie noch brauchen. Jetzt ist die Bodensanierung dran: Ähnlich wie in Bauabschnitt 1 gibt es kontaminierte Einzelbereiche, in denen die belasteten Bodenmassen vorsichtig aus dem Grundwasser geholt, durch sauberes Erdreich ersetzt und am Rand der Baugrube gelagert werden. Sie werden – eingekapselt und oberhalb des Grundwasserspiegels – später vor Ort unterhalb der Straße wieder verbaut.

Plessenstraße gesperrt

In dieser Woche beginnen nun die Arbeiten an Abschnitt 2 zunächst mit der Erschließung des Baufeldes. Die Baustellenzufahrt erfolgt von zwei Seiten: von Eckesey aus über die Sedanstraße und in der Verlängerung über eine bereits erstellte Baustraße zum Baufeld; die andere Zufahrt verläuft von der Eckeseyer Straße über die Brücke, die über die Gleise führt, in die Plessenstraße. Da sich schon aus Sicherheitsgründen im gesamten Baufeld weder Pkw noch Fußgänger aufhalten dürfen, wird die Plessenstraße ab der Brücke über die Ennepe gesperrt, ebenso wie die Bahnunterführung Werdetunnel. Das bedeutet, dass die Verbindung zwischen Kuhlerkamp und Eckesey über die Philippshöhe für den fließenden Verkehr nicht mehr nutzbar sein wird. Wer zur Sedanstraße möchte, muss die Eckeseyer Straße (B 54) bis in Höhe Bauhaus benutzen, um über die Grüntaler Straße hinter die Schienen zu gelangen.

Fußgänger können die Verbindung von der Plessenstraße über die Eisenbahn-Fußgängerbrücke zur Sedanstraße vorläufig weiter benutzen. Voraussichtlich im Herbst wird diese Brücke jedoch im Zuge der Bauarbeiten abgerissen. Dann muss auch der Fußgängerverkehr zur Sedanstraße über die Grüntaler Straße kommen.

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