Arznei nicht ins Klo! – Bitte im Müll entsorgen

Arzneimittel gehören nicht ins Abwasser! Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz (2.v.r.) stellte das gemeinsame Projekt zusammen mit Andrea Wittmers (WBH

Arzneimittel gehören nicht ins Abwasser! Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz (2.v.r.) stellte das gemeinsame Projekt zusammen mit Andrea Wittmers (WBH, rechts), Jacqueline Jagusch (HEB, 2.v.l.) und Roland Rüther (Mark-E, links) der Öffentlichkeit vor.

Hagen. (ME) Man glaubt es kaum, aber tatsächlich „landen“ jährlich Massen an Arzneimitteln im normalen Abwasser. Offenbar mit steigender Tendenz. Motto: Ab ins Klo – und das Problem ist „gelöst“. Genau hier liegt auch das Problem: Die Wirkstoffe lösen sich im Abwasser auf, werden in den Kläranlagen nicht genügend „aufgefangen“ und gelangen häufig genug als Spurenelement ins Grundwasser und somit auch in unsere Wasserwerke und schlussendlich in unsere Trinkgläser.

Einfache Entsorgung
Dabei wäre eine „ordentliche“ Entsorgung ganz einfach: Fast alle Medikamente können in den Restmüll geworfen werden. Diese Erkenntnis soll fortan stärker ins Bewusstesein der Hagener dringen.
Deshalb hat sich unlängst eine unternehmensübergreifende Kooperation gebildet: Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH), die Mark-E als örtlicher Wasserversorger und der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) informieren die Öffentlichkeit gemeinsam über die richtige Entsorgung von Arzneimitteln zum Schutz des Wassers. Auch das Gesundheitsamt der Stadt Hagen unterstützt die Aktion.
Die Schirmherrschaft für das Projekt hat Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz übernommen. „Das Projekt ist ein sehr gutes Beispiel für die enge Zusammenarbeit im ‚Konzern Stadt‘. Bei einem so wichtigen Thema wie dem Schutz unseres Wassers – Grundlage des Lebensmittels Nummer eins – sorgen alle Kooperationspartner gemeinsam dafür, dass die Hagener Bevölkerung möglichst breit informiert und sensibilisiert wird.“
Zu diesem Zweck haben WBH, Mark-E und HEB mehrere hundert Arztpraxen, Apotheken und Pflegeeinrichtungen angeschrieben.
Nicht ins Wasser!
Alle erhalten in den nächsten Tagen entsprechende Kontingente eines Info-Flyers, in dem der richtige Umgang mit Arzneimitteln ausführlich beschrieben wird. Darüber hinaus werden Poster zur Verfügung gestellt. „Der Wirtschaftsbetrieb Hagen möchte zumindest den Anteil der nicht umweltgerecht entsorgten Arzneimittel durch Aufklärung der Hagener Bürger so weit wie möglich verringern“, verdeutlicht WBH-Projektleiterin Andrea Wittmers.
Die wichtigste Grundregel lautet: Medikamente gehören nicht in die Toilette oder die Spüle, sondern in die Restmülltonne bzw. sollten am Umweltmobil des HEB oder in der Sondermüllsammelstelle der MVA Hagen abgegeben werden. „Unsere moderne Abfallbeseitigung ist auf den Schutz von Mensch, Tier und Umwelt ausgerichtet. Gerade schädliche Stoffe – und hier insbesondere Medikamente – werden sorgsam erfasst und einer sicheren Entsorgung zugeführt“, betont Jacqueline Jagusch vom HEB.
Hohe Qualität
„Trinkwasser ist ein hohes Schutzgut – daher ist es für die Mark-E von besonders hohem Interesse, eine Beeinträchtigung der Qualität des Rohwassers schon in ihrer Entstehung zu vermeiden. Mit der richtigen Arzneimittel-Entsorgung können die Bürgerinnen und Bürger ganz leicht dabei helfen, die ohnehin schon gute Trinkwasserqualität auch zukünftig sicherzustellen“, appelliert Roland Rüther, Leiter der Wassergewinnung bei der Mark-E, an das Verantwortungsbewusstsein der Hagener.
Weitere Infos gibt es auf den Internetseiten des WBH, des HEB sowie der Mark-E.