Auf den Spuren von Heimatforscher Claas

Hagen. (ME) Das Hagener Freilichtmuseum ist der Technik gewidmet und in seiner Form einzigartig in Deutschland. Als „Erfinder“ und wichtigster Ideen-Lieferant gilt der unweit der Johanniskirche im Jahr 1885 geborene Wilhelm Claas. Eine Einführung zu den Arbeiten und zur Bedeutung des Heimatforschers und Fotografen Wilhelm Claas durch Dr. Anke Hufschmidt vom Freilichtmuseum Hagen sowie Jens Bergmann und Ekkehard Müller-Kissing vom Hagener Heimatbund findet am Donnerstag, 10. September 2015, um 19 Uhr in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38, statt.

Danach beginnt am Freitag, 18. September 2015, um 17.30 Uhr – ebenfalls in der Villa Post – ein Kurs der Volkshochschule Hagen, bei dem sich die Teilnehmer mit ihrer Kamera auf die Spuren des Heimatforschers begeben.

In den Tälern von Ennepe, Volme und Lenne standen sie früher zuhauf - die Schmieden. Hier wurden Nägel, Ketten oder andere Eisenprodukte fabriziert. Der Verein „Wassereisenland“ versucht, dieses industriekulturelle Erbe in Südwestfalen zu bewahren. (Foto: Michael Eckhoff)
Wilhelm Claas lieferte eins die Idee, im Mäckingerbach ein „Freilichtmuseum Technischer Kulturdenkmäler“ zu schaffen. (Foto: Michael Eckhoff)

Fotos von Gebäuden

Der Heimatforscher Wilhelm Claas (1885-1966) hat in Hagen viele, oft historisch bedeutsame Gebäude fotografiert. Claas widmete sich Zeit seines Lebens technischen Kulturdenkmälern. Sein Ziel war es, Werkstätten und Betriebe, aber auch andere Gebäude, die er als gefährdet ansah, fotografisch festzuhalten und zu dokumentieren. In den 1920er Jahren nahm seine Anregung, ein Freilichtmuseum in Hagen zu schaffen, erstmals Fahrt auf. Doch es dauerte dann noch über drei Jahrzehnte, bis die Verwirklichung konkret wurde.

Doch was ist aus den Häusern geworden, die Claas in den 1920er und 1930er Jahren fotografiert hat? Dieser Frage geht der Kurs der VHS Hagen auf kreative Weise im September und Oktober nach. Die Kursteilnehmer fotografieren ausgewählte Gebäude und vergleichen diese mit den Claas‘schen Aufnahmen. Was hat sich verändert, was ist geblieben?

Die alten wie die neuen Fotografien sollen im nächsten Jahr im Hagener Freilichtmuseum im Vergleich gezeigt werden. Dort wird eine Ausstellung aus Anlass des 50. Todestages von Wilhelm Claas zu sehen sein.

Als Einführung stellt am 10. September die stellvertretende Museums-Leiterin Anke Hufschmidt den Forscher Wilhelm Claas und die Bedeutung seiner Dokumentation für das Freilichtmuseum vor. Jens Bergmann und Ekkehard Müller-Kissing erläutern, welche Erkenntnisse aus alten Fotografien für die Geschichte Hagens gewonnen werden können – und warum auch die Aufnahmen, die im Kurs entstehen, einmal wichtige Dokumente für die Stadtgeschichte sein könnten.

Fotografische Spurensuche

Der Kurs mit den Aufnahmen vor Ort findet vom 18. bis 20. September statt. Bevor die Spurensuche beginnt, erklären Elke Fischer und Dieter Faßdorf, wie möglichst eindrucksvolle Fotos gelingen. Sie besprechen anhand markanter Beispiele Bildaufbau, Motivauswahl und -ausschnitt, Standort, Perspektive, Farbe und Licht.

Am Samstag und Sonntag werden unter Anleitung der Dozenten die für den Wettbewerb ausgewählten sechs Fotoobjekte im Hagener Stadtgebiet fotografiert. Eine Aufgabe ist es, die Objekte aus der Claas‘schen Perspektive abzulichten. Anschließend ist Kreativität gefragt, denn es soll innovativ aus individuellen Blickwinkel fotografiert werden.

Die VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kurs-Nummer 5024 für den Einführungsvortrag bzw. unter der Nummer 5025 für den Kurs unter Tel. 02331/ 207-3622.