Die Ausbildungsmesse im Busdepot der VER ist jährlich rappelvoll. Auf 4.000 Quadratmetern treffen dort 150 Betriebe auf mehrere tausend Jugendlichen. (Foto: Jürgen Theobald / Ennepe-Ruhr-Kreis)

EN-Kreis/Hagen. Im Jahr 2017 haben wieder deutlich mehr Jugendliche eine Ausbildung begonnen als im Jahr zuvor. In Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis wurden insgesamt 3234 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 186 oder 6,1 Prozent mehr als 2016. In Nordrhein-Westfalen ist dies der zweithöchste Anstieg. Landesweit stiegen die Abschlüsse nur um 1,7 Prozent. NRW weist damit trotzdem den drittgrößten Anstieg aller Bundesländer auf. Bundesweit beträgt er nur 0,6 Prozent.

„Endlich konnte der seit sechs Jahren mit einer Ausnahme andauernde Abwärtstrend bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen unterbrochen werden. Im Bezirk Hagen ist es das beste Ergebnis seit 2013. Es ist eine sehr gute Entwicklung, die nicht nur auf die stabile Konjunkturlage und den anhaltend hohen Fachkräftebedarf zurückzuführen ist, sondern an der wir auch aktiv beteiligt gewesen sind. Die Betriebe konnten wir verstärkt von der Notwendigkeit der Ausbildung überzeugen. Und die geben zunehmend auch Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance, die auf den ersten Blick eher schwierig erscheinen. Die Ausbildungsbereitschaft der heimischen Unternehmen ist 2017 gewachsen“, so Marcus Weichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Außerdem haben unsere Beraterinnen und Berater die Jugendlichen an den Schulen frühzeitig angesprochen und ihre Bereitschaft für eine Ausbildung erhöht. Ausbildung ist die beste Investition in die Zukunft – für alle Seiten.“

In Industrie und Handel stieg die Zahl der Berufsstarts 2017 um 99 Verträge oder 5,0 Prozent auf jetzt 2091. Beim Handwerk waren es 723 und damit 24 oder 3,4 Prozent mehr als 2016. Den größten relativen Anstieg aber hatten die Ausbildungsverträge bei den freien Berufen. Hier gab es mit 282 genau 42 Verträge oder 17,5 Prozent mehr. Der öffentliche Dienst hatte bei insgesamt 60 Verträgen ein Plus von drei oder 5,3 Prozent.

Trotz der guten Entwicklung zeigen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt Diskrepanzen. Insbesondere fehlen attraktive Angebote im kaufmännischen Bereich und für Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen. Andererseits bestehen weiterhin Schwierigkeiten bei der Nachwuchskräftegewinnung in der Gastronomie, der Lagerwirtschaft, dem Verkauf und bei einzelnen Berufen im Handwerk – besonders bei Nahrungsmitteln.

„Für die Arbeitsagentur und ihre Partner im Ausbildungskonsens bleibt die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit auch 2018 eines der wichtigsten Ziele“, so Weichert weiter. „Dabei unterstützt die Agentur die Unternehmen und die Jugendlichen mit der Förderung von Einstiegsqualifizierungen, ausbildungsbegleitenden Hilfen und der assistierten Ausbildung (AsA).“