Besuch auf der Arche Noah

Gevelsberg/Hagen. (Red.) Gab es die Sintflut wirklich? Und wenn ja, gab es auch eine Arche Noah? Geht das überhaupt – passen alle Tierarten auf eine Arche, die so die Rettung der Arten und der Menschen vor gewaltigen Wassermassen ermöglicht hat?

Diesen und weiteren Fragen gingen vor wenigen Tagen 75 Menschen aus dem Raum Gevelsberg/Hagen nach, die nach Dordrecht in Holland reisten. Dort hat der Niederländer Johan Huibers gemeinsam mit sieben Mitstreitern die Arche Noah nachgebaut, so wie sie in der Bibel beschrieben ist. Es sind ausnahmslos Christen, die sich auf den Weg ins Nachbarland gemacht haben. Für sie und ihren Glauben ist es von großer Wichtigkeit, zu wissen, ob eine Arche Noah, wie sie in der Bibel beschrieben ist, funktioniert haben kann.

Länger als ein Fußballfeld

Nach mehr als drei Stunden Fahrt kommt sie dann ins Blickfeld, die nachgebaute Arche. In etwa jener Größe, wie sie in der Heiligen Schrift beschrieben ist: „300 mal 50 mal 30 Ellen“ groß. Das Schiff vor den staunenden Augen der deutschen Besucher misst 30 Meter Breite, 23 Meter Höhe und 135 Meter Länge, ist also länger als ein normales Fußballspielfeld.

Rainer Breddermann, Spediteur aus Hagen und Leiter der Reise, führt die Gruppe, darunter auch Wochenkurier-Kolumnist Detlef Kranzmann, in den Bauch des stolzen Schiffes. Riesig mutet das Innere an – doch reicht dieser Platz? Bibelforscher behaupten: Ja! Und auch Johan Huibers, der Erbauer der Arche, referiert im großen Saal mit Hilfe von Übersetzerin Miranda Verheij unter Deck darüber, wie nach seiner Überzeugung die Rettung von Mensch und Tierarten ablief.

Nach den biblischen Vorgaben, wonach von jeder „reinen“ Art sieben Paare und von jeder „unreinen“ Art ein Pärchen mitgenommen werden mussten, sowie nach weiteren Auslegungen des Bibeltextes hätten es etwa 16.000 Tiere von der durchschnittlichen Größe einer kleinen Ratte sein müssen, die Noah mit an Bord nahm.

Auf der holländischen Arche Noah gibt es auch eine Vielzahl von lebenden Tieren zu bewundern. (Wk-Foto: privat)
Auf der holländischen Arche Noah gibt es auch eine Vielzahl von lebenden Tieren zu bewundern. (Wk-Foto: privat)

Genügend Platz für Noahs Familie

Bei einer Käfiggröße von 50 mal 50 mal 30 Zentimetern wäre dies in der Tat kein Problem gewesen. Etwa 14,4 unterzubringende Viehwaggons muss man nach dieser Rechnung veranschlagen. Die „Ark van Noah“ hat diesen Platz. Futter und Wasser hätten zusätzlich 15 Prozent beziehungsweise zehn Prozent des Fassungsvermögen ausgefüllt. Es wäre noch reichlich Platz für Noah und seine Familie sowie für den Auslauf der Tiere verblieben.

Der Rundgang durch die „Ark van Noach“ veranschaulicht, wie das Leben an Bord ausgesehen haben könnte. Viele Käfige aus Holz stehen da, und es gibt auch zahlreiche Freigehege, Futterkisten und vieles mehr, was für die Logistik eines solch gigantischen Projektes nötig ist. An alles hat man gedacht – etwa auch daran, dass Tiere keine Treppen steigen können. So gibt es stattdessen Rampen, mit denen die Tiere auf die verschiedenen Etagen des Schiffes kommen können.

Ob man daran glaubt, ist eine andere Frage. Zumal die bibeltreuen Christen der Überzeugung sind, dass die Erde nur einige tausend Jahre alt ist, und nicht Millionen von Jahren, wie es nach gängiger Wissenschaft gelehrt wird. Der Mitreisende Björn Zagray, Diplom-Ingenieur aus Hagen, ist vom Wortlaut der Bibel überzeugt. „Die Evolutionslehre ist nicht stimmig, viele Prophezeiungen der Bibel haben sich erfüllt“, so der 51-Jährige.

Den mitreisenden Kinder ist die Frage, ob die Zeitrechnung der Bibel stimmt, ohnehin nicht so wichtig. Im Religionsunterricht, das wissen sie, lernen sie etwas anderes. Den Ausflug zur Arche finden sie toll. „Wir dürfen hier herumlaufen und alles entdecken. Es gibt sogar ein Kino, wo man sich einen Film anschauen kann“, sagt die neunjährige Johanna. Und ihre Freundin Kikie (elf Jahre) freut sich: „Man kann hier verschiedene Stempel sammeln, und dafür bekommt man am Ausgang eine Arche Noah zum selber Bauen.“

Natürlich deutlich kleiner als die, die Johan Huibers vor drei Jahren fertig gestellt hat, nachdem er nachts im Traum eine Vision von diesem Projekt hatte. Und ganz gleich, woran man auch glaubt: Von dem riesigen Schiff, welches das „Projekt Arche“ erlebbar und nachvollziehbar macht, sind alle Besucher in hohem Maße beeindruckt.