Carla schwer verletzt

Sind noch immer geschockt von dem Übergriff auf ihre Hunde, bei dem die Griffon-Hündin schwerst verletzt wurde (v.l.): Andreas Binder mit Rehpinscher „Bell“ und Berthold Schäfers mit Griffon „Carla“. (Foto: Anna Linne)

Dahl. (anna) Der Schreck sitzt allen Beteiligten tief in den Knochen. Noch immer ist keine Ruhe eingekehrt, die Atmosphäre in der Familie ist bedrückt. Unter dem Tisch liegt Griffon-Hündin „Carla“, die ihre Wunden leckt und auf Besserung hofft.

Es war am Donnerstag, 21. April 2011, gegen 19 Uhr, als Berthold Schäfers mit seinen beiden zwölf- und neunjährigen Töchtern und seiner achtjährigen Griffon-Hündin „Carla“ die Straße In der Asmecke in Dahl herunter spaziert, um an die Volme zu gelangen. Mit dabei: sein Nachbar Andreas Binder und dessen Rehpinscherhündin „Bell“. Kurz vor der scharfen Kurve kommt Schäfers Tochter auf ihrem Waveboard ins Schwanken. „Ich fange sie auf und merke nicht, dass mein Hund währenddessen schon allein um die Ecke gebogen ist.“ Genau wie Rehpinscher „Bell“, der fröhlich hinter „Carla“ hertrottet.

Plötzlich

Dann plötzlich ein schreckliches Geheule und Geknurre. Hündin Carla war in die zwei belgischen Schäferhunde (Malinois) des Nachbarn Bruno B. (Name geändert), Betreiber einer Hundeschule samt -pension, hineingelaufen. Geführt von der Ehefrau des Hundepensionsinhabers, vermag diese die großen, kräftigen Hunde offenkundig nicht zurück zu halten, so dass die sich über „Carla“ und „Bell“ hermachen konnten. Obwohl Schäfers Hund sofort mit der Demutsgeste reagiert und sich auf den Rücken gelegt habe, seien die Malinois über ihn hergefallen. Der Rehpinscher, der nur am Hinterteil gebissen wurde, konnte sich befreien und fliehen, während „Carla“ die Kiefer der aggressiven Tiere am Hinterteil und an der Kehle zu spüren bekam.

„Die Tiere haben sich regelrecht in meinen Hund verbissen“, schildert Schäfers das schreckliche Geschehen. „Mit aller Kraft habe ich versucht, die Kiefer der Malinois auseinander zu reißen, doch die saßen so fest, dass ich nichts ausrichten konnte“, beschreibt Berthold Schäfers die Schock-Sekunden, in denen seine Töchter und viele herbeigelaufene Zeugen nur noch laut um Hilfe schrieen. „Als ich es dann irgendwann geschafft habe, mein Tier zu befreien, sah ich sofort seine blutenden, klaffenden, kreisrunden Wunden. Ein dickes, rundes Stück Fell mit ordentlich Fleisch dran habe ich von der Straße gekratzt, weil ich glaubte, dass man es bei der Operation noch gebrauchen könnte.“

Brutal

Schäfers wollte gerade seinen Hund nach Hause tragen, um mit ihm zum Tierarzt zu fahren, als auch der Malinois-Besitzer zum Unglücksort geeilt und Berthold Schäfers Schläge angedroht habe. „Noch ehe ich mich versah, hatte ich seine Faust im Gesicht. Ich schlug nach hinten auf den Asphalt und verlor einen Moment das Bewusstein“, erinnert sich Berthold Schäfer, der ebenfalls ein Krankenhaus aufsuchen musste. „Auch meiner zwölfjährigen Tochter drohte Bruno B. Schläge an“, erinnert sich Schäfers, dem der Schock noch in den Gliedern sitzt.

In seiner Not ruft Schäfers die Polizei und schleppt sich und den schwerst verletzen Hund den Berg hoch nach Hause. Zwei Beamte erscheinen auch sofort und nehmen eine Strafanzeige wegen Körperverletzung auf.

Angst

Mit den schweren Verletzungen seines Griffons „Carla“ muss Berthold Schäfers jeden Tag zum Tierarzt, der den Hund aufwändig operieren musste. Jetzt müssen die Wunden täglich gespült werden. (Foto: Anna Linne)

Während Berthold Schäfers im Krankhaus behandelt wird, liegt Hündin „Carla“ auf dem Operationstisch und wird aufwändig wieder zusammen geflickt. „So eine schwere Bissverletzung hatte selbst die Tierärztin noch nicht gesehen“, berichtet Schäfers, der vorerst krank geschrieben ist.

Längst gehe die Angst vor diesen Hunden im Dorf herum, erzählen Nachbarn, denn bereits vor Jahren sollen die Tiere einen Dackel zerfleischt haben „Auch die Kinder haben Angst vor dem Hundebesitzer, weil der sie mit seinen Hunden bedroht.“

Das mittlerweile benachrichtigte Ordnungsamt sprach bis zur Klärung des Falles erst einmal eine Maulkorbpflicht für die angriffslustigen Malinois aus. Am Montag soll bei einem Gespräch mit der Behörde und diversen Beteiligten der Hergang näher beleuchtet werden.

Hundetrainer B. sieht die Ursache der schweren Verletzungen von „Carla“ eher im falschen Verhalten ihres Besitzers. „Wenn der nicht so an meinen Hunden herumgezerrt hätte, wären die Wunden auch nicht so schlimm geworden“, ist er überzeugt. Weiterhin kritisiert er, dass der Hund von Schäfers ohne Leine unterwegs gewesen sei, als es zu der Attacke kam. Ein Wort des Bedauerns kam B. jedenfalls nicht über die Lippen.

Nun würde Berthold Schäfers noch gerne wissen, wer für die (Tier-)Arztkosten aufkommt…