Das war Hagens Woche

Hagen. (san) Problemlos und unfallfrei ging es auch in dieser Woche leider wieder nicht zu. Abermals waren – wie in der vergangenen Woche –  dicke Brummis“ beteiligt. Für zahlreiche Schüler gab es Anregungen zum zukünftige Berufsleben und für die muslimischen Mitbürger stand das größte religiöse Fest an. Nur wenig Grund zum Feiern hat OB Schulz – im städtischen Haushalt fehlen schon wieder ein paar Millionen Euro.

Berufsaussichten

Zum 21. Mal boten die Hagener Berufsschulkollegs den Berufsschultag an, diesmal an der Kaufmannsschule I – mal wieder überaus erfolgreich. An die 3000 Schülerinnen und Schüler informierten sich über mehr als 100 Berufe aus erster Hand.

Zusammenprall

Ein schwerer Unfall, der für Verkehrsbehinderungen sorgte: Am Donnerstagmittag prallten ein LKW und ein größerer 7,5-Tonner im Einmündungsbereich von Ruhrtalstraße und Villigster Straße frontal aufeinander. Der Fahrer des kleineren LKWs wurde eingeklemmt in dem eingedrückten Führerhaus. Erst eine Stunde später konnte ein Rettungswagen den schwerstverletzten 49-Jährigen in ein Dortmunder Krankenhaus bringen. Der 39-jährige Unfallgegner blieb unverletzt. Die beiden beteiligten Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Nach ersten Schätzungen beläuft sich die Schadenshöhe auf etwa 100.000 Euro. Jeweils an den beiden Einmündungen der Westhofener Straße und der Autobahnanschlussstelle A45 Schwerte/Ergste sperrten Polizeibeamte die Zufahrten. Diese Sperrung dauerte bis in den Nachmittag hinein an.

Opferfest

Die wichtigsten religiösen Feiertage für Muslime fallen in diese Woche: das viertägige Opferfest (Eid al-Adha). Hierbei erinnern die Gläubigen an die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn zu opfern, um Gott seinen Glauben zu beweisen.

Anlässlich des Festes, das auch viele Hagener Mitbürger und die islamischen Gemeinden in der Stadt feiern, erklärte die Hagener Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag Cemile Giousouf: „Ich wünsche all jenen, die das Opferfest begehen, ein gesegnetes Fest im Kreise der Familie und Freunde sowie den muslimischen Gemeinden in Deutschland. Das Opferfest ist traditionell das Fest der Solidarität und des Teilens. Muslime spenden für bedürftige Menschen und teilen das Festmahl zum Opferfest. In diesem Jahr sind Hunderttausende zu uns nach Deutschland gekommen, um vor Elend, Terror und Krieg zu fliehen und ihr Leben zu retten. Wir denken in diesen Tagen besonders an jene Menschen aus Syrien und dem Irak, die nicht mit ihren Angehörigen das Opferfest begehen können, weil sie der Krieg getrennt hat.“

Verschiedene muslimische Vereine und Privatpersonen nahmen das Fest auch zum Anlass, um ganz konkrete Spendenprojekte für die Flüchtlinge in Hagen durchzuführen.

Sorgen und Zuversicht

Am Ende des Jahres rechnet OB Schulz mit dem nächsten großen Loch im Etat - zum Beispiel wegen der Negativ-Entwicklung bei der Enervie.(Foto: Wk-Archiv)
Am Ende des Jahres rechnet OB Schulz mit dem nächsten großen Loch im Etat – zum Beispiel wegen der Negativ-Entwicklung bei der Enervie.(Foto: Wk-Archiv)

Oberbürgermeister Erik O. Schulz tut derweil alles dafür, allen Menschen in Hagen gute Lebensverhältnisse zu garantieren. Die Flüchtlinge sollen vernünftig untergebracht werden, Zeltstädte möchte Schulz unbedingt verhindern. Zukünftige Prognosen sind erfahrungsgemäß sehr unzuverlässig, deshalb steht noch in den Sternen, wie genau dieses Vorhaben umgesetzt werden kann. Schulz ist jedoch zuversichtlich, dass – wie schon in der Vergangenheit – gute Lösungen gefunden werden können. Zur optimalen Bewältigung der Aufgaben möchte er im Rathaus einen Flüchtlingsbeauftragten installieren.

Dringend nötig ist außerdem eine bessere finanzielle Unterstützung durch das Land. Deshalb hat Schulz gemeinsam mit anderen Bürgermeistern erneut einen Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gerichtet. Zentrale Forderung ist die vollständige Kostenübernahme, die durch Flüchtlingsaufgaben entstehen. Andernfalls droht angesichts der ohnehin schwierigen Haushaltslage in Hagen ein Riesen-Problem. Nach aktuellen Berechnungen könnten aufgrund verschiedener Entwicklungen am Ende des Jahres über 25 Millionen Euro im Haushalt fehlen – und Schulz hat noch keine Idee, wie hier ein Ausgleich vorgenommen werden kann. Eins ist aber klar:  Wenn eventuelle Leistungskürzungen oder Steuererhöhungen von der Bevölkerung in Zusammenhang mit den Flüchtlingen gesetzt werden, könnte das der Willkommenskultur erheblich schaden.