Denkmalschutz für Brandt-Brücke rasch kippen

Haspe. (ME) Zur letzten Sitzung vor der Sommerpause kamen die Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) Haspe unter Leitung von Bürgermeister Dietmar Thieser (SPD) am Donnerstag, 21. Juni 2012, in der Mensa des Christian-Rohlfs-Gymnasiums zusammen. Zunächst musste ein neuer 2. stellvertretender Bezirksbürgermeister gewählt werden (anstelle der zurück getretenen Barbara Klinkert): Von den 13 gültigen Stimmen entfielen 12 Stimmen auf Udo Röhrig (SPD); es lag lediglich eine Stimmenthaltung vor. Damit ist Udo Röhrig ab dem 1. September 2012 zum 2. stellvertretenden Bezirksbürgermeister gewählt.

Brandt-Nutzung

Beim eigentlichen Einstieg in die Tagesordnung stand zunächst ein Vorschlag der SPD-Fraktion auf dem Programm – abermals ging es um das Brandt-Gelände. Stadtbaurat Thomas Grothe erklärte, dass es mittlerweile weitere Gespräche mit dem Investor, Herms, gegeben habe, der auf der Brache Einzelhandel ansiedeln will. Zwischenzeitlich habe man den Gutachter für das Einzelhandelsgutachten gewechselt. Dieses beinhalte auch den Bereich für das Brandt-Gelände. Gleichzeitig sei diese Konzeption Grundlage für die Rahmenplanung. Man dürfe nicht vergessen, dass das Warenangebot eine gewisse Konkurrenz im Sortiment zur Hasper City und zur Innenstadt enthalten könnte. Er hoffe, Ende August mehr sagen zu können.

Auf Nachfragen von Heike Bremser (CDU) und Günther Stricker (SPD) erklärte Grothe, dass man hinsichtlich des Zeitplans etwas im Rückstand sei. Grundsätzlich sei der Investor aber in der Lage, bereits jetzt Abbruchanträge zu stellen. Wahrscheinlich werde er dies aber nicht machen, bevor nicht die Gesamtplanung genehmigt sei. Auch ein Verkehrsgutachten sei erst dann möglich, wenn die Sortimentsplanung stehe. Von der Sortimentsplanung sei dann wieder der Verkehr abhängig. Die Bezirksvertretung Haspe nahm den Zwischenbericht der Verwaltung einstimmig zur Kenntnis.

Im Anschluss erläuterte Grothe, dass einzelne Gebäude des Brandt-Geländes im Sinne des Denkmalschutzes einen hohen Wert aufweisen. Deshalb müsse der Investor gut überlegen, welche zukünftigen Nutzungen er dort unterbringen wolle. Auf Nachfragen der Herren Stricker, Thieser und Gerhard Romberg (CDU) antwortete Grothe, dass entscheidend sei, was der Investor wolle. Man könne nicht einfach entscheiden, dass zum Beispiel die Brücken nicht dazu gehören sollten. Die untere Denkmalbehörde sei hier nicht die treibende Kraft, sondern die obere Denkmalbehörde (Düsseldorf) verlange die Vorlage einer Konzeption. Doch diese Aussage hinderte die BV schlussendlich nicht daran, die Verwaltung prüfen zu lassen, unter welchen Voraussetzungen der Denkmalschutz für die beiden berühmten Brücken über die B 7 und die architektonisch hochwertigen Fassaden entlang der Enneper Straße aufgehoben werden kann.

Bahnhof Haspe

Das Thema „Neuordnung der Fläche am Alten Bahnhof Haspe“ erbrachte die Erkenntnis, dass das Grundstück zum Bundeseisenbahnvermögen gehört. Für die Erschließungsplanung sei ein Altlastengutachten und eine Erschließungsvereinbarung erforderlich. Deshalb habe es kürzlich ein Gespräch mit einem eventuellen Investor gegeben, der über diese Lage ausführlich informiert worden sei.

Während hier also noch Geduld vonnöten ist, sieht es beim „Servicegebäude auf der Sportanlage Freiheitsplatz“ deutlich positiver aus. Die Stadtverwaltung stellte ihre Planung vor und wurde beauftragt, die GWH mit der weiteren Umsetzung der Baumaßnahme zu beauftragen.

Lerchenfeld

Beim Tagesordnungspunkt „Erneuerung der Straßen und Straßenentwässerung Lerchenfeld und Brusebrinkstraße“ kam es zu einer lebhaften Diskussion zwischen Barbara Klinkert (SPD), Heike Bremser (CDU), Erika Enders (CDU) sowie Dietmar Thieser (SPD) und Roland Kirchhoff (Bauverwaltungsamt). Hierbei ging es insbesondere darum, ob der Bereich der Brusebrinkstraße zwischen Lerchenfeld und Büddingstraße tatsächlich erneuerungsbedürftig ist. Dies gilt sowohl für den Kanalbau als auch für die Straßenoberfläche. Hier sollte die Verwaltung eingehend prüfen, ob nicht auch dieser Teil der Brusebrinkstraße in offener Bauweise hergestellt werden und die gesamte Maßnahme in einem Zug zur Abrechnung gelangen kann.

Letztendlich vertagte die BV die Entscheidung zu diesem Tagesordnungspunkt. Die Verwaltung wurde zunächst gebeten zu prüfen, wie der bautechnische Zustand der Brusebrinkstraße zwischen den Straßen Lerchenfeld und Büddingstraße überhaupt ist. Die Bezirksvertretung Haspe erwartet das Ergebnis bis zu ihrer nächsten Sitzung am 30. August.