Der neue Iämpeströter ist im Amt

Haspe. (ME) Es gibt Wochenenden in Hagen, an denen ist besonders viel los. Das kommende gehört dazu. Ob in Boelerheide (Heidefreunde-Sommerfest) oder in Hohenlimburg (Lenneparkfest), ob beim „Vielfalt-Festival“ am Allerwelthaus oder bei den Wolkenschiebern in Haspe… – überall stehen uns große Festivitäten ins Haus.

Michael Kröner ist Haspes neuer Iämpeströter. Als Paginnen konnte „Seine Kleine Wenigkeit 2013“ die guten Freundinnen Andrea Arnold und Sonja Wolter gewinnen. (Foto: Michael Eckhoff)
Michael Kröner ist Haspes neuer Iämpeströter. Als Paginnen konnte „Seine Kleine Wenigkeit 2013“ die guten Freundinnen Andrea Arnold und Sonja Wolter gewinnen. (Foto: Michael Eckhoff)

Im Westen unserer Stadt – genauer: am Markanaplatz mitten in Haspe – geben sich am Freitag ab 17 Uhr und am Samstag ab 15 Uhr die Wolkenschieber ihr alljährliches Stelldichein. Der Job der altehrwürdigen Herren um Ehren-Wolkenschieber-Obermeister Heinz Lersch ist im ganzen Land wohlbekannt: Ihnen obliegt es, am Tag des Hasper Kirmeszugs (heuer am 15. Juni) für gutes Wetter zu sorgen. Mit viel Witz und „Würze“ haben sie ihre Arbeit in der Vergangenheit meist hervorragend verrichtet. So wie 2012: Pünktlich zum Start des Kirmeszugs schloss Petrus die Regenschleusen. Und als der Lindwurm – angeführt vom seinerzeitigen Iämpeströter Frank Hesselmeyer – sein Ziel erreicht hatte, drehte Petrus sie wieder auf.

In diesem Jahr führt Michael Kröner das Hasper Ulk-Volk an. „Seine kleine Wenigkeit“ wurde am vergangenen Samstag beim Kirmeskommers des Hasper Heimat- und Brauchtum-Vereins (HHBV) in der Hasper Rundturnhalle (Ufo) an der Kölner Straße inthronisiert. Mit einem dreifachen „HH-BV“ übernahm er das Zepter – genauer: Lederkappe, -schürze und blaues Gewand – von Hesselmeyer, dem der Abschied vom Iämpeströter-Amt sichtlich schwer fiel.

Geboren mitten hinein in die 5. Hasper Jahreszeit – genauer: am 19. Juni 1968 – als Spross einer alten Hasper Familie hat der (noch) 44-jährige Speditions-Kraftfahrer bereits früh Kirmes-Luft geschnuppert, als er mit dem Papa den HSV-Bierstand auf der Kirmes auf- und abgebaut hat. Für den Hasper SV ist er schon als Mini-Kicker im Kirmesfestzug mitgefahren, dann trat Michael Kröner für die SF Geweke vor die Lederkugel, heute bei den Alten Herren der Fortuna gemächlich in der Hallenrunde. Groß geworden ist er in der Geweke, die Schulbank drückte er am Heubing.

Herz für Schalke

Als Kraftfahrer kommt der dreifache Vater zwar viel herum in der Region, aber eigentlich ist Michael Kröner ein überaus bodenständiger Mann, der – abgesehen von Ehefrau Anna – hauptsächlich eine einzige Leidenschaft pflegt: Fußball. Sein Herz schlägt für Schalke 04 – „mit allem Drum und Dran“, wie er gesteht, sprich: „Mit Dauerkarte, Fahrten zu etlichen Auswärtsspielen und einem ’Schalke-Bild’ im Wohnzimmer.“

Jetzt kommt als zweites „Hobby-Standbein“ die Kirmes hinzu. Eine aufregende Zeit steht Kröner bevor. Ehefrau Anna zieht mit, Söhnchen Felix (3) freut sich schon, wenn Papa Blaukittel, Schürze und Lederkappe anzieht. Als Paginnen konnte „Seine Kleine Wenigkeit 2013“ die guten Freundinnen Andrea Arnold und Sonja Wolter gewinnen. „Die werden schon auf mich aufpassen!“, hofft er. Im Zug soll diesmal übrigens ein zweiter „Kröner-Wagen“ mitfahren – „mein Fan-Wagen!“

Mit dem Ulk-Orden wurde beim Kommers in diesem Jahr Karin Thoma-Zimmermann geehrt. Schon seit „Ewigkeiten“ kümmert sich die vom Kursbrink stammende Lehrerin alljährlich beim Kirmeszug und auch bei anderen offiziellen Anlässen um die Hasper Esel. (Foto: Michael Eckhoff)
Mit dem Ulk-Orden wurde beim Kommers in diesem Jahr Karin Thoma-Zimmermann geehrt. Schon seit „Ewigkeiten“ kümmert sich die vom Kursbrink stammende Lehrerin alljährlich beim Kirmeszug und auch bei anderen offiziellen Anlässen um die Hasper Esel. (Foto: Michael Eckhoff)

Ulk-Orden an Karin Zimmermann

Mit dem Ulk-Orden wurde beim Kommers in diesem Jahr Karin Thoma-Zimmermann geehrt. Schon seit „Ewigkeiten“ kümmert sich die Lehrerin alljährlich beim Kirmeszug und auch bei anderen offiziellen Anlässen um die Hasper Esel. Und weil Karin Thoma-Zimmermann, die Kirmes-Enthusiastin vom Kursbrink und einstige Assistentin des legendären Eselführers Fritz Weber, die alte Tradition dermaßen hoch hält, hat sie es schon längst verdient, in den „Hasper ULK-Olymp“ aufgenommen zu werden.

Beim Kommers am Samstag ließen es sich Eselführerin Karin Thoma-Zimmermann und „Kollegin“ Annette Roth-Poser nicht nehmen, in einem amüsanten Sketch die Verfehlungen der Herren Dietmar Thieser, Ulli Schnell und Kirmesbauer Udo Röhrig zu „brandmarken“. Sie alle Drei besäßen nicht das richtige Gespür für die Hasper Kirmesesel. Ein Beispiel: 2010, im Jahr ihres 25-jährigen Kirmeseseljubiläums, erlebte die übrigens erst vor wenigen Monaten verstorbene Kirmeseselin Frizzi den größten Affront ihrer Amtszeit. Gemeinsam mit ihren Eselfreundinnen und Nachfolgerinnen Erna und Emma führte sie mal wieder den Zug an. Traditionell vor dem Wagen des HHBV-Präsidenten Thieser laufend, zeigte dieser plötzlich auf Frizzi und fragte mit vollem Ernst: „Ist das Erna?“ – Ungeheuerlich!