Die Container sind voll!

Es hakt scheinbar derzeit mit der Leerung – die Papier- und Glascontainer sind im gesamten Stadtgebiet auffällig voll. Grund dafür ist die Grippewelle, die für einen Personalengpass beim HUI sorgt. (Foto: Bärbel Taubitz)

Hagen. (tau) Es quillt aus allen Löchern und Klappen, und viele Bürger sind sauer: Die Altpapier- und -glascontainer im Hagener Stadtgebiet sind voll. Und werden immer voller. Die sonst prima funktionierende, regelmäßige Leerung läuft seit einer Weile nur noch sehr schleppend. Und das lockt bekanntermaßen schnell auch Umwelt-Ferkel herbei, die sich nicht um die überlaufenden Behälter scheren, sondern ihr mitgebrachtes Recyclegut neben die Container werfen. Mitunter wird der Restmüll – der dort nun gar nichts zu suchen hat – praktischerweise gleich noch mit abgestellt.

Was ist los beim Hagener Entsorgungsbetrieb? Werden die Container aufgrund von Etat-Kürzungen neuerdings nur noch seltener geleert? Ist die Abfuhr gar an eine andere Firma übertragen worden, die es nicht „auf die Reihe“ bekommt? Mehrere Gerüchte kursieren unter den Bürgern.

Zehn Mitarbeiter krank

Nichts von all’ dem stimmt, wie HEB-Pressesprecherin Jacqueline Jagusch aufklärt: „Wir haben das Problem im Blick und können den Unmut der Bürger verstehen. Die Antwort ist ganz einfach: Die Hälfte unserer Mannschaft ist der aktuell grassierenden Grippewelle zum Opfer gefallen, zehn Mitarbeiter aus dem Entsorgungsbereich sind krank. Genauer gesagt beim Schwesterunternehmen HUI (Hagener Umweltservice- und Investitionsgesellschaft mbH), das mit der Leerung der Container beauftragt ist. Die andere Hälfte der Belegschaft arbeitet mit Feuereifer daran, das anfallende Pensum zu erledigen!“

Wenn die Altglascontainer voll sind, stellen viele Bürger ihre leeren Flaschen einfach auf die Behälter. Kein schöner Anblick und ein erhöhter Zeitaufwand für die Entsorger, der zu Lasten anderer Standorte geht. (Foto: Bärbel Taubitz)

Keine Flaschen auf oder vor die Container!

Und das ginge vielleicht noch ein bisschen schneller, wenn den Fahrern – abgesehen von ihrer personellen Dünnbesetzung – die Arbeit nicht zusätzlich erschwert würde. Und zwar durch ignorante Zeitgenossen, die ihre leeren Flaschen – weil sie ja nicht mehr in die Container passen – auf oder vor den Behältern abstellen. Und ihre Papierstapel auf den Boden werfen. Frei nach dem Motto: „Nach mir die Sintflut.“ Da muss sich niemand wundern, dass die Abfuhr ins Trudeln gerät. Denn, wie Jacqueline Jagusch erklärt: „Dies beschert unseren Leuten einen Zeitverlust. Sie müssen jedes Mal von ihrem Wagen runter, die Flaschen oder das Papier einzeln einsammeln und können nicht einfach per Kran die Container hochwuchten.“

Müssen sie das an einem Platz machen, gerät der nächste schon ins zeitliche Hintertreffen und wird verspätet angefahren. Bei insgesamt 280 Altglas- und Papiercontainern an 80 Standorten im Stadtgebiet macht sich dies auf Dauer natürlich bemerkbar.

Straßenreinigung im Einsatz

Die Leerungen erfolgen übrigens nicht alle im gleichen Turnus, sondern je nach Frequentierung der Standorte, manchmal sogar dreimal wöchentlich. Am Eilper Denkmal und am Friedensplatz in Altenhagen ist darüber hinaus die Straßenreinigung täglich im Einsatz. Sie arbeitet derzeit außerdem verstärkt an den überfüllten Containerplätzen, um die zusätzliche Vermüllung möglichst gering zu halten.

Kartons nicht in Schlitze pressen

Nicht nur bei der aktuellen „Überfüllung“, sondern generell können es sich umweltbewusste Hagener übrigens ganz einfach machen: „Sowohl auf dem HEB-Betriebshof in der Fuhrparkstraße als auch an der Müllverbrennungsanlage, Am Pfannenofen 39, gibt es ganzjährig die Möglichkeit, Altpapier und Altglas kostenlos abzugeben. Und das sogar mit einem großem Vorteil: Sperrige Leerkartons müssen nicht plattgetrampelt oder -gefaltet werden, um sie mit aller Gewalt durch die schmalen Einwurfschlitze der normalen Container zu quetschen, sondern können bequem in die großen Pressen geworfen werden!“ erläutert Jacqueline Jagusch.

Vielleicht war vielen Hagenern diese Möglichkeit bislang ja gar nicht bekannt…