Die erste Ferienwoche in Hagen: Flüchtlinge und Franzosen sportlich unterwegs

[1/2] Sie haben keine ruhige Kugel geschoben. Henrik Hitzemann (r.) vom Werkhof Hagen hatte die Teilnehmer eines Werkhof-Integrations- und „KompAS“-Kurses in den Ferien zum Boule-Spielen eingeladen. Auf der Anlage von Petanquesport Hagen wurden neue Konta

[1/2] Sie haben keine ruhige Kugel geschoben. Henrik Hitzemann (r.) vom Werkhof Hagen hatte die Teilnehmer eines Werkhof-Integrations- und „KompAS“-Kurses in den Ferien zum Boule-Spielen eingeladen. Auf der Anlage von Petanquesport Hagen wurden neue Konta

Hagen. (as/Red.) Auch die zweite Osterferienwoche machte sich in der Volmestadt bemerkbar – durch den eher moderaten Berufsverkehr und typische Freizeitaktivitäten mit internationalen Gästen.

Lernen beim Boule-Spiel
Eigentlich drücken sie die Schulbank. Sie büffeln die deutsche Sprache. Lernen, sich in Deutschland zurecht zu finden. Sie stammen aus Syrien. Vor Terror, Willkür und unfassbarem Leid sind die Männer nach Deutschland geflüchtet. Beim Werkhof in Hagen nehmen sie teil an einem Integrationskurs. Doch nun sind Ferien.
Für die freie Zeit hat Henrik Hitzemann, einer der Projektverantwortlichen vom Werkhof Hagen, ein Integrationsprogramm der etwas anderen Art zusammengestellt. Am Donnerstag, 20. April, beispielsweise ging es auf die Sportanlage „Im alten Holz“. Gemeinsam mit den Aktiven von Petanquesport Hagen schoben sie alles andere als eine ruhige Kugel. Es wurde gelacht und gejubelt – und so mancher Kontakt geknüpft.
An den Tagen zuvor lernten die Männer zwischen 20 und 40 Jahren viele Facetten ihrer neuen Heimatstadt kennen. Gemeinsam mit Henrik Hitzemann besuchten sie das Osthaus-Museum und haben sich in der Ausstellung „#participate“ im wahrsten Sinne des Wortes zur Kunst gemacht.
Die wissbegierigen Männer aus Syrien waren zu Besuch bei der Verbraucherberatungsstelle und fragten dem Team quasi Löcher in den Bauch. Und sie nahmen sich viel Zeit bei der Erkundung des Berufs­informationszentrums der Agentur für Arbeit.
Es waren Ferien der etwas anderen Art. Ab Montag drücken die Männer aus Syrien wieder die Schulbank. Weiter geht‘s mit dem Integrations- und „KompAS“-Kurs. „KompAS“ steht für Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb.
Freundschaft durch Fußball
Seit Jahren besteht die Freundschaft zwischen den Fußballern des PSV Hagen und Montluçon Football. Auf Grundlage des gemeinsamen Sports haben sich rege Kontakte entwickelt, so dass auch der jüngste Besuch von 15 Trainern aus Hagens Partnerstadt zu einem freudigen Erlebnis wurde. Neben einer Stadtführung und einer gemeinsamen Trainingseinheit standen der Besuch des Osterfeuers auf Emst sowie der Bundesliga-Partie des BVB auf dem Programm.
„Unsere Freunde aus Frankreich waren vor allem von den freundlichen Gesten der Hagener angetan. Überall, wo wir waren, stießen wir auf Interesse und Freundschaft,“ erinnert sich der PSV-Vorsitzende Thomas Köhler an ein ereignisreiches Wochenende.
Zu Pfingsten fährt der PSV Hagen übrigens mit der E1-Jugend in die Auvergne. Die jungen Kicker spielen dort ein Turnier.