Dreimal abgeklemmt: Immer freitags fehlt der Strom

Der Familie von Saskia Bartsch wurde jetzt dreimal versehentlich der Strom gesperrt. Hündin Amy interessiert die Aufregung wenig. (Foto: Anna Linne)

Der Familie von Saskia Bartsch wurde jetzt dreimal versehentlich der Strom gesperrt. Hündin Amy interessiert die Aufregung wenig. (Foto: Anna Linne)

Hagen. (anna) Wer heuzutage Strom bezieht, hat es häufig mit zwei Firmen zu tun: mit dem Energielieferanten einerseits und dem Netzbetreiber andererseits. Da kann es schon mal „knirschen“ – wovon die Hagener Familie Bartsch unlängst ein Lied zu singen wusste. Sie „hängt“ zwischen Yellow, Enervie und offenbar irgendeiner Software, die nicht tut, was sie soll.

Lange Geschichte
Ende 2015 geschah es das erste Mal – noch in der alten Wohnung der Familie Bartsch. Ein Mann vom Netzbetreiber Ener­vie verplombte eines Freitags den Stromzähler – was ja ansonsten nur passiert, wenn eine Rechnung nicht bezahlt wurde.
„Zum Glück konnten wir beweisen, dass wir beim Strom­anbieter Yellow pünktlich unsere Rechnung bezahlt hatten“, erklärt Saskia Bartsch.
Bei der Enervie versprach man ihr, dass dieser Systemfehler fortan beseitigt sei. „Ich war sogar dabei, als der Sachbearbeiter den Sperrauftrag im Computer gelöscht und uns als Yellow-Kunden vermerkt hat“, erinnert sich Saskia Bartsch.
Weiter gehts
Im Juli 2016 zog die dreiköpfige Familie samt Hund Amy in die Eppenhauser Straße und nahm ihren Strom­anbieter mit. Doch am 27. Januar dieses Jahres kam nachmittags wieder ein Mann, klingelte im Haus und trug vor, dass er beauftragt sei, „bei Bartsch den Strom abzustellen“.
Saskia Bartsch und ihr Mann Tobias waren erschüttert, als sie nach Hause kamen. „Wir konnten nicht glauben, was passiert war“, erinnert sich die Altenpflegerin. Und wieder verbrachte die Familie zwei Tage bei Kerzenschein.
Die Enervie-Mahnschreiben, die die Sperrung androhten, gingen allesamt an die alte Adresse der Familie, obwohl die neue in den Computer eingegeben worden war.
Dieses Mal gab es von der Enervie als kleine Wiedergutmachung einen Tankgutschein über 50 Euro und die Zusicherung, dass so etwas hoffentlich nie wieder passieren werde.
Schon wieder
Mitte Februar fuhr die Familie ins Urlaubswochenende. Am Sonntagabend, als sie zurückkamen, rief Tobias Bartsch, der als erster die Wohnung betreten hatte, seiner Frau zu: „Die Stromsperrer waren wieder da.“
„Das habe ich natürlich anfangs nicht geglaubt und dachte, dass sei ein übler Scherz von meinem Mann“, erinnert sich Saskia Bartsch, doch tatsächlich gab es abermals keinen Strom.
Die mit Ente, Fisch und Co. gut gefüllte Tiefkühltruhe war komplett aufgetaut. „Es stank stark. Fürs Abendbrot gab es nun nichts mehr, was man hätte verspeisen können, Wir mussten ins Restaurant gehen.“
Entschuldigung
Bei der Enervie kann man sich das erneute Malheur nicht wirklich erklären. Ein Computerfehler? Jedenfalls war man sichtlich berührt: Ein Mitarbeiter besuchte die Familie mit einem dicken Blumenstrauß, einem Reisegutschein über 100 Euro und mit dem Versprechen, alle entstandenen Kosten zu begleichen. „Eine ganze Weile hat er bei uns gesessen und sein Mitgefühl beteuert“, erzählt Saskia Bartsch, die das Bemühen der Mark-E echt zu schätzen weiß. Dennoch bleibt die Angst, dass eine erneute Sperrung auf sie zukommen könnte. Und die Furcht vor den Freitagnachmittagen kann ihr vorerst keiner nehmen.