DRK Herdecke in Nöten

Viele Organisationen benötigen dringend Hilfe und Unterstützung. Das Deutsche Rote Kreuz Herdecke sucht derzeit intensiv nach neuen Ehrenamtlern. (Foto: DRK)

Herdecke. (ric) Freiwilliges, aktives und bürgerschaftliches Engagement spielt auch heute noch eine große Rolle. In Zeiten bankrotter Städte und hoher Arbeitslosigkeit gibt es viel Not bei Mensch und Tier. Manche städtische Einrichtungen müssten ohne ehrenamtliche Mitarbeiter aber auch geschlossen werden, weil die Kosten für das entsprechende Personal zu hoch wären.

Überall dort also, wo es den Gemeinden nicht mehr möglich ist, ausreichend zu unterstützen, wird das Ehrenamt immer wichtiger. Die Spannbreite reicht vom sozialen Bereich über gesellschaftliche, kulturelle, sportliche, religiöse und politische Ämter. Oftmals findet die Hilfe direkt im Heimatort statt, beispielsweise in den Schulen, Kindergärten und den Tierheimen. Die Unterstützung muss jedoch nicht ausschließlich aktiv gestaltet werden – häufig sind auch finanzielle beziehungsweise materielle Spenden für die Vereine und Organisationen eine große Entlastung.

Engpass beim DRK in Herdecke

Es gibt in vielen Bereichen jedoch nicht genügend Ehrenamtler. Immer wieder kommt es dort zu Engpässen und Mehrarbeit. Dabei wird jede helfende Hand dringend benötigt, um die Arbeiten im jeweiligen Bereich gewährleisten zu können. Auch das Deutsche Rote Kreuz bleibt vom Mitgliederschwund nicht verschont. Besonders intensiv sucht derzeit der Herdecker Ortsverband nach neuen, fördernden Mitgliedern: „Allein durch Umzüge und Todesfälle haben sich die Mitgliedszahlen zum Teil besorgniserregend stark dezimiert. In Zeiten knapper werdender Finanzierungsmittel sind die wohltätigen Mitgliedsbeiträge aber der wichtigste Garant für die notwendigen, universellen Hilfs- und Rettungsaufgaben des DRK,“ erläutert Horst-Dieter Weihs, Teamleiter des Roten Kreuzes.

Schließlich erhalten die Ortsverbände keine finanziellen Unterstützungen von Seiten des Staats oder der Kirche. Und auch vom Dachverband kommen keine Gelder. Völlig selbstständig gestalten sie also ihre vielfältigen Aufgaben: Dazu gehören so wichtige Tätigkeiten wie der Katastrophenschutz, Ausbildungen in der „Ersten Hilfe“, Essen auf Rädern, Behinderten- und Blindenfahrdienste, das Familienbildungswerk und der Verleih von Hilfsmitteln in der Krankenpflege.

Werbeaktion

Um diese und weitere Angebote des Deutschen Roten Kreuzes auch zukünftig realisieren zu können, startete der Verband kürzlich eine groß angelegte Werbeaktion: Noch bis Ende Dezember werden die Bürger in der Zeit von 10 bis 20 Uhr direkt an der Haustür aufgesucht. „Um Missbrauch der Aktion vorzubeugen, weisen sich die informierenden Helfer mit ihren DRK-Ausweisen aus und sind zudem durch ihre Kleidung – inklusive der Namensschilder – erkennbar“, erklärt Teamleiter Horst-Dieter Weihs. Wichtig zu wissen ist, dass die Werber weder Geld- noch Sachspenden entgegen nehmen. „Damit die Arbeit in Herdecke effizient ist und bleibt, benötigen wir gut 400 neue Mitglieder“, erläutert Weihs.

Unter dem Motto „helfen, um zu helfen – im Notfall auch der eigenen Familie und sich selbst“ soll eine breite Bevölkerungsmasse angesprochen werden. Schließlich kann nur geholfen werden, wenn es neben genügend Aktiven auch die nötigen finanziellen Mittel gibt.