„Duo“ stand im Hasper Kreisel

Hagen. (JB/ME) Der Hagener Heimatbund (HHB) baut ein umfangreiches digitales Fotoarchiv auf. Über dreißigtausend Bilder sind bereits eingescannt und müssen mit Suchbegriffen versehen werden, damit ein schneller Zugriff möglich ist (der wk berichtete). Dabei taucht immer mal wieder ein Bild auf, das keiner der zuständigen HHB-Heimatforscher zuordnen kann oder über dessen Inhalt so gut wie nichts bekannt ist.

In Zusammenarbeit mit dem wochenkurier hat der Heimatbund deshalb im Dezember 2010 die Serie „Suchbild des Monats“ gestartet. Hierzu der HHB-Vorsitzende Jens Bergmann: „Jeden Monat stellen wir ein Bild vor, von dem wir nicht wissen, was darauf zu sehen ist und bitten Sie, liebe Leser, uns bei der Zuordnung zu helfen.“

Letzte Woche zeigten wir zwei schieferverkleidete Bauten, wie sie in unserer Region typisch sind fürs späte 18. Jahrhundert und für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bauten dieser Art beherrschten früher landauf, landab insbesondere die Gesichter der Ausfallstraßen. An der Selbecker Straße beispielsweise stoßen wir auch heute noch auf zahlreiche Vertreter dieses Typs.

Früher Schultengut

Ursprünglich waren die beiden Schieferhäuser Nebengebäude des Schultengutes auf dem Brincke. Das Gutshaus stand in der Tillmannsstraße 1-3. Sprich: Die beiden gesuchten Häuser standen im Bereich des heutigen Hasper Kreisels. Das linke Haus wurde abgerissen, das rechte, etwas zurückliegende in den Hauskomplex integriert. Darin waren in den 80er Jahren die hinteren Räume von Café Koop untergebracht.(Foto: Heimatbund)

Das vierte Suchbild des Hagener Heimatbundes war letztlich wieder etwas für Spezialisten. Denn lange ist diese Ansicht aus dem Straßenbild verschwunden und ähnlich wie beim Geschäftshaus Otto Ahr (Suchbild 3) rückte schon zur Jahrhundertwende ein vierstöckiges Haus an seine Stelle.

Ursprünglich waren die beiden Schieferhäuser Nebengebäude des Schultengutes auf dem Brincke. Das Gutshaus stand in der Tillmannsstraße 1-3. Sprich: Die beiden gesuchten Häuser standen im Bereich des heutigen Hasper Kreisels, Berliner Straße 126. Das linke Haus wurde abgerissen, das rechte, etwas zurückliegende in den Hauskomplex integriert. Darin waren in den 80er Jahren die hinteren Räume von Café Koop untergebracht.

Zufall

Einzig unserer Leser Walter Müller aus Haspe konnte das Rätsel lösen. Der Zufall kam uns und ihm dabei zur Hilfe. Er liest gerade das Buch des längst verstorbenen Heimatforschers Wilhelm Droste „Den Bach hinauf“. In dieser 1986 erschienenen Schrift fand Müller unser Suchbild auf Seite 30 und konnte den entscheidenden Hinweis geben.

Auch andere Anrufer haben uns mögliche Gebäude genannt, die wir nach und nach ausschließen konnten. So wurde mehrfach das Wachholderhäuschen genannt, der Schultenhof in Eilpe, Häuser in der Donnerkuhle, bei der Papierfabrik Vorster (Eilpe) und gegenüber dem Rehsieper Weg an der Berliner Straße. Alles Häuser mit einem ähnlichen Bautyp, wie auf unserem Suchbild. Wie erwähnt, war dieser Haustyp im 19. Jahrhundert in unserer Gegend häufig. Deshalb ist es auch so schwer, eine genaue Zuordnung zu treffen. So waren die anderen Lösungen eben nur ähnlich und bei genauem Hinsehen doch leider wieder etwas anders. „Trotzdem allen Anrufern und Mail-Sendern ein herzliches Dankeschön, dass sie dem Hagener Heimatbund bei der Suche behilflich waren,“ so Jens Bergmann.