„Durch alle Zeiten“

Hagen. (anna) Viele Hagener werden ihn noch kennen: Den Allgemeinmediziner Dr. Hans Witta, der bis 2007, zusammen mit Ehefrau Brigitte, eine Praxis in der Badstraße 4 (im Haus von Dr. Fehskes Rathausapotheke) unterhielt.
Jetzt hat der Hagener Arzt eine Autobiografie auf den Markt gebracht, in der er sein Leben in Hagen ab 1937 beschreibt. Er schildert Erlebnisse aus seiner behüteten Kindheit in der Yorck- und Scharnhorststraße, aus seiner Jugend am Albrecht-Dürer-Gymnasium und der spannendsten Zeit seines Arztstudiums in Würzburg, Mainz und Tübingen.
Er erinnert sich an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges, das zerbombte Hagen und die deprimierende, entbehrungsreiche Nachkriegszeit, die heute unvorstellbar erscheint. Die Zeit des Wirtschaftswunders, der Währungsreform sowie der gesellschaftliche und politische Wandel prägten sein Leben, das er vorwiegend seinen Patienten widmete, dabei jedoch nie seine Familie aus den Augen verliert.
Es ist eine bewegende, spannende Autobiografie eines Mediziners aus Leidenschaft.

Leben in Hagen

38 Jahre lang war Dr. Hans Witta in Hagen als Arzt tätig. Dann zog er mit seiner Frau Brigitte, mit der er vier Söhne großzog, nach Bayern.
Bereits 1974 hatte Witta ein Ferienhaus in Spanien erbauen lassen, in dem die Familie gern ihre Ferien verbrachte. Das Leben in Spanien hat Hans Witta schon immer fasziniert. Sein größter Traum, in Spanien als Arzt zu arbeiten, wurde 2010 jäh zerstört: Im November erkrankte Hans Witta an Lymphdrüsenkrebs.
Als die Krankheit in München entdeckt wurde, war er bereits voller Metastasen. Es folgte im Klinikum Augsburg eine einjährige, furchtbare, aber erfolgreiche Chemotherapie, die ihn bis heute am Leben hält und glücklich macht.

Tod vor Augen

Den Tod vor Augen entschloss sich Hans Witta während seiner Therapie, seine Lebenserinnerungen für die Nachwelt aufzuschreiben.
Mit 77 Jahren blickt der Arzt im Ruhestand auf ein Leben zurück, das erinnerungsmäßig mit dreieinhalb Jahren begann. Es war die Zeit des Zweiten Weltkrieges, die Zeit der Evakuierung, als der Krieg immer schlimmer wurde.
In seiner Hagener Familie mit Zwillingsbruder Walter und einem älteren Bruder fühlte sich Witta immer geborgen und beschützt. Zu Beginn des Studiums lernte Witta seine Frau kennen, der er unheimlich viel zu verdanken hat. „Sie nahm mich an die Hand und führt mich seitdem mit unglaublicher Liebe durchs Leben“, beschreibt Hans Witta seine Beziehung zu ihr.
Trotz mehrerer Operationen, Bandscheibeneingriff und Herzinfarkt mit Implantation eines Stents ist Hans Witta zufrieden und glücklich.
„Voll Dankbarkeit blicke ich vor allem auf den ersten Teil meines Lebens zurück, weil ich von einer gütigen Macht, einer lieben, fleißigen Frau und vier herrlichen Kindern getragen wurde“, verrät der Arzt im Ruhestand.
Nach dem Erfolg des ersten Buches hat Witta sich entschlossen, sein Berufsleben, welches in vier Kliniken begann und in einer Hagener Gemeinschaftspraxis mit seiner Frau endete, nieder zu schreiben. Man darf gespannt sein