Eilpe: Plötzlich knallt’s im Auto-Dach

Sabine Dramsch zeigt die Stelle, wo vermutlich der dicke Ast auf das Autodach aufprallte. „Gut, dass es nicht in die Scheibe ging,“ ist sie erleichtert. (Foto: Schievelbusch)

Hagen. (san) Mitnichten ein Dummer-Jungen-Streich oder gar unüberlegtes Handeln, sondern eine gefährliche Straftat war das, was sich vier Jugendliche am Samstagmittag, 5. März 2011, leisteten. Glück im Unglück hatten dabei die zufälligen Opfer, Familie Dramsch aus Priorei. Mit dem Schrecken und einer kostspieligen Delle in ihrem Ford S-Max sind sie davon gekommen. Es hätte aber auch schlimmer ausgehen können…

Nach einem Stadtbummel in der Hagener City begab sich das Ehepaar mit seiner 10-jährigen Tochter gegen 14 Uhr auf den Heimweg. Eilpe hinter sich lassend, bogen sie ab auf den kleinen Zubringer zur Volmetalstraße Richtung Hagen-Süd. Als sich unübersehbar vor ihnen eine stark verdreckte Fahrbahn auftat – auf mehreren Metern lagen Äste und Baumrinden – fuhr der Familienvater automatisch langsamer. „Ich dachte zunächst, da ist wohl ein Baum von der angrenzenden Böschung gefallen,“ beschreibt Sabine Dramsch ihren ersten Eindruck. Doch dann gab es einen lauten Knall, den alle drei Auto-Insassen zunächst nicht einordnen konnten. Einen Moment später sah der Fahrer jedoch schon die vier Jugendlichen in der Böschung oberhalb der Straße, die offensichtlich Unrat und Gehölz auf den Zubringer schleuderten.

Vier Jugendliche

Einspurig und beidseitig von Leitplanken eingegrenzt, fand der Fahrer mehr schlecht als recht eine Stelle, um zu halten, befanden sich doch zudem einige andere Pkw hinter ihm. Auch deren Fahrer hielten und bestätigten, dass sie vier Jugendliche, mit schwarzen und grauen Jacken bekleidet, erkannt haben. Vermutlich ein Stück Holz war es, welches die Täter auf das langsam fahrende Auto hinunter geworfen hatten. Die tiefe Delle auf dem Ford-Dach lässt ahnen, was ein Aufprall auf die Windschutzscheibe hätte anrichten können. „Dann hätte man vor Schreck wohl eine Vollbremsung gemacht oder zumindest das Steuer verrissen. Die hinteren Verkehrsteilnehmer wären wohl aufgefahren,“ vermutet das Ehepaar Dramsch.

Strafanzeige

An diesem Abhang links befanden sich die vier Jugendlichen und warfen mit Holz und Unrat, als Familie Dramsch den Zubringer zur Volmetalstraße befuhr. (Foto: privat)

Die schnell heran eilenden Polizisten betonten denn auch die Gefährlichkeit dieser Tat. Nun wird ermittelt, eine Strafanzeige wegen „gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr“ ist gestellt. Die Ordnungshüter fegten selbst noch die Fahrbahn wieder sauber. Zwei Streifenwagenbesetzungen machten sich auch daran, die Gegend um besagten Hang abzusuchen. Bereits einige Tage zuvor habe schon ein Zeuge bei der Polizei auffällige Jugendliche an eben dieser Stelle gemeldet.

Die Hagener Polizei bittet alle Verkehrsteilnehmer, denen Personen an Orten auffallen, die nicht zur Begehung gedacht sind, sofort unter der Notrufnummer 110 zu melden. Wer in dem beschriebenen Fall weitere Hinweise geben kann, sollte sich ebenfalls bei der Polizei unter der Rufnummer 0 23 31 / 9 86 20 66 melden.

Schaden zu tragen

Abgesehen davon, dass der Prioreier Familie ein Riesen-Schreck im Nacken sitzt, haben sie den Schaden zu tragen. Zwar ist ihr Auto Vollkasko versichert, aber bei der von der Werkstatt bezifferten Summe von rund 1000 Euro Kosten haben sie noch ein paar Hundert aus der Selbstbeteiligung zu tragen. „Ganz davon abgesehen, dass man wieder zusätzliche Lauferei hat,“ so Sabine Dramsch, die neben der Tochter noch zwei Söhne hat.

„Und natürlich kann man davon ausgehen, dadurch bei der Versicherung demnächst einen höheren Beitrag zu zahlen,“ ärgert sich die Mutter über die Folgen. Andererseits ist sie froh, dass diese sinnlose Tat ohne Schaden für Leib und Leben ausging.