Eilper Tagesstätte feiert 30. Geburtstag

Eilpe. (AnS) „Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst…“ – dieses Geburtstagslied dürften die „Dötze“ des Spiel- und Kinderhauses in der Eilper Kurfürstenstraße in diesen Tagen besonders gern singen: Denn die Tagesstätte feiert in diesem Monat ihren 30. Geburtstag.

Ohne das Engagement von sechs Erzieherinnen hätte es diese Einrichtung wohl kaum gegeben. Leiterin Marion Wozigny, eine der Frauen der ersten Stunde, erinnert sich noch genau an die damaligen Umstände. „Als Arbeitslose lernten wir uns in einem Fortbildungskurs des Arbeitsamtes kennen“, weiß sie noch. „Wie Einrichtungen funktionieren, das war damals eines der Themen. Und da haben wir gedacht: Das können wir auch!“ Aus der fixen Idee wurde Wirklichkeit, auch wenn die Fachkräfte damals manches Mal ob ihres Projektes belächelt wurden. Am 17. Oktober 1983 eröffnete die Elterinitiative, eine der ersten dieser Art in Hagen, ihre Pforten. „Ohne Spenden, dem Wohlwollen der Eilper Bürger und glücklichen Zufällen hätten wir das kaum geschafft.“

Vom Möbel- zum Kinderhaus

Das Haus, in dem mittlerweile 50 Kinder betreut werden, war solch ein glücklicher Zufall: Der Besitzer hatte bis zuletzt ein Möbelhaus darin betrieben und war Kindern gegenüber sehr aufgeschlossen. „Er überließ uns das Gebäude zu einem günstigen Mietpreis und wir durften schalten, walten und umbauen, wie wir wollten.“ Nicht so einfach, zwei Etagen in einem Doppelhaus miteinander zu verbinden und auch kindgerecht zu gestalten.

Auch die fehlende Außenanlage bereitete zunächst Kopfzerbrechen, doch schon bald konnten die Dötze ein Gelände „um die Ecke“ nutzen. Mittlerweile können auf rund 440 Quadratmetern die Zwei- bis Sechsjährigen lachen, toben, spielen und streiten. 2007 kam noch das Zwergenhaus in der Riegestraße hinzu, in dem bereits Babys ab vier Monaten betreut werden können. Eine Zweigstelle in Hohenlimburg betreibt der Verein auch, zudem wurde die Kurfürstenstraße Sitz des Familienzentrums, zu dem zwei Partnereinrichtungen gehören.

„Wir sind eine Familie“

Die Öffnungszeiten der Tagesstätte waren 1983 fast schon sensationell. Von sieben bis 17 Uhr konnten Eltern ihre Sprösslinge im Alter von drei bis zehn Jahren bringen – eine Zeitspanne, die auch heute noch aktuell ist. „Wir haben nur Kinder, die 45 Stunden in der Woche betreut werden.“ Die Altersspanne indes hat sich geändert.

Zwölf Erzieher kümmern sich um das Wohlergehen ihrer Schützlinge: „Die sechs Gründungsmitglieder und auch unsere Hauswirtschafts- und Bürokraft, unsere ’gute Fee’ Elli, haben dem Kinderhaus die Treue gehalten“, ist Marion Wozigny stolz und bestätigt damit das Konzept: „Uns ist eine familiäre Atmosphäre wichtig.“ Die Einrichtung will eine Zuhause sein, gerade in Zeiten, in denen Eltern sich nicht mehr rund um die Uhr um die Kleinen kümmern können. Dazu gehört auch, dass überwiegend in der hauseigenen Küche gekocht wird. Ein Einsatz, der sich lohnt, wenn die kleinen Kunden zufrieden sind.

Große Feier auf dem Bleichplatz

Der runde Geburtstag muss natürlich gefeiert werden. Am Samstag, 19. Oktober, verwandelt sich der Bleichplatz in eine große Spielwiese ganz nach dem Einrichtungsmotto „In Eilpe, mit Eilpe, für Eilpe“. Neben Verkaufsständen mit schönen, selbstgemachten Dingen und einigen Köstlichkeiten kann in einem Zelt gespielt werden. Kistenklettern, Gummibärchenraten, Autoparcours und Ponyreiten sind weitere Attraktionen, die an diesem Tag geboten werden. Zudem haben die Kindergartenkinder ein Tanz-Medley vorbereitet, in dem sie die letzten 30 Jahre Revue passieren lassen. Ab 19 Uhr sind die Großen dran: Das Abendprogramm bietet Live-Musik mit der A-capella-Band Vox und der Gruppe Kendis. Eine Überraschung gebe es auch noch, mehr will Marion Wozigny aber nicht verraten…

Das Team hat ihre Einladung in ein Gedicht verpackt: „Wollt ihr euch mit uns erinnern und auch lachen? Ihr würdet uns eine große Freude machen!“ Die Chefin und ihre Kolleginnen freuen sich besonders über ein Wiedersehen mit Ehemaligen und Kindergartenkindern der ersten Stunde. „Unser Anliegen ist es, frühere Eltern wieder zu finden und mit ihnen zu plaudern. Vorbeischauen lohnt sich.“