Ein Jahr nach der Fusion: Hagener Sparkassenchef zufrieden

Frank Walter (r.), Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hagen/Herdecke, blickt zufrieden auf das erste volle Geschäftsjahr nach der Fusion zurück. Zu den Neuerungen im heimischen Institut gehören das Kunden-Dialog-Center und eine Video-Beratung.
Frank Walter (r.), Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hagen/Herdecke, blickt zufrieden auf das erste volle Geschäftsjahr nach der Fusion zurück. Zu den Neuerungen im heimischen Institut gehören das Kunden-Dialog-Center und eine Video-Beratung. (Foto: Michael Eckhoff)

Hagen. (ME) Frank Walter, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hagen/Herdecke, schaut auf das erste volle Geschäftsjahr nach der Fusion zufrieden zurück: „Unsere Bilanzsumme wuchs um 211 Millionen Euro auf jetzt 3,12 Milliarden Euro.“

Besonders erfreulich habe sich das Kreditgeschäft entwickelt. „Sowohl unsere Firmenkunden,“ resümiert Frank Walter, „als auch unsere Privatkunden nutzten das unverändert niedrige Zinsniveau und die guten Zukunftsprognosen für Deutschland, um langfristige Investitionen zu tätigen.“ Diese Entwicklung spiegelte sich in einem Anstieg des Kreditbestandes um 80 Millionen Euro wider. Das gesamte Kreditvolumen stieg auf immerhin 2,1 Milliarden Euro an. Der Kundeneinlagenbestand wuchs – trotz niedrigster Zinsen – ebenfalls an: auf 2,2 Milliarden Euro, wobei nach wie vor kurzfristige Geldanlagen gefragt waren.

In Anbetracht der niedrigen Zinsen hat Frank Walter einen wichtigen Ratschlag parat: „Man sollte regelmäßig die persönlichen Finanzen auf den Prüfstand stellen und analysieren, ob die aktuellen Geldanlagen noch zur momentanen Lebenssituation passen.“ Dazu gehöre auch, zu überlegen, welches Risiko man einzugehen bereit sei. „Vernünftig ist, das Vermögen gleichmäßig und breit gestreut zu verteilen.“ Immobilien, Tagesgeld, Spareinlagen, Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere kämen als Vermögensbausteine infrage. Der Fachmann spricht von „diversifizieren“.

Während der Anstieg bei den Kundeneinlagen und beim Kreditvolumen erfreulich ist, sieht es im eigentlichen Ergebnis der heimischen Sparkasse weniger positiv aus. Das liegt größtenteils an der Niedrigzins­phase. Hinzu kommen „regulatorische Anforderungen“, so dass die Sparkasse auf Ausschüttungen an die Städte Hagen und Herdecke lieber verzichtet und stattdessen den Überschuss nutzt, um das Eigenkapital zu stärken.

Erzielt wurde – vor Steuern – immerhin noch ein Ergebnis, das bei 29 Millionen Euro liegt. Die Sparkasse gehört zu den großen Steuerzahlern in der Region – allein elf Millionen Euro mussten als Gewerbesteuern überwiesen werden. Betrachtet man auch die anderen Steuern sowie Löhne, Gehälter, Investitionen und Spenden, dann ergibt sich eine Summe von 52 Millionen Euro, die die Sparkasse Hagen/Herdecke in den Wirtschaftskreislauf der Region „gespült“ hat.

Natürlich nimmt das heimische Institut auch Rücksicht auf die veränderten digitalen Gewohnheiten der Kunden. Deshalb wurden mittlerweile neue Kommunikationsmöglichkeiten wie die „Video-Beratung“ und das „Kunden-Dia­log-Center“ eingerichtet. Mit der Entwicklung in diesem Bereich ist Frank Walter sehr zufrieden: „Allein im Jahr 2017 haben unsere im Dialog-Center eingesetzten 15 Bankkaufleute etwa 165.000 Kundenanfragen bearbeitet.“

Beschäftigt werden derzeit rund 540 Mitarbeitende, darunter 13 Auszubildende. Einschnitte in das Filialnetz wird es in den kommenden Monaten nicht geben.