Ein Jahr Torhaus Haspe

Haspe. (as) Es ist Rathaus, Zentrum und prägendes Gebäude im Ortsteil: Das Torhaus hat dem Hasper Zentrum ein neues Gesicht gegeben. Es verbindet die beiden Einkaufsstraßen – Voerder Straße und Vollbrinkstraße – mit dem Hüttenplatz. Unten locken Bäckerei, Café und Kiosk. In der ersten Etage hat die Geschäftsstelle der Bezirksvertretung Haspe eine neue Heimat gefunden. Darüber, im zweiten Stock, sind das Hasper Bürgeramt und der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) zu finden. Im dritten Stock ist die Stadtteilbücherei Haspe zu Hause. Ende Oktober 2014 wurde das Torhaus der Öffentlichkeit übergeben. Ein Jahr ist das her.

Wird das Torhaus angenommen? Der Wochenkurier fragte nach bei einer Einrichtung, die sehr auf ihre Nutzer angewiesen ist. Bei der Stadtteilbücherei Haspe.

Ehrenamt ist Trumpf

„Wenn man bedenkt, dass die Stadtteilbücherei so, wie sie jetzt existiert, ein Kürzungskonzept ist, haben wir ein Kleinod daraus gemacht“, sagt Barbara Klinkert. Sie ist Vorsitzende des Fördervereins Lese-Zeichen. Nur weil die Mitglieder des Fördervereins einen großen Teil der Aufgaben in der Stadtteilbücherei ehrenamtlich leisten, ist die Einrichtung vor wenigen Jahren um die Schließung herumgekommen.

Barbara Klinkert ist glücklich mit der neuen Stadtteilbücherei. Genau wie ihre fast 100 Mitstreiter im Förderverein. Die neuen Räume inspirieren zu neuen Ideen, neuen Veranstaltungen, neuen Konzepten. Lese-Zeichen setzt sich für die Kooperationen mit Schulen ein. Mehr als 20 Grundschulklassen und zwei Kindergärten waren in diesem Jahr bereits zu Gast in der Bücherei. Sie stöberten und sie nahmen ihre „Lesetaschen“ in Empfang.

Ein neuer Schwerpunkt soll das Seniorenlesen werden. Aber auch bei Flüchtlingsbetreuung und -unterricht will der Förderverein Lese-Zeichen mitwirken. „Wir möchten in der Sprachbetreuung arbeiten“, sagt Barbara Klinkert. Außerdem investiert der Förderverein in Literatur auf Arabisch. Viele Flüchtlinge haben so die Möglichkeit, ab und zu Geschichten und Gedichte in der Muttersprache zu lesen. Das Angebot richtet sich aber auch an die etwa 300 Hasper Bürger, die das Arabische als Sprache der Kindheit oder der Eltern kennengelernt haben.

„Mehr am Puls des Lebens“

Zufrieden mit dem neuen Arbeitsplatz im Torhaus ist auch Andreas Ringenberg, Leiter der Stadtteilbüchereien in Hagen. „Wir sind in Haspe von einem Ende des Hüttenplatzes zum anderen gezogen“, sagt er. „Jetzt befinden wir uns mehr am Puls des Lebens als vorher.“ Dass die Bücherei jetzt im dritten Stockwerk untergebracht ist, ist seiner Meinung nach kein Problem für die Nutzer. „Wir genießen den Ausblick“, sagt Andreas Ringenberg. „Das wissen auch unsere Leserinnen und Leser zu schätzen.“

Als städtischer Mitarbeiter ist Andreas Ringenberg begeistert vom Engagement des Fördervereins Lese-Zeichen. „Der Verein macht viel“, sagt er. Er erzählt von der Kinderveranstaltung „Hexenküche“ am vergangenen Montag, bei der, weil es so qualmte und dampfte, „kurzfristig die Feuermelder ausgeknipst werden mussten und ein echter Feuerwehrmann Wache gehalten hat“. Schon jetzt freut sich der Leiter der Stadtteilbüchereien auf den Abend mit dem Duo „Lauschsalon“ im Dezember, eine Mischung aus Lesung und Harfen-Konzert.

„Weil wir Bücher und Haspe lieben“

Die Stadtteilbücherei, das wird schnell klar, hat von ihrem Umzug profitiert. Auch, weil der Förderverein Lese-Zeichen viel Geld investiert hat. Für etwa 25.000 Euro aus Spendengeldern konnte der Förderverein unter anderem neue Kindermöbel und ein neues Leitsystem für die Regale angeschafft werden. „Wir machen das gern, weil wir eine schöne Bücherei haben“, sagt Barbara Klinkert. „Weil wir mit dem Herzen dabei sind und weil wir Bücher und Haspe lieben.“ Keine Frage: Der Umzug ins Torhaus, mitten ins Herz des Ortsteils, ist für Lese-Zeichen, die Bücherei und all ihre Nutzer ein Gewinn.