Ein Wiedersehen mit Klaus Risse

Klaus Risse hat sich in den letzten Jahren rar gemacht in seiner Heimatstadt Hagen, weil er meist in Frankreich unterwegs ist. Jetzt zeigt er einen Querschnitt durch die Arbeit der letzten Jahre, zum Beispiel Gemälde, auf denen „Kartoffelmännchen“ in karikaturenhafter Weise politische Entwicklungen „auf die Schüppe“ nehmen. (Foto: Michael Eckhoff)

Hagen. (ME) Klaus Risse hat sich in den letzten Jahren rar gemacht in seiner Heimatstadt. Sicher, bei der ein oder Kunstausstellungseröffnung seiner hiesigen Malschüler war er zugegen – aber die eigenen Bilder hat er den Hagenern zumeist vorenthalten. Sie sind vornehmlich in seiner zweiten Heimat Frankreich zu sehen.

Denn Klaus Risse, Sprössling einer früher weithin bekannten Hagener Basketballerfamilie, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler heute im Münsterland und in Frankreich. Vor allem den Frühsommer verbringt Risse vorwiegend mit seinen Malschülern an der Mittelmeerküste. „Dort gibt es ein Licht, davon können wir im eher grauen Norddeutschland nur träumen,“ fasst er seine Erfahrungen zusammen.

Alte Meister

Schon in der Kindheit fesselten ihn Pinsel und Farbe. Bereits als Neunjähriger verspürte er die unbändige Lust, sich in Bildern mitzuteilen. Kein Wunder also, dass es ihn einst drängte, die Leidenschaft zum Beruf zu machen. Sein Kunststudium hat der 52-Jährige an der Universität Dortmund absolviert, aber in einer seinerzeit eher ungewöhnlichen Weise: Anstatt auf die Suche nach abstrakten Gestaltungsmöglichkeiten zu gehen (wie damals üblich), intensivierte Klaus Risse das Studium der Alten Meister. Dies war gepaart mit dem Ehrgeiz, sein Handwerk stetig zu verbessern.

Heute steht die ständige Auseinandersetzung mit Form und Farbe im Zentrum seines Schaffens – aber nach wie vor in gänzlich gegenständlicher Manier. Sammler finden sich in ganz Europa, eine Galerie bei Nizza präsentiert seine Werke in einer Dauerausstellung.

Klaus Risse ist malerisch von vielen Dingen fasziniert. Und so werden denn in seiner ersten Hagener Ausstellung seit langem ebenso südfranzösische Landschaften zu sehen sein wie etwa auch surrealistische Bilder oder Gemälde, auf denen „Kartoffelmännchen“ in karikaturenhafter Weise politische und gesellschaftliche Entwicklungen „auf die Schüppe“ nehmen.

Gabi und Gerd Dahm

„Genug der Worte!“, würde Risse an dieser Stelle sagen und sicherlich sein Motto entgegenhalten: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Zu sehen sind seine Bilder ab Freitag, 1. Oktober, 18 Uhr in den Räumlichkeiten des Bürohandels Blesel, Lennetal, Spannstiftstraße 56 (gegenüber McDonald‘s).

Premiere! Klaus Risses Malschüler Gabi und Gerd Dahm wagen sich mit ihren Bildern zum ersten Mal in die Öffentlichkeit. (Foto: Michael Eckhoff)

Allerdings wird Klaus Risse hier nicht allein präsentiert. Denn der Besucher wird auch etliche Kunstwerke des Ehepaars Dahm vorfinden. Hierbei handelt es sich um eine Premiere. Denn Gabi und Gerd Dahm wagen sich mit ihren Bildern zum ersten Mal vor ein großes Publikum. Gabi Dahm ist seit eineinhalb Jahren Schülerin von Klaus Risse, ihr Ehemann lernt („seit meinem Rückzug ins Private“) sogar erst seit einem Jahr, wie man richtig malt. „Doch die Entwicklung, die die Beiden in der überaus kurzen Zeit durchgemacht haben, ist erstaunlich“, weiß ihr Lehrer. Deshalb hat Klaus Risse sie auch überredet, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Der einstige Textilhändler Gerd Dahm, früher regelmäßig in Italien unterwegs, offenbart sich hierbei als großer Fan der Toskana und des guten Essens, was sich sowohl in zahlreichen, fein herausgearbeiteten Landschaftsbildern als auch in humorigen Stillleben zeigt. Gabi Dahm hingegen bevorzugt insbesondere Tierdarstellungen und die Beschäftigung mit feengleichen, geheimnisvoll wirkenden Mädchenmotiven.

Stephan Mehl und Werner Hahn

Umrahmt wird die Eröffnungsveranstaltung von dem Quintett „Mehl and friends“: Der weithin bekannte Musiklehrer Stephan Mehl und seine vier Freunde bieten einen breiten Querschnitt aus ihrem reichhaltigen Repertoire.

Ferner steht eine Versteigerung auf dem Programm. Theater-Lokalmatador Werner Hahn will Kunstwerke meistbietend „unters Volk bringen“, der Erlös soll dem Verein „Raphael“ unter seiner Vorsitzenden Ulrike Giernalczyk zu Gute kommen. Die Anregung hierzu kam von Gabi Dahm: „Dieser Verein unterstützt Menschen, die sexuelle Missbrauchshandlungen erleben oder erlebt haben.“ Gegründet 2001, konnten die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter von Raphael e.V. mittlerweile schon zahlreichen Betroffenen helfen. Doch um die Arbeit weiterführen zu können, ist man dringend auf Spenden angewiesen. Erreichbar ist Raphael unter der Hagener Telefonnummer 0 23 31 / 8 41 55 84.