Einen Blick in die Loge werfen

Anlässlich des Tages des offenen Denkmals am 12. September steht in diesem Jahr auch das Hagener Logenhaus, Bergstraße 96, allen Besuchern offen. (Foto: Michael Eckhoff)

Hagen. (Red.) Anlässlich des Tages des offenen Denkmals am 12. September steht in diesem Jahr auch das Hagener Logenhaus der Freimaurerloge Victoria zur Morgenröthe, Bergstraße 96, allen Besuchern offen. Die wechselvolle Geschichte der Hagener Loge, die als einer der ältesten Vereine Hagens in diesem Jahr ihr 153. Bestehen feiern kann, stellt die Institution Loge selbst als Denkmal dar. Die Logenbrüder freuen sich insbesondere über das Thema „Reisen, Handel und Verkehr“, das auf den ersten Blick so gar nicht zu passen scheint. Doch Freimaurer waren und sind auf Reisen, denn die Wurzeln der Freimaurer liegen in den alten Dombauhütten, aus denen im Mittelalter die Steinmetzen zu den Dombauten in Europa gewandert sind, um zu lernen und ihr Wissen anzuwenden. Auch heute gehören die Besuche in anderen Logen, die über die ganze Welt verstreut sind, zum guten Brauch.

Die Loge wurde 1857 von Persönlichkeiten der Stadt unter Mithilfe von Logenbrüdern aus Iserlohn und Schwelm gegründet. Der erste Vorsitzende Logenmeister, Adolf Reincke, war Gründer und Chefarzt des Allgemeinen Krankenhauses in Hagen.

Prinzessin Victoria

Patin der Hagener Gründung war am 14. September 1857 die Großloge Berlin. Inspiriert durch die gerade stattgefundene Verlobung der englischen Prinzessin Victoria mit Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, dem späteren Kaiser Friedrich III., gab man der Loge den Namen „Victoria zur Morgenröthe“.

Am 12. September wird ein abwechslungsreiches Programm zwischen 10 und 18 Uhr den interessierten Besuchern alle Aspekte der Freimaurerei näher bringen.

Programm – Thema: „Freimaurer im Dialog“

  • Ganztägig Ausstellung und Steinmetzwerkstatt,
  • 10 Uhr Öffnung des Logenhauses und Eröffnung der Ausstellung,
  • 11 Uhr Vortrag „153 Jahre Freimaurerei in Hagen“,
  • 13 Uhr Vortrag „Gelebte Brüderlichkeit“,
  • 15 Uhr Wechselgespräch mit Lesung „Verlorenes Symbol oder Weltherrschaft?“ (Dan Brown und sein Roman),
  • 17 Uhr Vortrag „Weltbruderkette – Freimaurerische Kultur“.
  • Während des ganzen Tages gibt es Kaffee und Kuchen gegen Spenden für einen wohltätigen Zweck.

Die Hagener Loge

Die Geschichte der Loge „Victoria zur Morgenröthe“ ist ein Spiegelbild unserer Stadt. Hervorragende Persönlichkeiten aus dem Wirtschafts- und Kulturleben, deren Namen weit über die Grenzen Hagens einen guten Ruf haben, waren und sind Mitglieder dieses Bundes. Dennoch gilt hier der Titel des Einzelnen nichts. Denn in den Logen gibt es nur Brüder unter Brüdern, die sich hier in Toleranz und Menschlichkeit üben, um diese Ideen an ihr Umfeld weiter zu geben.

Die Freimaurerei

Die Freimaurerei ist eine international verbreitete Vereinigung, die unter Achtung der Würde des Menschen für Toleranz, freie Entwicklung der Persönlichkeit und allgemeine Menschenliebe eintritt. Sie ist eine ethisch-humanitäre Vereinigung freier Männer guten Rufs und umfasst geistig aufgeschlossene, idealistisch gesinnte Menschen aus den verschiedensten Berufsgruppen. Sie ist ein Verhaltensmuster für eine menschliche Gemeinschaft, nicht etwa ein philosophisches System und schon gar keine Sekte. Für den Freimaurer ist Gott die Grundlage seiner sittlichen Verantwortung, er wird unter dem Namen „Großer Baumeister der ganzen Welt“ verehrt. Sie vermittelt keine Offenbarungen oder Dogmen, aber sie will zu einem ganz besonderen Stil der Lebensgestaltung führen.

Busrundfahrt

Im Übrigen wird gemeinsam von der Volkshochschule, vom Heimatbund und von der Unteren Denkmalbehörde eine Busrundfahrt am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, angeboten. Noch sind Plätze frei. Die Busfahrt kostet 10 Euro pro Person, beginnt um 12.45 Uhr an der Villa Post, und endet dort um 17.15 Uhr. Für das leibliche Wohl sorgt eine Kaffeepause am Kaiser-Friedrich-Turm gegen 14.45 Uhr. Es werden unter anderem die Cunsosiedlung, das Rudolf-Springmann-Haus an der Christian-Rohlfs-Straße und das ehemalige Haus der Ruhrkohle hinterm Landgericht angefahren.

Weitere Infos zur Anmeldung erhalten Interessierte beim Serviceteam der Volkshochschule unter der Telefonnummer 0 23 31 / 2 07-36 22, per Fax unter 0 23 31 / 2 07-20 76, per E-Mail an vhs@stadt-hagen.de oder persönlich in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38.