Erste Rockpalast-Party in Hohenlimburg

Iserlohn/Hohenlimburg. (clau) Weit ab von allen, die’s hätte stören können, wollten Anfang der 80er Jahre ein paar junge Menschen „Krach machen“. Geplant hatten der Iserlohner Norbert Höhne und seine Unterstützer nichts Vermessenes. „Örtliche Sachen“ sollten zu hören sein, aber laut und ungebremst. Dazu mieteten sie einen alten Saal im Oeger Industriegebiet an der Grenze von Hagen und Iserlohn – direkt neben dem Schrottplatz …

Um alles „Drum und Dran“ kümmert sich ein fünfköpfiges Orga-Team: (v.l.) DJ Hassan Kahraman, Sema Joannidis, Berndt Belter, Norbert Höhne (als quasi Ur-Vater des einstigen Rockpalasts) und der Musiker Michael Grimm. (Foto: privat)
Um alles „Drum und Dran“ kümmert sich ein fünfköpfiges Orga-Team: (v.l.) DJ Hassan Kahraman, Sema Joannidis, Berndt Belter, Norbert Höhne (als quasi Ur-Vater des einstigen Rockpalasts) und der Musiker Michael Grimm. (Foto: privat)

„Wir konnten uns nicht retten“

Am 12. Februar 1980 ging der Rockpalast als eine Location für Partys, Kino, Kneipe und Konzerte an den Start. Vier Jahre lang bis zum 21. September 1984 schrieb er dann Musikgeschichte und wurde zu einer wahren Legende. „Schon beim allerersten Konzert mit Zoff war die Bude voll. Über vierhundert Leute waren gekommen“, blickt Norbert Höhne zurück.

Eine unheimliche Nummer wurde einst das Auftaktkonzert von Marius Müller-Westernhagens „Sekt oder Selters“-Tour. „Marius hatte zur Bedingung gemacht, dass er vorher eine Woche lang bei uns proben durfte“, erinnert sich Norbert Höhne. „Beim Konzert selbst wurde der Rockpalast zur Sauna: Es war irgendwann so heiß, dass wir alle Notaufgänge öffnen mussten.“

Danach kam Marius leider nie wieder nach Oege. „Wir konnten uns aber vor Bandanfragen nicht mehr retten: Wir hatten ganze Schränke voll mit Demo-Tapes“, erzählt der heutige Kaufmann in Sachen Photovoltaik, der mittlerweile in Kalthof lebt und arbeitet.

Voll das Leben

Lang ist es her, dass „Exploited“ anreiste. Die Fans der extremen Punkband kamen von überall her – und hinterließen eine Spur der Verwüstung. „Ganz Oege hat nur noch geklirrt“, lacht Norbert Höhne im Nachhinein. Die Polizei rückte an. Ordner standen vor der Bühne. Am nächsten Tag herrschte wieder „Friede – Freude – Eierkuchen“. Keine Spur von Schlachtfeld. Im roten VW-Käfer kam Wolfgang Niedecken in Oege vorgefahren. Mit BAP reisten 400 friedliche rheinische Frohnaturen an und hatten kölschen Spaß.
Verdammt lang her. Verdammt lang.

Nun soll es bei der Revival-Party am 6. Dezember 2014 im Hohenlimburger Werkhof ganz in der Tradition des Rockpalasts ein sattes Bühnenprogramm geben. Als Hauptakt wird die Formation „Gentlemen of Groove“ rund um den Letmather Michael Grimm die Bühne rocken. Die Gentlemen werden im Laufe des Abends mit „Special Guests“ die Plätze tauschen.

Auftreten werden fünf Größen der Rockpalast-Vergangenheit, die immer noch – und zwar höchst erfolgreich – nichts lieber tun, als Musik zu machen.

Alles auf Zuruf

An den Mikros erwartet werden Keyboarder Reiner Burmann (Zoff), Richard Hagel und Thomas Hesse (Pee Wee Bluesgang), Theo Spanke (Playhouse Gang & The Soulfingers) und Hugo Böllert, um den herum die alte Ring-Band wohl komplett auferstehen wird. Jeder Gast spielt eine Reihe von Stücken aus seinem Repertoire.

„Alles auf Zuruf“, freut sich „Gentleman“ Michael Grimm auf das Zusammenspiel mit den Vollblut-Musikprofis der unterschiedlichsten Art. Ein bisschen Geheimnis muss sein: Der zugkräftige Name des Hagener Stargastes an diesem Abend darf noch nicht verraten werden.

Karten kosten 13 Euro an der Abendkasse und 10 Euro im Vorverkauf – ab dem 10. Oktober 2014! – zum Beispiel in der wochenkurier-Geschäftsstelle, Friedrichstraße 22, 58636 Iserlohn, Tel. 02371 / 26477.