Falken im Hasper Kirchturm:

Haspe. (san) Das Familienglück der Falken hat Vorrang – keine Frage. Nach einer langen Planungs- und Genehmigungsphase wurde endlich damit begonnen, die katholische Kirche St. Bonifatius in Haspe zwecks Grundsanierung einzurüsten. Das war vor rund 14 Tagen. Doch dann mussten die Gerüstbauer erst einmal pausieren. Nicht nur an den weißen Kotstreifen am Kirchturmdach war es ersichtlich: im Turm befindet sich ein Vogelnest. Mittlerweile konnten bereits das Flattern und die Fütterung der Jungtiere auf dem Gotteshaus beobachtet werden. Eingenistet an der Spitze des „heiligen Berges“ hatten sich Turmfalken.

Arbeiten aussetzen

Und weil es das Bundesnaturschutzgesetz so vorsieht, wurden die Bauarbeiten erst einmal ausgesetzt. „Wir haben wohl ein paar Spätzünder auf dem Dach,“ erläutert Thorsten Kestner von der Pflegestation für Eulen, Greifvögel und Wasservögel „Paasmühle“. „Normalerweise müssten sie rund zwei Wochen eher dran sein.“
Bei ihm landen so ziemlich alle verletzten und pflegebedürftigen Wildvögel aus Hagen und Umgebung. Weil die Hasper Gemeinde die Tiere selbst entdeckt hat, meldete sie sich bei der Stadt und wollte natürlich dem Wohlergehen der  Turmfalken nicht im Wege stehen. Greifvogelexperten überprüften die Lage, gaben  für die kommenden Tage allerdings schon wieder grünes Licht für die Sanierungsarbeiten.

Flattern schon

Im Kirchturm befindet sich ein Kasten für den Nestbau. Diesen haben die Turmfalken allerdings schon verlassen. „Auch wenn die Jungtiere nun ihre Flugversuche unternehmen, bleiben sie noch einige Zeit im Umkreis der Kirche. Dabei ist das Gerüst sogar hilfreich“, so Kestner, denn dadurch haben die Falken noch zusätzliche Anflugstationen. Außerdem bietet das Gerüst den Helfern von der Vogelstation die einfache Möglichkeit, demnächst einmal in den Falkenkasten zu schauen, ihn zu säubern und gegebenfalls Tipps für eine gute zukünftige Nistmöglichkeit zu geben.
Dass die Falken, aber auch Eulen Kirchtürme als Brutstätte auswählen, sei auch gar nicht so selten in unseren Gefilden, so die Experten.

Im Frühjahr Teil 2

Vorgesehen ist, dass die Kirche in diesem Jahr auf der Seite zum Pfarrhaus hin sowie der Turm saniert werden. Sämtliche Fugen müssen gereinigt, freigestemmt und anschließend wieder verfugt werden. Im Frühjahr nächsten Jahres soll dann die andere Kirchenseite in Angriff genommen werden. Dann werden die potentiellen Nestbewohner – wer einmal erfolgreich gebrütet hat, kommt gerne im nächsten Jahr wieder – noch nicht zugegen sein. Und wenn sie gerade kommen, wenn die Handwerker aktiv sind, wird das die Falken zu einer weiteren Standortsuche veranlassen.