Forum fordert Ampel an Altenhagener Straße

Altenhagen. (as) Die Zeit drängt. In seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 15. November 2012, um 15 Uhr soll der Rat der Stadt Hagen den so genannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan für den „Einzelhandel nördlich der Zollstraße“ auf den Weg bringen. Wenn die Parlamentarier zustimmen, gilt das auch als klares Ja für den Fußgänger-Zuweg zu den künftigen Aldi- und Edeka-Märkten – einen Zebrastreifen mit Mittelinsel über die Altenhagener Straße. Bedenken hatte bereits die Bezirksvertretung Hagen-Mitte angemeldet. „Reicht ein Zebrastreifen?“ Diese Frage sollte noch einmal erörtert werden. Ein klares „Stopp“ kommt nun vom Stadtteilforum Altenhagen. Die Sprecher Paul Fastenrath, Dr. Gerhard Engler und Abdelaziz Belhadj fordern den Rat auf, „der Bebauungsplanänderung erst dann zuzustimmen, wenn dieser berichtigt ist im Sinne einer verkehrssicheren Lösung“! Und weiter: Ein Zebrastreifen sei an dieser Stelle nicht verkehrssicher. Hier müsse, nicht zuletzt um Kinder zu schützen, eine Ampelanlage her.

Schon vier Kinder sind verunglückt

Um es vorweg zu sagen: Das Stadtteilforum Altenhagen möchte den geplanten Märkten keine Steine in den Weg legen, auch wenn es sich der Ansicht des Regierungspräsidenten anschließt, dass sich die Stadt grundsätzlich einmal Gedanken über einen Gesamtbebauungsplan zur Steuerung der Nahversorgung machen sollte. Doch hier geht es ausschließlich um die Sicherheit von Anwohnern. Das Verkehrsaufkommen der Altenhagener Straße ist für die Vertreter des Stadtteilforums viel zu hoch für einen Zebrastreifen. Zur Erinnerung: Auf anderen Überwegen in der Altenhagener Straße seien bereits vier Kinder verunglückt. Ein Kind starb, eines ist seit dem Unfall schwer behindert, zwei Kinder erlitten Hirnverletzungen.

Die Vertreter des Stadtteilforums haben recherchiert. Laut Straßenverkehrsordnung und den Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen sei ein Überweg mit einer Ampelanlage zu versehen, wenn die Verkehrsbelastung von mehr als 450 Kfz pro Stunde in der Spitzenzeit überschritten wird. Laut Verkehrsbelastungsübersicht der Stadt Hagen aus dem Jahr 2006 flitzen auf der Altenhagener Straße 13.800 Kraftfahrzeuge pro 24 Stunden. Das ergibt pro Stunde einen Schnitt von 550 Kfz. Mindestens. Denn in den vergangenen Jahren habe der Verkehr auf der Straße erheblich zugenommen.

Wer soll das bezahlen?

Für das Stadtteilforum und ihre Sprecher Paul Fastenrath, Dr. Gerhard Engler und Abdelaziz Belhadj ergeben sich darauf zwei Lösungsansätze. „Vorstellbar ist ein Ampelübergang an der Einmündung der Herrmannstraße in die Altenhagener Straße“, heißt es. Die Alternative: Ein einfacher Übergang mit Ampel an der bislang geplanten Stelle.

Nur: Wer soll das bezahlen? Sind die Investoren für das neue Einzelhandelszentrum bereit, nicht nur den bereits zugesagten Zebrastreifen, sondern einen beampelten Überweg zur Sicherung ihrer Kunden anlegen zu lassen? Oder müsste die Stadt in ihre ohnehin leeren Kassen greifen? Das Stadtteilforum ist überzeugt: Erst wenn diese Fragen geklärt seien, könne der Rat dem Gesamtpaket „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ grünes Licht geben.