Frauen voraus

Vielen Deutschen geht es wirtschaftlich eher gut – sie können recht optimistisch, froh und munter auf 2017 blicken. Auch die meisten Wirtschaftsforscher prophezeien weiterhin rosige Zeiten. Der Aufschwung hält vermutlich an, die Arbeitslosigkeitsquote war schon lange nicht mehr so niedrig wie 2015. In Deutschland lag sie – errechnet nach international üblichen Methoden – bei etwa vier Prozent. Ähnliche Quoten hatten wir das letzte Mal um 1990.
Die aktuell rosigen Zeiten zeigen sich ebenso an der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs in der Metropole Ruhr – wozu bekanntlich auch Hagen und der EN-Kreis gehören. Ihre Zahl hat 2015 in unserer Heimat erneut zugelegt: Knapp 1,65 Millionen Beschäftige wurden an Ruhr und Lippe gezählt. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2000. Damit ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze zum neunten Mal in Folge gestiegen, nachdem sie 2006 mit 1,46 Millionen einen Tiefstand erreichte. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Beschäftigtenzahl um 22.500 bzw. 1,4 Prozent. Das hat das Statistik-Team des Regionalverbandes Ruhr (RVR) errechnet. Was die „Zahlen-Akrobaten“ ebenfalls ausgerechnet haben, unterstreicht, dass sich das Ruhrgebiet stark gewandelt hat. Die „Malocher-Region“ von einst mit zahlreichen Hilfsarbeitern gehört immer mehr der Vergangenheit an.
Denn 2015 verfügten 197.451 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte über einen Hochschulabschluss (2000: 113.952). Damit hat sich der Akademikeranteil in den vergangenen 15 Jahren um 73,3 Prozent erhöht. Die Zahl der Akademikerinnen stieg sogar um 153,9 Prozent. Frauen sind also eindeutig die Gewinner der Entwicklung.
Der weitaus größte Teil – gut eine Million Beschäftigte (oder 61,1 Prozent) – arbeitete 2015 als Fachkraft. 185.132 Mitarbeiter (11,2 Prozent) wurden überdies zu den Spezialisten gezählt. Sie benötigen für ihren Beruf eine höher qualifizierte Ausbildung, etwa ein Studium. Weitere 11,6 Prozent waren als Experten in hochkomplexen Arbeitszusammenhängen tätig, die in der Regel mindestens eine vierjährige Hochschulausbildung, eine Promotion oder einen ähnlichen Abschluss voraussetzen. Von diesen hochspezialisierten Fachkräften waren 38,8 Prozent Frauen – in Zukunft wird ihr Anteil garantiert noch höher liegen. Die Männer werden sich an Frauen-Power auf dem Chefstuhl gewöhnen müssen.
Na, das könnte so manchen Macho ins Tal der Tränen stürzen.
Tilo