Gegen Quakenbrück geht’s um die Playoffs

Zu hoch hingen die Körbe für die Hagener in München. Auch Adam Hess (links gegen Maskenmann Lawrence Roberts) konnte dort trotz seiner 13 Punkte und 9 Rebounds die Niederlage gegen die Bayern nicht verhindern. Abe Lodwick hält derweil Jan-Hendrik Jagla (Nr. 45) in Schach. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. (Red.) Vorletzter Spieltag in der Hauptrunde der Basketball-Bundesliga: Mit Phoenix Hagen und den Artland Dragons aus dem west-niedersächsischen Quakenbrück treffen am Samstag, 20. April 2013, um 20 Uhr zwei Mannschaften aufeinander, die noch einen Playoff-Platz ergattern wollen. Es dürfte ein weiterer Großkampftag in der Enervie-Arena am Ischeland werden. Denn mit einem Sieg könnten die Feuervögel den Quakenbrückern nicht nur zwei wichtige Punkte abnehmen, sondern auch den direkten Vergleich für sich entscheiden.

Das Prunkstück sind die Werfer

Die Dragons belegen den sechsten Platz, müssen am Mittwoch, 17. April 2013, aber noch ein Nachholspiel in Bamberg austragen. Prunkstück einer namhaft besetzten Mannschaft sind die Werfer: Bryce Taylor (13,2 Punkte, ehemals Alba Berlin), MarQuez Haynes (12,1 Punkte) und Veteran Demond Mallet (11,4 Punkte), beim Allstar-Weekend Dreipunktekönig vor Larry Gordon, sind die besten Scorer der Dragons. Der Aufbau wird geregelt von Johannes Strasser und vom vor einigen Wochen verpflichteten Branislav Ratkovica (ehemals Oldenburg und Tübingen).

Neben den Power-Forwards Bradley Buckman (7,0 Punkte, 6,3 Rebounds) und Guido Grünheid stehen Trainer Stefan Koch mit Anthony King (10,6 Punkte, 6,3 Rebounds) und 2,11-Meter-Mann Petar Popovic (8,9 Punkte) zwei gestandene, körperlich starke Centerspieler zur Verfügung. Zur Rotation gehören auch Flügelspieler Sergio Kerusch und Guard Acha Njei. Koch muss vor jeder Partie entscheiden, welchen seiner insgesamt sieben ausländischen Akteure er zum Zuschauen verdonnert.

Steht ihm auch gut: Dino Gregory wäre wohl auch gerne Fußballer geworden. Das BVB-Trikot trug er aber wohl mehr aus Freude über den erneuten Besuch der BVB-Stars Kehl und Owomoyela beim Heimspiel gegen Ludwigsburg. (Foto: Jörg Laube)

Zweimal siegen, sonst wird’s kompliziert

Wie geht es nun weiter für Phoenix Hagen? Sollten die Feuervögel ihre letzten beiden Partien gegen Quakenbrück und gegen den Mitteldeutschen BC (27. April, 20 Uhr, Enervie-Arena) gewinnen, so stünden sie sicher in den Playoffs. Sonst kann es schnell sehr kompliziert werden, denn mit Bonn, Würzburg und Tübingen liegen drei weitere Teams fast gleichauf mit Artland und Phoenix. Der direkte Vergleich kann entscheiden – vielleicht sogar als Dreier- oder Vierervergleich.

„Wir sind sehr gut damit gefahren, uns immer nur auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren“, sagt Trainer Ingo Freyer. Mut macht ihm das Hinspiel, das Phoenix mit 104:93 gewinnen konnte: „Da waren wir tatsächlich über 40 Minuten konzentriert.“

Klar ist bisher nur: Sollten die Hagener am 27. April gegen 22 Uhr mindestens Tabellenachter sein, so würden die Playoffs am 4. Mai mit einem Auswärtsspiel beginnen. Das erste (und hoffentlich nicht einzige) Heimspiel würde dann voraussichtlich am 8. Mai ausgetragen.

An den Hagener Playoff-Chancen hat auch die deutliche 83:119-Niederlage beim FC Bayern München nichts geändert. Vor den Augen von Uli Hoeneß, Matthias Sammer und Bastian Schweinsteiger waren die Gäste ab dem zweiten Viertel chancenlos, weiß auch Freyer: „Es gibt solche Tage. Die Bayern sind ungemein heimstark und es ist das eingetreten, was zu befürchten war. Sie haben ihre Qualität ausgespielt und sehr hochprozentig getroffen. Wenn Bayern so spielt, gibt es für uns nicht viel zu holen.“

 „Kabinen-Geflüster“

Drei Fragen an Ingo Freyer

Was zeichnet die Artland Dragons in dieser Saison aus?

Die Mannschaft verfügt über ungemein viel Talent. Die Dragons haben eine Menge herausragende Einzelspieler im Kader. Hinzu kommt, dass sie hervorragend aus der Distanz werfen.

Im Kampf um die Playoff-Plätze kommt der Partie gegen die Dragons eine ganz besondere Bedeutung bei, oder?

Ja, auf jeden Fall! Es ist für uns möglich, mit einem Sieg an Quakenbrück vorbeizuziehen. Gewinnen wir, hätten wir auf jeden Fall den direkten Vergleich für uns entschieden. Dann würden sich unsere Chancen auf die Playoffs deutlich verbessern.

Ole Wendt hat in München mit zwölf Punkten seinen bisher besten Wert erreicht. Wie beurteilen Sie seine Leistung?

Er ist gut in die Saison gestartet, hatte dann einen Durchhänger und war zuletzt wieder besser drauf. Wenn wir ihn bewerten, sollten wir vor allem über seine Verteidigung reden. Da hilft er uns ganz besonders, auch aufgrund seiner Größe. Er hat einen Schritt nach vorne gemacht.