Geschafft!

Hohenlimburg. (Red.) Am vergangenen Sonntag wurde noch viele Stunden gefeiert – der BC Hohenlimburg hat seinen größten Erfolg in der Vereinsgeschichte erreicht.

Mit zwei Siegen am letzten Doppelspieltag gegen SpVgg Sterkrade-Nord und Ajax Bielefeld wurde die Meisterschaft in der Regionalliga West eingefahren. Damit gehört der BCH zu dem kleinen Kreis Hagener Vereine, die Bundesligaformat vorweisen können. Aber das ist nicht genug: Auch die zweite Mannschaft hat in der Oberliga Süd überraschend die Vizemeisterschaft eingefahren und damit den Aufstieg in die Regionalliga erreicht.

Gute Mischung

Dabei war das Saisonziel vor Beginn der Serie wesentlich bescheidender gesetzt. In der Regionalliga fungierte der ehemalige Bundesligist FC Langenfeld als Favorit und in der Oberliga hatte der Klassenerhalt Priorität. Mit einer gesunden Mischung aus erfahrenen Spielern wie Hendrik Westermeyer, Kai Mitteldorf und Miriam Mross und den jugendlichen Nachwuchstalenten Christian Bald, Fabian Stoppel und Laura Riffelmann wurde schnell klar, dass auch mehr drin sein könnte.

Vor allem in der Oberliga gestaltete sich die Rückrunde zum Krimi, da sich die obere Tabellenhälfte mit Teams wie BC Düren 2 und STC BW Solingen 2 sehr eng gestaltete. Gerade gegen letztere wurde in der abschließenden Partie am vergangenen Saison der Sprung in die Regionalliga geschafft. Als Tabellenerste reisten die Solinger nach Hohenlimburg an die Wiesenstraße und für die Gastgeber war klar, dass nur ein Sieg gegen dieses starke Team noch zum Aufstieg reichen würde. Ohne Druck gingen die zahlreichen „Jung-Stars“ um Mannschaftsführerin Stefanie Pilz in die Partie und schafften das Unmögliche. Mit einem 6:2 konnten sich Björn Bannenberg & Co. zur Aufstiegsfeier ihrer Vereinskollegen aus der Regionalliga gesellen. Standesgemäß zog es die Feiernden zu ihrem Hauptsponsor, dem China-Restaurant Kota Radja am Stadtgarten.

Feiern ihren größten Erfolg, den Aufstieg in die zweite Bundesliga: (v.l.) Fabian Stoppel, Laura Riffelmann, Hendrik Westermeyer, Kai Mitteldorf, Christian Bald, Peyo Boychinov, Miriam Mross. (Foto: BC Hohenlimburg)

Sehr stolz

Spielertrainer Hendrik Westermeyer kann es immer noch nicht fassen: „Natürlich sind wir sehr stolz auf unsere sportliche Leistung. Man kann diesen Erfolg durchaus als kleines Wunder betrachten, wenn man bedenkt, dass der Verein diesen Aufstieg mit einem Jahresbudget für den Gesamtverein bewerkstelligt hat, der mit dem Monatsgehalt eines Zweitliga-Fußballbundesliga-Spielers vergleichbar ist.“

Diese Relationen zeigen, mit wie viel Engagement der BCH, ein reiner Badmintonverein mit 130 Mitgliedern, gearbeitet hat. Denn auch im Vergleich zu den Ligakonkurrenten ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. „Der TV Emsdetten hat sogar einen chinesischen Spieler für drei Monate aus seiner Heimat nach Deutschland geholt“, berichtet Pressewartin Stefanie Pilz. Ein Aufwand, den die Hohenlimburger aufgrund ihrer starken Nachwuchsarbeit nicht nötig haben.

Weichen stellen

Nach der Saison ist bekanntlich vor der Saison. Denn bereits am 15. April muss das Top-Team des Clubs für die Bundesliga gemeldet werden. Das engagierte Vorstandsteam um den 1. Vorsitzenden Uwe Wolff hat seinen Entschluss bereits gefasst: „Wir haben sportlich dieses tolle Ziel erreicht, jetzt müssen wir die organisatorischen und wirtschaftlichen Weichen für die Umsetzung stellen.“ Zur Umsetzung der Aufstiege gleich zweier Teams werden weitere finanzielle Mittel von bis zu 50 % höherem Jahresetat erforderlich sein. Der Verein hofft natürlich, dass über diesen außerordentlichen Leistungsbeleg weitere Unterstützer im Stadtkreis Hagen und Umgebung für den Club gefunden werden können.