Gewinnspiel, Vorsicht!

Hagen. (Red.) Eine freundliche Stimme am Telefon, die eine lukrative Teilnahme an regelmäßigen Gewinnspielmitteilungen verheißt: Kurze Zeit später fehlt Geld vom Konto! Die Verbraucherzentrale und die Polizei in Hagen brauchen keinen detektivischen Spürsinn, um einen Zusammenhang zwischen geschickter Gewinnspielwerbung und anschließender Abbuchung vom Konto herzustellen.

„Gauner nutzen persönliche Daten – vor allem Bankverbindungen, die sie sich bei arglosen Menschen direkt oder aus illegalen Quellen beschaffen, um deren Konten zu plündern. Dieser Lastschriftbetrug fußt auffällig oft auf untergeschobenen Gewinnspiel-Abos“, erklärt Astrid Lindner, Leiterin der Verbraucherzentrale NRW in Hagen.

Jeder kann betroffen sein

„Bevorzugte Opfer sind nach unserer Beobachtung besonders ältere Menschen, doch jeder kann in die Fänge dubioser Abzocker geraten“, ergänzt Thomas Roth, Kriminalhauptkommissar vom Polizeipräsidium Hagen. Den diesjährigen Weltverbrauchertag (15. März) nutzen die Verbraucherzentrale und die Polizei als Auftakt, um geschickten Datenklauern und Lastschriftbetrügern das kriminelle Handwerk zu legen.

Unter dem Motto „Abgefragt, abgebucht, abgezockt – (be)trügerische Gewinne“ informieren Verbraucherberater und ein Kriminalbeamter der Dienststelle „Kriminalprävention/Operschutz“ über die inzwischen weit verbreitete Masche. Und sie geben möglichen Betroffenen eine Reihe von Tipps, damit diese auf die Tricks von Abzockern nicht hereinfallen und wissen, was zu tun ist, falls es dennoch passiert:

Kripo gibt Tipps

  • Zurückhaltung am Telefon: Unvorhergesehene Anrufe von Fremden zielen oft darauf, arglosen Gesprächspartnern weiszumachen, diese könnten kostenlos von regelmäßigen Teilnahmen an Gewinnspielen profitieren oder sie seien bereits Nutznießer eines entsprechenden Vertrages, der künftig Geld kosten wird. Tatsächlich wollen die Anrufer ihre Opfer mit Versprechungen umgarnen oder mit beunruhigenden Mitteilungen verunsichern. Die beste Abwehr bei einer solch unerwarteten Attacke: Hörer auflegen!
  • Strikte Datensparsamkeit: Wer sich dennoch höflich in ein Gespräch verwickeln lässt, sollte achtsam sein und auf keinen Fall persönliche Angaben – vollständigen Name, Adresse, Alter und Kontonummer – von sich preisgeben! An das Guthaben auf einem privaten Konto kommen Gauner nur, wenn sie an die persönlichen Daten ihrer Opfer gelangen. Deshalb sollten vor allem Konto- und Telefonverbindungen nur in begründeten Fällen an vertrauensvolle Personen, zu denen bereits ein Kontakt besteht, weitergegeben werden.
  • Vertragsnachweis fordern: Wenn jedoch eine Zahlungsaufforderung für die Teilnahme an einem Gewinnspiel-Abo ins Haus flattert, sollten Betroffene, die keinem Angebot zugestimmt haben, dieses schriftlich zurückweisen. Der Gewinnspiel-Absender muss nachweisen, dass überhaupt ein Vertrag zustande gekommen ist. Die Verbraucherzentrale NRW ist Ratsuchenden behilflich, sich gegen unberechtigte Rechnungen zu wehren. Wer trotz aller Umsicht eine Mahnung erhält, muss auf eine solche Mitteilung erst reagieren, wenn es sich hierbei um einen Mahnbescheid vom Gericht handelt. Betroffene müssen der darin erhobenen Geldforderung unbedingt innerhalb von 14 Tagen widersprechen, um weiteren Ärger zu vermeiden.

Strafanzeige stellen!

  • Kontoauszüge und Telefonrechnungen prüfen: Viele Abzocker halten sich mit aufwendigem Schriftkram jedoch gar nicht erst auf. Sind sie im Besitz persönlicher Konto- oder Telefonnutzerdaten, wird der illegal geforderte Betrag gleich vom Konto oder über die Telefonrechnung eingezogen. Abbuchungen ohne Einzugsermächtigungen sind verboten. Über das so genannte Lastschriftverfahren sind solche Geldtransfers der Einfachheit halber dennoch möglich. Kontrollen, ob die Abbuchungen berechtigt sind, finden jedoch meist nicht statt. Bei einer unzulässigen Kontoabbuchung kann die Hausbank angewiesen werden, den abgezogenen Betrag zurückzubuchen. Wurde Geld für dubiose Posten über die Telefonrechnung eingesackt, sollten Betroffene die nächste Abrechnung um den verschwundenen Betrag kürzen. Sie dürfen aber nicht versäumen, das Telefonunternehmen über den illegalen Vorgang und ihre Reaktion schriftlich in Kenntnis zu setzen.
  • Strafanzeige stellen: Bei unerlaubten Kontoabbuchungen sollten Opfer sich auch nicht scheuen, bei der Polizei Strafanzeige zu stellen – und zwar wegen Betrugs.

Weitere Informationen über dubiose Dienste und unzulässige Kontoabbuchungen gibt es in der Beratungsstelle Hagen, Hohenzollernstraße 8 (im Volkspark) oder auf www.vz-nrw.de/abgefragt-abgebucht. Strafanzeigen nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.