Großoffensive gegen Hagener "Blinkmuffel"

Hagen. (th) Blinken – oder besser gesagt „nicht Blinken“ – gehört in der Volmestadt zu den häufigsten Unfallursachen. Deshalb hat die Hagener Polizei in der vergangenen Woche die Aktion „Hagen blinkt“ durchgeführt. Ziel war es, das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Blinkens zu schärfen.

Michael Hoffmann, Leiter der Direktion Verkehr der Hagener Polizei, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Unfälle in Hagen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Unfallstatistik zeigt, dass er dabei in der Vergangenheit schon viel erreicht hat – Hagen steht in Punkto Verkehrsunfälle deutlich besser da als der Landesdurchschnitt. Trotzdem ist Michael Hoffmann noch nicht zufrieden, denn die Zahl der Unfälle ist im vergangenen Jahr auch in Hagen gestiegen, gottlob nur leicht.

Blinken ist Pflicht!

Mit seinem Team analysiert Hoffmann die Statistiken ganz genau und entwickelt daraufhin Maßnahmen, um den Verkehr in Hagen noch sicherer zu machen. Neben zu hoher Geschwindigkeit und zu geringem Abstand ist Fehlverhalten beim Blinken eine der häufigsten Unfallursachen in Hagen – und noch dazu eine absolut vermeidbare. Durch konsequentes Blinken könnten viele potentiell gefährliche Situationen von vornherein entschärft werden, selbst wenn andere Faktoren wie überhöhte Geschwindigkeit dazukommen. Doch die „Blink-Notwendigkeit“ ist vielen Autofahrern offenbar nicht einmal bewusst.

Deshalb widmet die Direktion Verkehr in Hagen diesem Thema große Aufmerksamkeit. Unter dem Motto „Hagen blinkt.“ hat die Polizei eine „Großoffensive gegen Blinkmuffel“ gestartet. In erster Linie geht es dabei um Aufklärung. „Blinken ist nicht freiwillig, sondern verpflichtend – und es ist wichtig. Diese Botschaft muss sich in den Köpfen der Verkehrsteilnehmer festsetzten,“ sagt Hoffmann. Darüber hinaus müssen natürlich die genauen Regeln verstanden werden. §9 der Straßenverkehrsordnung widmet sich diesen Regeln. „Wer abbiegen will, muss dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen“, heißt es dort zu Beginn des ersten Absatzes.

Geringe Strafe

Die Einhaltung dieser Vorgabe überprüfte die Hagener Polizei mit Unterstützung der Bundespolizei in dieser Woche an vielen Kreisverkehren und Kreuzungen überall in Hagen, unter anderem an der Haßleyer Insel, am Emilienplatz, und am Kreisverkehr in Boele. Die Aktion bestätigte die Vermutung, dass viele Verkehrsteilnehmer gar nicht wissen, dass sie blinken müssen. Trotz deutlich sichtbarer Präsenz der Polizei verzichteten zahlreiche Fahrer auf den Blinkvorgang und zeigten sich dann verwundert, dass die Polizisten sie zur Kasse baten. Doch für die Blink-Vergehen wurden jeweils nur zehn Euro fällig, wodurch sich der Protest in Grenzen hielt.

Schließlich geht es bei „Hagen blinkt“ auch nicht ums Geld oder Strafen, sondern um die Aufklärung und die damit verbundene Steigerung der allgemeinen Sicherheit im Straßenverkehr. Insgesamt wurden im Rahmen der Kontrollen in dieser Woche 228 Vergehen festgestellt, in 155 Fällen handelte es sich um Blinkvergehen. Neben den Verkehrskontrollen führte die Polizei auch weitere Aktionen durch, wie beispielsweise ein informatives Puppentheater an verschiedenen Schulen. Es bleibt abzuwarten, ob die Blinkmuffel schon nach dieser Woche nachhaltig bekehrt wurden oder ob erst noch weitere Einsätze nötig sein werden.