Grünes Licht für Hagener Hospiz

Hagen. (as) Es war sein größter Wunsch. Bevor er im Alter von gerade einmal 62 Jahren starb, hatte Klaus Korte festgelegt, dass sein gesamtes Vermögen dafür verwendet werden solle, ein Hospiz in Hagen zu ermöglichen. Ein Ort, an dem Menschen, die ohne Chance auf Genesung erkrankt sind, in Würde sterben können. Sein Wohnhaus in der Rheinstraße, das war seine Idee, könnte das Hospiz beherbergen. Nun, Jahre später, nimmt das stationäre Hospiz konkrete Gestalt an.

Viel Applaus und viel Kritik

Den Wunsch von Klaus Korte wollte Brigitte Passoth umsetzen. Sie hatte ihn bis zu seinem Tod in einem Hospiz in Letmathe betreut. Sie wurde seine Testamentsvollstreckerin. Und sie gründete die Klaus-Korte-Stiftung. Deren Ziel: Die Gründung eines stationären Hospizes in Hagen.

Applaus gab’s von vielen Seiten für das Engagement. In der Nachbarschaft sorgte das Vorhaben jedoch für Empörung. Eine Handvoll Kritiker zog vor Gericht. Sie prognostizierten Parkplatzprobleme, ein hohes Verkehrsaufkommen in ihrer ruhigen Straße, Lärm- und Sichtbelästigungen. Ihre Ängste: Wie könne man fröhlich mit der Familie im eigenen Garten grillen, wenn nebenan die Menschen sterben?

Vor Gericht wurden die Sorgen zwar ernst genommen. Aber sie hatten keinen Erfolg. Zuletzt beschied Regierungspräsident Gerd Bollermann, dass auch die Stadt mit ihrem Bauvorbescheid nicht gegen geltendes Baurecht verstoßen habe. Der Weg für ein stationäres Hospiz war geebnet.

Auch Caritas übernimmt Aufgaben

Den nächsten Schritt gingen die Förderer des Projekts am Montag (29. September). Die Betreibergesellschaft wurde ins Leben gerufen. Sie setzt sich aus dem Förderverein für ein stationäres Hospiz Hagen, Wohlbehagen und der Diakonie Mark-Ruhr zusammen. Die Caritas ist zwar kein Mitgesellschafter, wird aber wichtige Aufgaben für das Hospiz übernehmen. Zum Geschäftsführer hat die Betreibergesellschaft Pfarrer Martin Wehn ernannt, der theologischer Geschäftsführer der Diakonie Mark-Ruhr ist.

„Dieser Zusammenschluss von gemeinnützigem und privatwirtschaftlichem Träger ist in NRW wohl einmalig“, sagt Pfarrer Wehn. Eine umfassende Lebensqualität, eine ganzheitliche Begleitung, Zuwendung und Achtung sollen das Leben und Wohnen im Hospiz Hagen prägen.

Das Ehrenamt ist wichtiger Baustein im Betrieb eines Hospizes. Denn ein Hospiz kann nicht kostendeckend geführt werden. Pflege und Krankenkassen übernehmen nicht den kompletten Betrag. „Wir werden jedes Jahr aufs Neue auf Spenden angewiesen sein. Aber wir haben das Gefühl, dass die überwältigende Mehrheit der Hagener Bevölkerung hinter dem Hospiz steht“, sagt Dr. Dieter Jaenckner, Vorsitzender des Hospiz-Fördervereins.

Großer Dank an Ulrike Stößel

Ein großer Dank all der Hospiz-Förderer galt Ulrike Stößel, die auf 400 Quadratmeter ihres eigenen (Nachbar-)Grundstücks verzichtete, um den Bau des Hospizes möglich zu machen. Denn auf dem hinterlassenen Grundstück von Klaus Korte wäre nicht genug Platz gewesen für einen Anbau mit Raum für acht ebenerdige Zimmer für Patienten. Im Wohnhaus selbst werden Gemeinschaftsräume, Räume für Besucher und vieles andere, was für den Betrieb eines Hospizes unerlässlich ist, untergebracht.

Architekt Bernd Schäfer stellte am Montag auch die Planungsskizze für das Hospiz vor. Das bestehende Gebäude werde für rund 250.000 Euro umgebaut, hinzu komme der Anbau (630.000 Euro). Außerdem müssten 250.000 Euro für Nebenkosten eingeplant werden.