Gute Nachrichten für Harkorten

Von Michael Eckhoff
Haspe. Es gibt nach wie vor viele gute Nachrichten von Haus Harkorten – insbesondere vom sogenannten „Geburtshaus“: Die Fassadenarbeiten an diesem teils aus dem 17. Jahrhundert stammenden Bauwerk gehen recht schnell voran. Überdies wird das Fachwerk momentan mit Lehmziegeln aufgemauert. Doch das ist nicht alles: Obendrein dürfen sich die Investoren über eine Förderzusage der Deutschen Stiftung Denkmalschutz freuen – die Stiftung will 80.000 Euro beisteuern. Das Geld fließt vornehmlich in Zimmerer-Arbeiten.

Nationales Denkmal
Zur Erinnerung: Das hochbedeutende Haus Harkorten in Haspe ist – samt seiner Nebengebäude – ein kulturgeschichtliches „Juwel“ und mittlerweile sogar ein „nationales Denkmal“.
Der einstige Freihof Harkorten besteht bekanntlich aus einer Gruppe unterschiedlicher Bauten, auf die eine wunderschöne und im Raum Hagen mittlerweile einzigartige Allee zuläuft. Im Mittelpunkt steht das berühmte „obere Haus“. An diesem schieferumkleideten, zweigeschossigen Fachwerkhaus auf verputztem Bruchsteinfundament springen insbesondere das außergewöhnliche Dach, der typisch bergisch-märkische Farb-Dreiklang (weiß umrahmte Schiebefenster, grüne Klappläden und schwarzgraue Verschieferung) sowie die reichhaltigen, künstlerisch wertvollen Rokoko-Holzschnitzereien ins Auge.
Flankiert wird das „obere Haus“ – auch „neues Haus“ genannt – von einigen weiteren beeindruckenden Baudenkmalen. So etwa vom „Jungfernhaus“ (ca. 1705), von einer Scheune (ebenfalls um 1700) und vom geschichtlich überaus wertvollen ersten Haupthaus. Dessen vorderer Wohnbereich stammt wohl aus den Jahren 1681/87. „Gemeinhin wird es als Geburtshaus bezeichnet, weil hierin wichtige Industriepioniere wie Friedrich Harkort und sein Bruder Gustav vor über 200 Jahren das Licht der Welt erblickt haben,“ weiß Hans Hermes, dessen Gesellschaft inzwischen Eigentümerin der Immobilie ist (seit 2012).
Das „Geburtshaus“ besteht – wie früher auf Gütern und Höfen üblich – aus einem Wohn- und einem Wirtschaftsteil. Der zweigeschossige Wohnbereich unter hohem Satteldach zeigte sich zuletzt in einem „Kleid“ aus Holzschindeln. Der Wirtschaftsteil mit Längsdiele und Ställen ist etwas niedriger. Über den Ställen wurden einst weniger landwirtschaftliche, sondern hauptsächlich gewerbliche Güter gelagert, da die Harkorts bereits im späten 17. Jahrhundert zu den wichtigsten Handels- und Unternehmerfamilien des Hagener Raums gehörten. Von der besonderen Nutzung des Wirtschaftsbereiches zeugt ein zweites Tor, so dass die schwer beladenen Frachtwagen einfacher hinein- und hinausfahren konnten. Eine solche Zwei-Tor-Lösung ist in Südwestfalen schwerlich ein zweites Mal zu entdecken.

Teurer Umbau
Das Geburtshaus mit seiner 800 qm großen Nutzfläche wird mittlerweile in einer recht aufwändigen Sanierung nach Plänen des Düsseldorfer Architekten Hans-Werner Schliepkorte restauriert und ausgebaut. In einer ersten Stufe wurde Harkorten – im Juni 2013 – in das sogenannte Bundes-Denkmalschutz-Sonderprogramm IV aufgenommen. Daraus stehen 200.000 Euro bereit. Der Hagener Bundestagsabgeordnete René Röspel hatte sich beim zuständigen Kulturstaatsminister für das Projekt eingesetzt. Nun fließen also zusätzlich 80.000 Euro von der Denkmal-Stiftung in den viele hunderttausend Euro teuren Umbau.
Abgesehen von der Gesamtinstandsetzung soll noch 2014 der Einbau von drei Wohneinheiten erfolgen – jeweils über zwei Geschosse reichend. Das Restaurierungskonzept wurde selbstverständlich in enger Abstimmung mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege erstellt. Natürlich haben die Denkmalpfleger das Haus zuvor genauestens unter die Lupe genommen. Sie mussten dabei bedauerlicherweise feststellen, dass die Konstruktion arg gefährdet war – zurückzuführen auf eine jahrelange Vernachlässigung durch den vorherigen Eigentümer.