„HagenBuch“ verspricht lokale Genüsse aller Art

Der „HagenBuch“-Autorenkreis (auf unserem Foto bei der Vorstellung des 2019er Bandes) arbeitet inzwischen schon an der 2020er-Ausgabe voller Lokalbezüge. Die 14. Ausgabe steht unter dem Schwerpunktthema „Genuss“. Es erscheint Ende November. Den aktuellen Band 2019 gibt es übrigens auch beim Wochenkurier.(Foto: Claudia Eckhoff)

Hagen. (ce) Die Köpfe rauchen, die Stifte sind schon gespitzt und die Ideen sprudeln nur so. Die große Gruppe ehrenamtlicher Heimat-Autorinnen und -Autoren nimmt das „HagenBuch 2020“ in Arbeit. Das Jahrbuch voller Impulse zur Stadt, aber auch ihrer Geschichte wird im November zum 14. Mal erscheinen. Die neue Ausgabe nimmt sich das Schwerpunktthema „Genuss“ vor. Am Montag­abend versammelte sich der Autorenkreis im Ardenku-Verlagshaus, um mit Verlegerin Petra Holtmann und Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff, Vorstandsvorsitzender des Herausgebers Hagener Heimtatbund, die Themenvorschläge zu sammeln.
So viel ist jetzt schon sicher: Auch Band Nummer 14 wird vielfältig nicht nur die Hagener Genuss-Welt beleuchten und auf rund dreihundert Seiten unterhaltsamen Lesestoff voller Lokalbezüge hervorbringen.

Genuss für alle Sinne

Jens Bergmann wird einen wahren Genuss-Tempel vergangener Tage unter die Lupe nehmen: Die Hagener Markthalle. Wie sich würzige Fleischbrühe in handliche Brühwürfel der Firma „MeHa“ verwandelt, untersucht Klaus Budde. In einem zweiten Artikel wird er sich der familiengeführten Hagener Drogerien annehmen. Er hat bereits Material zu 70 solcher Hagener Unternehmen gesammelt. Wolfgang Kubis widmet sich dem Lebensmittelgeschäft „Schmidt & Co.“, das als Vorgänger von Real in Bathey und Kaufpark in Wehringhausen eine große lokale Nummer war. Mit dem Dirigenten Frank Beermann, wird sich Ulrich Günnemann beschäftigen, während Claudia Eckhoff die Neuheiten der Hasper Wachholder-Brennerei Eversbusch unter die Lupe nimmt. Apotheker Dr. Klaus Fehske möchte über die geheimen Rezepturen der Spezialitäten aus der Rathausapotheke berichten. Die längst verschwundene „Brasserie 70/80“ beleuchtet F.W. Geiersbach. Das bei Theaterbesuchern einst beliebte „Snack Büffet“ wollen Uli Weishaupt und Christian Bönisch unter die Lupe nehmen
Verlegerin Petra Holtmann will sich auf das Wäschegeschäft Stenzhorn konzentrieren, das bis in die 80er Jahre hinein in der Marienstraße ansässig war und Dessous- und Bademodenträume weckte und wahr werden ließ. Sie hofft auf Erinnerungen oder Bildmaterial aus der Wochenkurier-Leserschaft.

Verkehr, Grünes, Visionen und viel Geschichte

Unter der Rubrik „Verkehr“ wird Reinhard Kolwe über „Citröen-Autohäuser“ schreiben, Michael Schäffer über Fernzüge in Hagen, Ekkehard Müller-Kissing über „Holz Demmler“, Christoph Engelbert über die vielen einstigen Hagener Speditionen sowie Stefan Beermann über „Ford“-Oldtimer.
Der Hagener Kulturgeschichte widmen sich etliche andere Beiträge. Die Tanzschule Siebenhüner hat sich Hubert Köhler vorgenommen, Birgit Ebbert eventuell die Humpe-­Schwestern, Rebecca Borgmeier die Boeler Traditionsunternehmen wie Schnettler, Käsgen oder Petermann.
Lothar Kasper schreibt über die Bahnhofsmission, Ferdinand Lehrkind über das Eilperfeld, Ernst August Siegmund über die Bebauung von Emst-Bissingheim und Thomas Marotzke über das 175-jährige Jubiläum der SIHK. Blumig wird es auch: Jürgen Quass-Meurer nimmt sich der Hagener Kleingartenanlagen an und Annette Fisseler berichtet über „50 Jahre Blumenfreude in Hagen“, während Werner Hense eine grüne Hagener Vision beleuchten möchte: den an der Hinnenwiese geplanten Baumwipfelpfad.

Von Gold bis Harkort

Alles was glitzert und glänzt ist das Spezialthema von Halina Israel. Sie wird sich auch im neuen „HagenBuch“-Band der Hagener Goldschmiedekunst widmen. Helga Heukeroth will die Arbeit des Geodaten-Amtes (vormals bekannt als Katasteramt) vorstellen. André Streich wird die Entwicklung der Hohenlimburger Feuerwehr vom Zweiten Weltkrieg bis zur Eingemeindung darstellen. Günter Müller wird über die Geschichte der Juden in Hagen schreiben. Sein Fokus liegt dabei auf den Juden, die nach 1914/18 aus Osteuropa nach Hagen kamen und denen die Einheimischen zwiespältig gegenüber standen.

Michael Eckhoff hat sich – wieder – ein Harkort-Thema vorgenommen: Er wird über die Mechanische Werkstätte, die Friedrich Harkort vor zweihundert Jahren in Wetter gründete, schreiben. Auch dessen Bruder Gustav Harkort soll anlässlich seines Geburtstages vor 225 Jahren ins Blickfeld gerückt werden. Er gilt als einer der bedeutendsten Eisenbahnpioniere Deutschlands.
Man darf gespannt sein, was sich von diesen Ideen und Impulsen im „HagenBuch 2020“ niederschlagen wird. Jetzt haben die Autorinnen und Autoren einige Monate Zeit, um zu recherchieren und ihre Funde und Erkenntnisse für die Hagener Leserschaft geschmeidig zu Papier zu bringen.
Übrigens: das akuelle „HagenBuch 2019“ mit vielen Beiträgen zu Mobilität und Wandel ist noch im Buchhandel erhältlich – ebenso beim Wochenkurier, Körnerstraße 45.