Hagener Oster-Kirmes 2013

Vorfreude auf die Oster-Kirmes. Der Vorstand des Hagener Schaustellervereins (Foto) lockt auch in diesem Jahr wieder mit vielen atemberaubenden Attraktionen. (Foto: A. Schneider)

Hagen. (as) Nein, leicht ist es nicht, das Schaustellerleben. Doch Umweltzonen und ebenso kuriosen wie sensationell teuren Straßenverkehrs-Genehmigungen zum Trotz: Die Vertreter des Hagener Schaustellervereins haben einmal mehr die Ärmel hochgekrempelt und eine Oster-Kirmes zusammengestellt, die – davon ist der Hagener Schausteller-Vorstand überzeugt – sich niemand entgehen lassen sollte. Gefeiert wird von Samstag, 30. März, bis Sonntag, 7. April 2013, täglich von 14 bis 22 Uhr, am Freitag sogar ein wenig länger. Vielleicht sogar bei frühlingshaften Temperaturen.

Es ist bereits die 53. Auflage der Oster-Kirmes auf dem Höing, auf dem Volksfestgelände also, das heute Otto-Ackermann-Platz heißt. „Nach der Hasper Kirmes handelt es sich bei der Oster-Kirmes nun um die zweitälteste Veranstaltung in Hagen“, sagt Dirk Wagner, erster Vorsitzender des Hagener Schaustellervereins. Auch wenn das Volksfest vielleicht in die Jahre gekommen ist. Es präsentiert sich jung, pfiffig und atemberaubend wie eh und je. Und es lockt mit Attraktionen. Mit dem „Spinning Coaster“ beispielsweise: Dabei handelt es sich um eine Achterbahn mit rotierenden Gondeln. Oder mit dem „Sky Trip“: In diesem Fahrgeschäft werden die Fahrgäste gut gesichert bis zu 25 Meter in die Luft katapultiert und mächtig herumgewirbelt. Auf Kettenkarussell, Musikexpress, Tornado, Shaker, Autoscooter oder auf das „Total verrückte Hotel“ muss auch niemand verzichten. Soviel steht fest: Die 53. Hagener Oster-Kirmes hat mit ihren sieben Fahrgeschäften für die Großen, fünf Kinderfahrgeschäften und einer Attraktion, durch die die Kirmesfans hindurchlaufen, wieder viel zu bieten. Insgesamt locken 65 Geschäfte auf den Höing.

Freibier zum Kirmes-Auftakt

Los geht’s mit dem Rummel auf dem Otto-Ackermann-Platz am Samstag, 30. März, um 14 Uhr mit Freibier und dem entsprechenden Fassanstich von Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer. Es schließt sich bis 15 Uhr eine „Happy Hour“ mit rasant ermäßigten Karussellpreisen an.

Die Hagener Schausteller locken mit schönen Angeboten. So wird der Familientag am Mittwoch, 3. April, begangen. Hier gibt’s eine 50-prozentige Ermäßigung an den Karussells. Die kleinen Kirmesfans können sich darüber hinaus professionell schminken lassen.

Der „Höing in Flammen“ wird am Freitagabend, 5. April, für Staunen und Begeisterung sorgen. Das große Höhenfeuerwerk beginnt gegen 21 Uhr. „Wir wollten nicht so spät mit dem Feuerwerk starten, damit auch Familien den Lichterzauber genießen können“, sagt Schausteller-Chef Dirk Wagner.

Ladys sind auf dem Rummel zwar immer, aber ganz besonders am Samstag, 6. April, willkommen. Von 18 bis 22 Uhr heißt es nämlich „Lady Time“. In dieser Zeit können sich alle Damen für gerade einmal einen Euro pro Fahrt ins Karussell- und Fahrgeschäftgetümmel stürzen.

Eine spannende, eine aufregende und faszinierende Oster-Kirmes versprechen die Schausteller auch in diesem Jahr. Von ihren Sorgen und Nöten soll auf dem Rummel gar nichts zu spüren sein. Dabei können diese Sorgen für so manchen Schaustellerbetrieb existenziell sein. „Wer eine ältere Zugmaschine hat, darf wegen der Umweltzonen eigentlich schon jetzt nicht mehr durch viele Innenstädte fahren“, sagt Dirk Wagner. Bis zum Jahr 2016 gilt für hiesige Schausteller noch eine Ausnahmegenehmigung. Sie dürfen kurz durchfahren. Und dann? „Es ist möglich, dass einige Schausteller die Volksfestplätze nicht mehr erreichen können“, befürchtet Dirk Wagner.

Teure Schwerlast, weite Umwege

Viele Schausteller sind mit mit ihren (Fahr-)Geschäften als Schwerlast-Transporte auf den Straßen unterwegs. Um überhaupt fahren zu dürfen, braucht’s dafür eine Genehmigung vom Regierungspräsidium. Die gibt’s nicht zum Nulltarif. Jede einzelne Fahrt schlägt innerhalb des Landes NRW mit 180 Euro zu Buche – ganz gleich ob der Transport von Hagen nach Köln oder vom Höing nach Boele geht. Viele Fahrgeschäfte lassen sich nicht mit einem einzigen Schwerlasttransport bewegen. Dazu sind drei oder vier Wagen nötig. Also auch drei- oder viermal die 180 Euro. „Diese Summen müssen erst einmal erwirtschaftet werden“, sagt der Vorsitzende der Hagener Schausteller Dirk Wagner.

Mit den Genehmigungen ist es übrigens nicht getan. Gewaltige Umwege sind für Schwerlast-Schausteller beinahe an der Tagesordnung. Wer von Hagen nach Meinerzhagen möchte, kann nicht einfach auf die Sauerlandlinie fahren und nach ein paar Kilometern in Meinerzhagen wieder abbiegen. „Die Brücken sind marode. Wer mit Schwertransporten unterwegs ist, darf gar nicht auf dieses Teilstück der Sauerlandlinie“, weiß Dirk Wagner. So kann es geschehen, dass der Weg von Hagen nach Meinerzhagen beispielsweise über Köln führen kann. Die Kosten für manchmal mehrere hundert Kilometer gar nicht selbst verschuldeten Umweg müssen natürlich die Schwerlast-Transporteure, in diesem Fall die Schausteller zahlen.

Allen schlimmen Nachrichten zum Trotz: Die Hagener Schausteller halten zusammen. Wichtigstes Ziel ist zunächst, eine zauberhafte Oster-Kirmes zu gestalten. Und das wird gelingen.

Wer sich über die Aktivitäten der Hagener Schausteller informieren möchte, sollte im Internet auf der Seite www.hagener-schaustellerverein.de vorbeischauen. Auch auf Facebook sind die Schausteller vertreten.