Hagens frühe Nachkriegszeit

Hagen. (Red.) Bei Kriegsende im Mai 1945 lag Hagen in Schutt und Asche. Im Zweiten Weltkrieg war die Volmestadt in den Rang einer Trümmermetropole bombardiert worden. Eine mit zahlreichen Fotografien und Dokumenten begleitete Podiumsdiskussion am Mittwoch, 28. Oktober 2015, um 18 Uhr im Vortragssaal des Kunstquartiers Hagen, Museumsplatz, betrachtet die frühe Nachkriegszeit in Hagen – zwischen Wiederaufbau und „Wirtschaftswunder“.

Wehmütiger Blick auf altes Hagen

In den Ruinen hatte die verbliebene Bevölkerung den Nationalsozialismus und den Bombenkrieg hinter sich gelassen. Als die Stadt Hagen am 3. September 1946 ihr Jubiläum „200 Jahre Stadt Hagen“ beging, war von den pompösen Planungen der Nationalsozialisten für dieses Ereignis nichts übrig geblieben. Vielmehr richtete sich ein wehmütiger Blick zurück auf das alte Hagen, das im Krieg untergegangen war. Doch im September 1946 war der bereits in Angriff genommene Wiederaufbau immer noch als ein Silberstreif am Horizont.

Erst allmählich ging es aufwärts. Der ab 1947 zwischen Ost und West immer offener ausgetragene „Kalte Krieg“ führte zu einer massiven Unterstützung der drei westdeutschen Besatzungszonen durch die USA. Mit der Einführung der Deutschen Mark im Juni 1948 in den Westzonen setzte ein rasches Wirtschaftswachstum ein. Die innen- und außenpolitische Situation führte schließlich im folgenden Jahr zur Gründung der westdeutschen Bundesrepublik.

„Trümmerfrauen“ 1947 in der Marienstraße in der Hagener Innenstadt - gab es sie wirklich oder sind sie nur ein Mythos? (Foto: Stadtarchiv Hagen)
„Trümmerfrauen“ 1947 in der Marienstraße in der Hagener Innenstadt – gab es sie wirklich oder sind sie nur ein Mythos? (Foto: Stadtarchiv Hagen)

Bis heute prägend

Die am Rande des Ruhrgebiets liegende westfälische Großstadt Hagen blieb von diesen Entwicklungen nicht unberührt. In der frühen Nachkriegszeit lassen sich einige wichtige Rückwirkungen ausmachen, die teilweise bis heute die Stadt prägen.

Die Podiumsdiskussion mit Dr. Ralf Blank, Fachdienstleiter Geschichte, Archäologie, Geologie beim Fachbereich Kultur der Stadt Hagen, Rouven Lotz, wissenschaftlicher Leiter Emil-Schumacher-Museum, und Geschichtslehrer Thomas Walter wird vor allem folgende Themen und Thesen aufgreifen: „Überlebte ’Volksgemeinschaft’ oder Demokratisierung: Die gesellschaftliche und politische Situation in Hagen zwischen 1945 und 1949“, „Flüchtlinge in Hagen“, „Was sie waren – was sie wurden: Entnazifizierung und Rechtsextremismus in der Region“, „Wirtschaft und Industrie in Hagen – zwischen Permit und Wachstum“, „Das neue Bild der alten Stadt – Wiederaufbau und kein Ende?“ und „Wiederbelebung und Neuausrichtung von Kunst und Kultur in der Stadt“.

Vortrag im Schumacher-Museum

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Fachbereichs Kultur der Stadt Hagen und des Emil-Schumacher-Museums. Im Anschluss ist eine lockere Diskussion möglich. Für die Veranstaltung wird ein Eintritt von 5 Euro erhoben.