Haspe präsentiert sich bald noch attraktiver

Haspe. (anna) Seit über 100 Jahren ist die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft (GWG) mit dem Stadtteil Haspe aufs Engste verbunden. Mit über 4700 Wohnungen ist die GWG der größte Vermieter im Stadtteil und ist auch in städtebaulicher Hinsicht nicht zu übersehen. Jetzt hat GWG-Geschäftsführer Christoph Rehrmann, zusammen mit Oberbürgermeister Jörg Dehm, den Grundstein für das neue Projekt „Torhaus“ gelegt.

Oberbürgermeister Jörg Dehm fasste bei der Grundsteinlegung des neuen Torhauses in Haspe feste mit an. Mit Kelle und Mörtel ließ er die Urkundenrolle im Mauerwerk verschwinden. (Foto: Anna Linne)
Oberbürgermeister Jörg Dehm fasste bei der Grundsteinlegung des neuen Torhauses in Haspe feste mit an. Mit Kelle und Mörtel ließ er die Urkundenrolle im Mauerwerk verschwinden. (Foto: Anna Linne)

Dabei ist es schon gute sechs Jahre her, dass die ersten Ideen zu einem repräsentativen „Torhaus“ Gestalt annahmen. Der Gedanke entstand damals aus einem Gutachten der GFK Prisma, welches die GWG zur Planung einer Ertüchtigung des Hasper Zentrums in Auftrag gegeben hatte. Dieses Gutachten gab der GWG die Empfehlung, das Hasper Zentrum zu beleben. Die beiden nebeneinander liegenden Einkaufsstraßen – Voerder Straße und Vollbrinkstraße – sollten mit dem Hüttenplatz verbunden, um so den Haspern, sprich Kunden, einen „Rundgang“ zu ermöglichen. Der Bunker musste also weg.

„So haben wir recht schnell über den Ankauf des an dieser Stelle noch vorhandenen Bunkers verhandelt, um diesen zentralsten Punkt Haspes für unsere Planungen zu sichern“, erläutert Christoph Rehrmann während der Grundsteinlegung. „Parallel zu diesen Verhandlungen entwickelten sich die ersten Gedanken zum Gebäude, aber natürlich auch zur Nutzung.“

Mögliche Nutzung

Eine Idee zur möglichen Nutzung war dann, hier der Stadt Hagen mit ihren in Haspe verstreuten Ämtern einen zentralen Anlaufpunkt für die Hasper Bürger zu bieten. So nahm die GWG Gespräche mit der Verwaltung, aber auch mit der Politik auf, um für die Idee „Torhaus“ zu werben.

Mühsamer Abriss

Nach ersten Verhandlungen konnte die GWG recht schnell konkrete Pläne vorstellen und auch den Kauf des Bunkers vermelden. Die anschließenden Abrissplanungen waren bei weitem nicht so mühsam wie der anschließende Abriss selbst. Fast fünf Monate dauerte der Rückbau des massiven Betonbauwerks, dessen Mauern häufig 1,40 Meter dick waren. Sechs Tage in der Woche arbeitete der größte Abbruchbagger Europas daran, diesen Bunker zu zerlegen. Die Kälte, aber auch der unglaublich harte Beton mit der dicken Wandstärke hat diesem Ungetüm schwer zu schaffen gemacht.

Rehrmann dankt Haspern

„Wir wissen, dass wir hier der Nachbarschaft, aber auch jedem Besucher der Hasper Innenstadt eine Menge zugemutet haben“, entschuldigt sich Rehrmann. „Für die Geduld und Unterstützung, ohne die der Abriss gar nicht möglich gewesen wären, bedankt sich die GWG bei allen Betroffenen sehr. Auch unserem Aufsichtsrat gilt ein herzliches Dankeschön. Er hat bei diesem Projekt wieder Mut und Entschlussfreudigkeit gezeigt. Denn ein solches Gebäude aus einer Häuserzeile herauszubrechen, ist schon eine mutige Angelegenheit.“

Schwierige Planung

Nach dem gelungenen Abriss waren die weiteren Gespräche, insbesondere mit der Politik, zur Nutzung des Gebäudes sehr mühsam und zäh. So brauchte man bis August 2012, um endlich eine für Haspe vorteilhafte Lösung zu vereinbaren. Erst dann wurde es der GWG möglich, die weiteren Ausbauplanungen bis zur endgültigen Vergabe des Auftrages vorzunehmen.

Verlässlich

In den vielen Monaten, in denen nichts geschah und die Bunker-Baulücke keine Aktivitäten erkennen ließ, sah der gerüchtefreudige Hasper schon dunkle Wolken am Horizont aufziehen. Er glaubte fest daran, dass das „Torhaus“ wohl nie gebaut werden würde.

„Ernsthaft kann aber wirklich keiner an der Realisation gezweifelt haben“, schmunzelt Christoph Rehrmann. „Denn die GWG ist nun seit weit über 100 Jahren hier in Haspe und hat bisher alle ihre Zusagen auch in die Tat umgesetzt.“

Zweites großes Bauprojekt

Der Bau des „Torhauses“ ist nun – nach der Polizeiwache Haspe – der zweite Baustein, um das Hasper Zentrum zu einem wirklichen Stadtteil-Zentrum zusammenschmelzen zu lassen.

Eine Bäckerei mit Cafe soll im Torhaus die Aufenthaltsqualität im Herzen von Haspe erhöhen. Die Stadtteilbücherei soll ebenfalls ganz zentral erreichbar sein. „Auch unsere weiteren Planungen hier im Herzen Haspes treiben wir derzeit voran, um den Hasper Bürgern, die zu einem großen Teil auch unsere Mieter sind, alle Möglichkeiten des Einkaufs und der Dienstleistung zur Verfügung zu stellen“, verspricht Rehrmann. Denn nur hier im Zentrum Haspes mache es Sinn, alles zu bündeln, um über die vorhandene Kaufkraft attraktive Angebote zu ermöglichen.