Hasper „Urgestein“ Dieter Friedhoff

Haspe. (ME) Wenn am Samstag, 18. Juni 2011, der Kirmeszug ab 14.30 Uhr (Achtung, Umleitungen!) wieder durch die Hasper Straßen zieht, wird ein Mann mittenmang sein, der seit „Ewigkeiten“ im hiesigen Vereinsleben eine führende Rolle spielt: Dieter Friedhoff. Für sein Engagement haben ihn die Hasper in diesem Jahr gebührend geehrt: mit dem Ulk-Orden.

Der 68-Jährige ist ein echtes Weihnachtskind, kam er doch tatsächlich am Heiligen Abend des Kriegsjahres 1942 zur Welt. Geboren zuhause am Distelstück – schräg gegenüber der alten Volksschule -, ist er selbstverständlich, so wie es sich für ein Hasper Urgestein gehört, mit echtem „Iämpewasser“ getauft.

Im Standesamt

Ob im Sport, im Ulk oder im Plattdeutschen Arbeitskreis... - Dieter Friedhoff kann sich über einen Mangel an Arbeit nicht beklagen. Jetzt wurde das 68-jährige Hasper Urgestein für sein breitgefächertes Engagement mit dem Ulk-Orden geehrt. (Foto: privat)

Nach der erfolgreich absolvierten Schulzeit warf die Berufswahl keine großen Fragen auf. „Du kannst gut schreiben und lesen“, hieß es damals, „Du wirst am besten Lehrling bei der Stadtverwaltung.“ Gesagt, getan. Bald ging’s hier auf der Karriereleiter nach oben – und führte ihn letztlich ins Standesamt. Da hatte offenbar ein Vorgesetzter gedacht „nomen est omen“, was dazu führte, dass Dieter Friedhoff als stellvertretender Standesbeamter fortan für die Beurkundung von Sterbefällen zuständig wurde. Dieser Job machte auf Dauer nicht wirklich Spaß und so nutzte er denn die nächstbeste Gelegenheit, in die Elektronische Datenverarbeitung (EDV) zu wechseln, wo er rund dreißig Jahre lang tätig war.

30 Jahre – also fast ein halbes Leben – in der Datenverarbeitung! Der heute selbstverständliche „Maus-Klick“ am PC war vor drei Jahrzehnten noch völlig unbekannt. Seinerzeit wurde normalerweise mit Lochkarten gearbeitet. Für einen Menschen, der in einem solchen Bereich arbeitete, bedeutete dies, sich ständig in immer wieder neue Techniken einarbeiten zu müssen. Flexibilität ist und war da vonnöten. Friedhoff besaß sie offenkundig und brachte es bis zum Abteilungsleiter.

Sport & Co.

Große Flexibilität und Wendigkeit war aber noch an anderer Stelle vonnöten: im Handball. Diesem Sport frönte er bereits als junger Mann aktiv im TSV Berge-Westerbauer. Seinem Heimatverein blieb er bis heute treu. Als er die Sportschuhe an den Nagel gehängt hatte, warteten recht bald diverse Vorstandstätigkeiten auf ihn. Seit nunmehr bereits 28 Jahren bekleidet er das Amt des 1. Vorsitzenden beim TSV, und seit circa zwei Jahrzehnten führt er inzwischen die IG Hasper Sport (als Nachfolger von Gustav Adolf Bochhammer).

Vieles hat er dabei erlebt – einige Höhen im Hasper Sportgeschehen ebenso wie manche Tiefen. Alleine über die verschiedensten Fusionen, Trennungen und wechselnden Trends könnte er einen abendfüllenden Vortrag halten. Den TSV konnte er dabei immer wieder recht erfolgreich in ruhiges Fahrwasser lenken. So baut der TSV auch aktuell wieder sein Angebot aus – so gibt es neuerdings eine Tai-Chi-Gruppe, eine Mütter-Gymnastikgruppe, eine Diabetesgruppe und – noch im Aufbau – das „BiB“-Angebot, wobei sich hinter „BiB“ nichts anderes verbirgt als „Berge in Bewegung“, es geht also um die allgemeine Fitness.

Dem IG-Sport-Vorsitzenden Friedhoff wiederum ist momentan unter anderem stark daran gelegen, den Hasper Nordic-Walking-Park im Auge zu behalten. Das heißt: der 68-jährige kann wahrlich nicht behaupten, wenig zu tun zu haben.

Plattdeutsch und Ulk

Auch mit dem Ulk ist er natürlich seit Kindesbeinen vertraut. Schließlich war es weder vom Distelstück noch von seiner späteren Heimat, dem Büdding (wo er auch heute noch daheim ist), allzu weit zur Kirmes. Vor allem war ihm immer daran gelegen, auch den Sport ins Ulk-Geschehen einzubeziehen. Das gelang ihm und seinen Mitstreitern zuletzt so gut, dass sie beim 2010er Hasper Kirmes-Zug für ihren großen Wanderschuh gar einen ersten Preis bei der Benotung der Wagen und Fußgruppen einheimsen konnten.

Eine weitere Leidenschaft verbindet ihn mit der Plattdeutschen Sprache. Zusammen mit dem Heimatbund-Vorsitzenden Jens Bergmann wird in einem Hasper VHS-Arbeitskreis regelmäßig eine „Mule vul platt gekürt“.

Hasper Wachholderritter ist er längst. Jetzt kam also der Ulk-Orden dazu. Damit werden vorrangig Ennepesträßer geehrt, die sich uneigennützig für ihre Mitmenschen einsetzen – Dieter Friedhoff ist ein solcher überaus engagierter Hasper.