„Heimatblätter“ rücken Harkorten in den Fokus

Hohenlimburg. (Red.) Dass die „Hohenlimburger Heimatblätter“ nicht allein aufs Lennetal, sondern auf den gesamten Raum Hagen und Iserlohn ausgerichtet sind, wird exemplarisch an der soeben erschienenen Februarausgabe deutlich. Die Themenabfolge der Zeitschrift des Hohenlimburger Heimatvereins beginnt im Hagener Stadtteil Westerbauer und führt über Hohenlimburg und Letmathe bis nach Alt-Iserlohn.
Michael Eckhoff, Hagener Stadtheimatpfleger, rückt im Hauptartikel des Heftes ein besonderes Bauwerk in den Blick: „Haus Harkorten – architektonisches ‚Juwel‘ eines immer noch unbekannten Baumeisters“. Im Mittelpunkt seiner Betrachtung steht das „Herrenhaus“ oder Haupthaus des gediegenen Harkortschen Gebäudeensembles.
Es ist vom Verfall bedroht. Der Verfasser titelt: „Zur Rettung ist jetzt Eile geboten.“ Fertiggestellt wurde es 1756. Auftraggeber waren Johann Caspar Harkort III. und seine Ehefrau Louisa Catharina Märcker. Das Bauwerk gehört zu den Architekturperlen der bergisch-märkischen Region. „Ein Haus wie Musik“ schrieb annähernd 200 Jahre später der Schriftsteller Rudolf G. Binding.
Das Harkortsche Gebäudeensemble bildet ein „nationales Denkmal“. Einige der Gebäude konnten in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich saniert und mit neuem Leben gefüllt werden. Bleibt zu hoffen, dass das „Herrenhaus“ ebenfalls eine gesicherte Zukunft haben wird. Dabei könnte ein im Frühjahr 2016 gegründeter Verein zur Rettung des prächtigen Bauwerks eine Rolle spielen.
Hochwasser-Markierungen
Nur noch wenigen Hohenlimburgern ist geläufig, dass in früheren Zeiten besondere Hochwasserstände der Lenne am historischen Bentheimer Hof verewigt wurden.
Außergewöhnliche Hochwasserstände der Lenne treten heute selten auf. Vor Jahrzehnten war das anders. Das hat verschiedene Gründe. Die älteste Marke an der Außenwand des „Brückenkellers“ stammt aus dem Jahre 1890, die jüngste von 1946. Alte Fotos zeugen von der überschwemmten Hohenlimburger Innenstadt oder dem alten Mühlendorf auf der anderen Lenneseite.
Widbert Felka geht in seinem Beitrag dem Lennehochwasser in alter Zeit nach. Er befasst sich auch mit dem Bau der Ufermauer und des Lennedamms im Weinhof im Jahre 1938, der dem Hochwasser „den Zahn zog“. Das gilt auf der gegenüberliegenden Lenneseite für den jetzt 50 Jahre alten Lennepark entsprechend, der auch unter dem Aspekt des Hochwasserschutzes angelegt worden war.
Seltenes Foto
Die monatliche Folge „Hohenlimburger Szenen“ zeigt ein seltenes Foto. Am Rathaus steht im Jahre 1956 das letzte Fuhrwerk Hohenlimburgs. Drei Jahre später sollte es mit seinem Besitzer in das lokale Gedächtnis der Hohenlimburger eingehen, als sein Besitzer Gustav Holtschmit es über die soeben eröffnete neue Stennertbrücke führte.
Schließlich führt der Blick noch nach Letmathe, genauer: zum 100-jährigen „Lennedom“, und nach Alt-Iserlohn, wo der „Käbbelgasse“ die Referenz erwiesen wird.
Im Einzelverkauf ist das Heft erhältlich bei der Hohenlimburger Buchhandlung an der Freiheitstraße und in Hagen bei der Buchhandlung am Rathaus, Marienstraße.