Herbert Gitt – Karnevalist mit Leib und Seele

Hagen. (lz) „Ein Karnevalsfan war ich wohl schon immer“, lacht Herbert Gitt bei der Frage, wann genau er seine Begeisterung für das bunte Fest der Narren entdeckt hat und das er vor allem in den letzten 25 Jahren selbst auf der Bühne erlebt hat.

Am 21. Februar 1990 stand der Hasper erstmalig vor Publikum; das war seinerzeit eher ein Zufall, wie er verriet.

Den ersten richtigen Auftritt als Büttenredner hatte er dann am 24. November 1990 in der Hasper Kneipe „Zur Delle“. Ursprünglich hatte man zwei Redner eingeladen, die die WildeckerHerzbuben nachahmten. Doch wie so oft in der jecken Jahreszeit – die beiden Redner waren durch Schneefall verhindert und so führte eins zum Anderen. „Wir haben doch unseren eigenen Herzbuben“, meinte ein befreundeter Karnevalist damals und zeigte auf Herbert Gitt. Das war sein Einstand, erklärt der sympathische Büttenredner selbst.

Politik und „Purzel“  für den guten Spaß

Inhaltlich gibt er gerne Geschichten über seine Frau zum Besten, die er in seinen Geschichten nur „Purzel“ nennt. „Oft wird sie sogar auf der Straße mit diesem Namen angesprochen“, erklärt Herbert Gitt. Seine Frau, die bei jeder Rede nicht mehr wegzudenkender Teil des Programmes ist, ist für ihn auch ein wesentlicher Bestandteil weit über die Anekdoten in seinen Reden hinaus.

Familie als Dreh- und Angelpunkt

Nachdem beide einige Jahre voneinander getrennt waren, brachte der gemeinsame Sohn sie wieder zusammen.
Neben seinem saisonalen Beruf als Büttenredner fährt der familienbezogene Hasper hauptberuflich Bus. „Trotzdem freue ich mich schon auf meine Rente. Einfach, weil ich noch so viel vor habe“, lacht er.

Und gibt es auch etwas, was ihm an seinem Büttenredner-Dasein nicht gefällt? „Wenn die Leute nicht zuhören und während man dort oben auf der Bühne steht quatschen… – das ärgert mich wirklich. Oder wenn dort Leute sitzen, die lange Gesichter ziehen.“ Dann kann es auch einem humorvollen Redner mal zu bunt werden. „Im Grunde ist es aber etwas, was ich seit 25 Jahren mit großer Leidenschaft mache“, erklärt er weiter.

Seit 1978 dabei

Schließlich ist er selbst schon seit 1978 im Karneval tätig. „In einer Familie mit vier Geschwistern und einer aktiven Mutter bekommt man die Freude daran wohl scheinbar automatisch mit auf den Weg“, stellt er fest. Neben „Purzel“ ist auch seine Schwiegermutter ein gern gehörtes Thema seiner Reden.

Sehr gerne über Angela Merkel

In seinem aktuellen Programm nimmt er auf politischer Ebene gerne Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Schüppe. Egal ob er über die von ihm selbst benannte „Bankenrettungsassistentin“ Merkel, die Krise der Griechen, die Probleme der Rentner oder das Thema der Benzinpreise redet – am Schluss endet jede Rede doch mit dem Bezug zu der Frau, die nach 16 Jahren erneut aus Oberstdorf den Weg zu ihm zurück fand. Oberstdorf war in diesem Zusammenhang dann wiederum die Stadt, in der Herbert Gitt „Purzel“ am errechneten Tag ihrer 25-jährigen Beziehung zum 2. Mal ehelichte. „Am Tag unserer Silberhochzeit haben wir erneut geheiratet“, erzählt Herbert Gitt. Eine Geschichte, die die regulären 20 Minuten seiner Büttenreden überschreitet und doch wesentlicher Bestandteil dieser ist.

In den folgenden Tagen ist Herbert Gitt natürlich bei diversen Terminen zu erleben. Und im Zuge seines 25-jährigen Bühnenjubiläums verleiht Gitt in diesen Tagen selbst den „Jubiläumsorden“.