Herbert Kersberg (83) verstorben

Die Heimatkunde der Region Hagen war oft sein Thema - am 11. Januar verstarb der bekannte Wissenschaftler Prof. Dr. Herbert Kersberg 83-jährig. (Foto: wk-Archiv)

Hagen. (ME) Er zählte über viele Jahre hinweg zu den bekanntesten Hagener Wissenschaftlern. Und auch die Heimatkunde hat ihm allerlei fundamentale Erkenntnisse zu verdanken. Am 11. Januar 2012 verstarb Prof. Dr. Herbert Kersberg im Alter von 83 Jahren in Fulda.

Herbert Kersberg war studierter Geograph und Biologe sowie leidenschaftlicher Naturschützer. Weit über die Grenzen Hagens hinaus kannte ihn nicht nur die Fachwelt als Wissenschaftler und Hochschullehrer, als Autor und Herausgeber von Fachbüchern und zahlreichen Beiträgen zur Landschafts- und Naturkunde, zur Umweltbildung und als Schulbuch-Autor.

Auf Emst

Kersberg war „Original-Hagener“, 1928 in der Volmestadt geboren. Mit dem Eigenbau einer Siedlung 1932/33 durch und für arbeitslose Handwerker – der Vater war Maurermeister – „verschlug“ es den damals vierjährigen Herbert Kersberg nach Bissingheim, einem Vorort, der lange Zeit von weiten Acker- und Grünflächen umgeben war. Die schöne Umgebung gibt es zwar längst nicht mehr (abgesehen von einigen Gärten), doch Kersberg hielt seinem Wohnort immer die Treue – er bewohnte bis vor wenigen Wochen mit seiner Frau das kleine Einfamilienhaus, das einst sein Vater miterrichtete.

Er studierte Pädagogik und im Wahlfach Biologie, schrieb früh seine erste kleine wissenschaftliche Arbeit (Thema: „Karstquellen: der Barmer Teich in Hagen“) und erlangte die Unterrichtsbefugnis als Volksschullehrer. Als 20-jähriger „Jung-Pauker“ trat Kersberg seine erste Lehrerstelle an – in einer Schule in Hattingen. Wenig später konnte er nach Hagen überwechseln: zur dreiklassigen Volksschule Hagen-Selbecke.

1960 begann ein neuer Lebensabschnitt – Kersberg wurde als abgeordneter Lehrer Assistent an der Pädagogischen Hochschule in Wuppertal (Fach: Heimatkunde und Didaktik der Erdkunde), gleichzeitig nahm er ein Geographie-Studium (Nebenfächer Bodenkunde und Botanik) auf.

Zwischen 1963 und 1965 wirkte der Emster als Lehrbeauftragter, danach als Dozent und ab 1967 als Professor an der neu gegründeten Pädagogischen Hochschule Hagen (in der Jugendstil-Villa „Hohenhof“). 1976 wurde die PH Hagen nach Dortmund verlegt und mit der PH Dortmund zur Pädagogischen Hochschule Ruhr verbunden, die 1980 mit der Universität Dortmund fusionierte. Bis zu seinem Ausscheiden aus dem Hochschuldienst 1993 befasste er sich verstärkt mit ökologischen Themen, auch in Verbindung mit Natur- und Landschaftsschutz.

Nie im Elfenbeinturm

Kersberg hat es stets verstanden, Fachwissenschaft und Praxis eng miteinander zu verzahnen. Als Hochschullehrer und Wissenschaftler saß er nie im „Elfenbeinturm“ – das zeigen seine vielfältigen Aktivitäten außerhalb der Universität. Als Beispiele hierfür seien einige seiner Tätigkeiten in Hagen genannt. So gehört er zu den Gründungs- und langjährigen Vorstandsmitgliedern der Naturwissenschaftlichen Vereinigung Hagen e.V. (1949) und ist Ehrenmitglied, er ist seit 1950 Mitglied des Hagener Heimatbundes und Ehrenmitglied, seit 1971 Vorsitzender des Förderkreises „Hagener Planetenmodell“ (seit 2001 der Volkssternwarte Hagen angeschlossen), Gründungs- und Ehrenmitglied des Hagener Schullandheimvereins Meinerzhagen. Zudem war er von 1976 bis 1994 Mitglied und von 1980 bis 1990 Vorsitzender des Hagener Landschaftsbeirats.

Aufsätze aus der Feder Kersbergs findet man in zahlreichen Ausgaben des „Heimatbuches Hagen“ ebenso wie in der Stadtteilbücher-Reihe des Hagener Heimatbundes. Zuletzt sei noch erwähnt, dass eine in Fachkreisen weithin bekannte fossilienreiche Steinbruchwand – ein sogenanntes „Nationales Geotop“ – im Hagener Stadtteil Vorhalle inzwischen „Kersberg-Wand“ getauft wurde.