Herdecke im Wandel

Den neuen Herdecke-Kalender 2011 präsentierten (v.l.) Sandra Kleine von der Stadtsparkasse Herdecke, Walter Klisch, André Bruchhäuser und Margrit Sollbach-Papeler. (Foto: wochenkurier)

Herdecke. Eine optische wie historische Augenweide ist der Herdecker Kalender für 2011, den die Stadtsparkasse Herdecke in einer limitierten Auflage herausgebracht hat. Ab dem Weltspartag (29. Oktober) wird er für die Kunden erhältlich sein. Die 12 großformatigen Monatsbilder zeigen in hervorragender Druckqualität Aufnahmen vor allem von Teilen der Herdecker Innenstadt aus sieben Jahrzehnten. Die ältesten stammen aus der Zeit um 1900. Dazu gehört auch das Januar-Bild. Es handelt sich dabei um eine etwa 1905 vom Hagener Ruhrufer aus gemachte Gesamtaufnahme von Herdecke. Darauf erkennt man, dass es damals auf dem Nacken statt Wohnbebauung nur Felder und Wissen gab. Auch die Gegend zum Herrentisch hinauf war seinerzeit, von einigen wenigen vereinzelten Häusern abgesehen, noch unbebaut.

Aus den Fünfzigern

Ein Großteil der Fotos sind Aufnahmen von der Herdecker Altstadt aus den 1950er Jahren. An ihnen kann man ablesen, wie viel sich in dem vergangenen halben Jahrhundert hier verändert hat, aber auch, wie viel doch noch bewahrt worden ist.

Den Wandel in der oberen Hauptstraße unterhalb des Kirch- und Rathausplatzes dokumentiert zum Beispiel das Juli-Bild vom Ende der 1950er Jahre. Wo sich heute die Fußgängerzone befindet, holperten damals Autos über das Kopfsteinpflaster. An der Stelle der heutigen Rathausarkaden hatte man im Frühjahr 1952 eine Böschung zur Grünbepflanzung fertig gestellt, wie das Februar-Bild bezeugt. Wie es in den 1950er Jahren im Bereich der Ruhrbrücke und am alten Zweibrücker Hof mit der Haltestelle der Straßenbahn Linie 4 ausgesehen hat, erfährt man durch das März-Bild. Auch der Ortsteil Kirchende ist vertreten, nämlich mit einer wenig bekannten Großaufnahme vom Kirchdorf von etwa 1930.

Das jüngste Bild und zugleich eines der drei Farbbilder in dem Kalender ist ein Foto aus den 1970er Jahren vom unteren Teil der Hauptstraße. Darauf sieht man in der Bildmitte noch das 1983 abgerissene Haus Hauptstraße Nr. 12, in dem sich damals das Lederwarengeschäft Lingenberg befand. Aber auch an ein örtliches historisches Ereignis erinnert ein Kalenderblatt: Das April-Bild enthält ein bei der Errichtung des Sackträgerbrunnens und beim Aufstellen der Figur im Juli 1937 gemachtes Foto.

Umschlagbild

Etwas ganz Besonderes ist aber auch das farbige Umschlagbild mit einer Ansicht der Herdecker Innenstadt vom Wienberg aus. Auf den ersten Blick würde man es für ein Originalfoto halten, so natur- und detailgetreu ist die Wiedergabe. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Ölgemälde der Herdecker Künstlerin Dorothea Witte.

Die Fotos haben die Herdecker Walter Klisch und Dr. Margrit Sollbach-Papeler zusammengestellt und auch die Texte stammen von ihnen. Die fototechnische Aufbereitung, grafische Gestaltung und Druck sind vor Ort erfolgt durch André Bruchhäuser, Hauptstraße 14, wo der Kalender auch erhältlich ist.

Bei den Alt-Herdeckern werden die Bilder dieses historischen Herdecker Kalenders 2011 viele und auch manche wehmütigen Erinnerungen wachrufen. Für die Herdecker Neubürger bieten sie die Möglichkeit einer visuellen Entdeckungsreise in die Geschichte ihrer jetzigen Heimatstadt.