Hubert Köhler sucht Hagens erste Pizzeria

Hagen. (ME) „Wer war wohl der erste Pizzabäcker-Profi in Hagen?“, fragt Dr. Hubert Köhler. Warum er das wissen will? Nun, Hubert Köhler ist Wissenschaftler und er beschäftigt sich aktuell mit der „Geschichte der Pizzabäcker“ in Hagen. Das gesammelte Material möchte er möglichst noch im kommenden Hagen-Buch 2016 (erscheint Ende November) veröffentlichen. Schließlich ist die Pizza längst Teil der deutschen Kultur.

Hubert Köhler bevorzugt die „Pizza Diavolo“. Jetzt möchte er gerne wissen, wer in Hagen der erste professionelle Pizzabäcker war. Köhler möchte darüber einen Beitrag für das nächste Hagen-Buchs schreiben.(Foto: Köhler)
Hubert Köhler bevorzugt die „Pizza Diavolo“. Jetzt möchte er gerne wissen, wer in Hagen der erste professionelle Pizzabäcker war. Köhler möchte darüber einen Beitrag für das nächste Hagen-Buchs schreiben.(Foto: Köhler)

Natürlich hatte er bereits Kontakt mit mehreren traditionsreichen Pizzerien. So war er bei Toto in Wehringhausen, bei Pinocchio am Höing und bei Nico Bucco in der Hamecke. Aber noch sind viele Fragen offen. Und er hofft, dass ihm einige Hagener weiterhelfen können – mit Fotos, Anekdoten und Fakten über ihre Lieblingspizzerien.

Heute alltäglich

Heute gehören Pizzerien und italienische „Ristorante“ in Hagen zum ganz normalen Stadtbild. Noch vor 40 Jahren sah das völlig anders aus. Wer seinerzeit eine klassische Margherita oder eine stilechte Lasagne in der Volmestadt probieren wollte, stieß nur auf eine kleine Auswahl an Lokalen. Und der ungekrönte König der Pizzabäcker war seinerzeit Nico Bucco mit seiner Pizzeria Salvatore an der Altenhagener Straße.

Hier trafen sich nicht nur alle Italien-Fans, sondern auch zahlreiche Künstler, Musiker und Theaterleute. Kurzum: „Salvatore“ avancierte Ende der 1970er Jahre in Hagen zur Kult-Gaststätte.

Als Gastarbeiter

Alles begann vor rund 50 Jahren. Damals verließ der Vater von Nico Bucco – er war von Beruf Schmied – seine Heimat Apulien im eher armen Süditalien, um im reichen Wirtschaftswunderland Deutschland als Gastarbeiter ordentlich Geld zu verdienen. Vater Bucco fand einen Job in der legendären Schraubenfabrik Funcke & Hueck. Den Buccos ging es hier gut. Eines Tages kam der Familie dann die Idee, für andere Gastarbeiter zu kochen. Ein Lokal war schnell gefunden – „mit Mutti und Vater in der Küche und im Service“, erinnert sich Nico Bucco lachend.

Er selbst startete zunächst auch eine Facharbeiter-Karriere, doch als Musiker oder als Gastronom zu arbeiten, lag ihm mehr. Und so machte er denn bereits vor über 40 Jahren in Vater Buccos „Gastarbeiter-Kantine“ mit. „Damals war das noch nichts Großes“, blickt Bucco zurück und fügt schmunzelnd hinzu: „Es war eben eher ein Bierlokal – samt Flipperautomat.“
Gottschalk zu Gast

Doch schnell wandelte sich das Bild und das Altenhagener Lokal entwickelte sich zu einer wahren Institution. Nicht nur die Hagener wussten „ihren“ Nico Bucco zu schätzen. Selbst TV-Prominente wie Thomas Gottschalk und Hans Rosenthal („Dalli, dalli“)  liebten die Kultadresse. „Unsere Arbeitstage reichten bis spät in die Nacht, 1000 Pizzen an einem Wochenende waren keine Seltenheit.“ Nico Bucco ist immer noch Gastronom – mittlerweile allerdings in der Hamecke (Boelerheide).

Die Buccos waren lange zwar die vielleicht bekanntesten Pizzabäcker in Hagen. Aber waren sie auch die ersten? Welcher Leser kann Dr. Hubert Köhler mit Fotos oder Berichten auf die Sprünge helfen? Erreichbar ist er am einfachsten per Mail: dr.hubertkoehler@web.de.