Im Rennboot auf’s Podest – Dritter Platz für André Zeipelt

Hagen. Wasser ist André Zeipelts Element. Der 15-jährige
Schüler des Fichte-Gymnasiums fuhr bei der vierten Veranstaltung des ADAC
Motorboot Cups im schleswig-holsteinischen Rendsburg sowohl bei den Sprintrennen
am Samstag, als auch bei den Hauptrennen am Sonntag auf den dritten Gesamtplatz.
Damit machte er sich, eine Woche nach seinem 15. Geburtstag, ein nachträgliches
Geschenk.
Wasserratte
Vor vier Jahren begann der junge Hagener, der auch Mitglied im Kanu Club
Hohenlimburg ist, mit dem Motorbootslalomsport. Hier wurde er mehrfach Club-,
Vizelandes- und Landesmeister und qualifizierte sich 2014 und 2015 zur Teilnahme
an der Deutschen Meisterschaft, die er jeweils auf einem neunten Platz, und
damit bester Vertreter aus NRW in seiner Klasse, beendete.
Die Suche nach neuen Herausforderungen führte im Oktober letzten Jahres zum
Besuch der ADAC-Powerboot-School. Diese besteht aus einem praktischen und einem
theoretischen Teil und endet mit der Prüfung zur Rennlizenz. Das Mindestalter
beträgt 14 Jahre. Dies hatte André kurz zuvor erreicht. Der ADAC vermittelte
Kontakte zur Rennboot­szene und Patrick Allweiler, ein ehemaliger
Rennfahrer, erklärte sich kurz entschlossen bereit, das junge Talent bei einem
eventuellen Einstieg zu unterstützen. Allerdings hätte die Anschaffung eines
Rennbootes das Familienbudget gesprengt.
Große Überraschung
Im Januar diesen Jahres kam dann die Überraschung. Die ADAC
Motorboot-Sportgemeinschaft machte das Angebot, André mit einem Rennboot zu
günstigen Konditionen, sowie mit Rat und Tat, zu unterstützen. Ein einmaliges
Angebot und der Familienrat kam nach kurzem Überlegen zu dem Schluss, dass man
sich dieses nicht entgehen lassen könne.
Rekordhalter
Und so stieg André mit 14 Jahren, als jüngster Teilnehmer in der 17-jährigen
Geschichte des ADAC-Motorboot-Cups, in diese Rennserie ein. In dieser
Einstiegsklasse werden Katamarane mit geschlossenem Sicherheitscockpit
eingesetzt, die von einem 30-PS-Serienmotor mit messerscharfem Rennpropeller auf
knapp 100 km/h beschleunigt werden.
Zu Beginn der Saison hatte das Team noch mit technischen Problemen zu
kämpfen, die dazu führten, dass der junge Pilot kein Vertrauen in sein
Arbeitsgerät fand und die erste Veranstaltung, in Brodenbach auf der Mosel, auf
dem letzten Platz beendete.
Doch schon beim nächsten Rennen, auf der Kriebstein-Talsperre in Sachsen,
konnte er in einem der vier Rennläufe, einen dritten Platz erzielen. Obwohl das
Team noch immer Probleme hatte, das Rennboot optimal abzustimmen, trennten André
bei der nächsten Veranstaltung, auf der Regattastrecke in Berlin-Grünau, nur 18
hundertstel Sekunden von einem zweiten Platz in einem der Sprintrennen.
Noch nicht auf  Top-Niveau
Auch, wenn das Team das Boot von Mal zu Mal besser verstehen lernt, befindet
man sich mit dem Setup noch nicht auf dem Niveau der Top-Teams.
Allerdings war bei der Veranstaltung am 10.11.9., im Schleswig-Holsteinischen
Rendsburg, das Glück mit dem Tüchtigen und so gelang es André mit fahrerischem
Einsatz die Mankos des Renngerätes zu kompensieren und mit einem dritten
Gesamtplatz in den Sprintrennen am Samstag und den Hauptrennen am Sonntag nun
auch einmal das Siegerpodest zu betreten und das in ihn gesetzte Vertrauen zu
bestätigen.